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EMKNI - 04.04.2001   Zurück zur Übersicht

Nordirland/Deutschland: Leuenberger Kirchengemeinschaft und Baptisten planen engere Zusammenarbeit

Logo der Leuenberger KirchengemeinschaftDie Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft berät vom 19. bis 25. Juni 2001 in Belfast den Bericht über eine gemeinsame Konsultation. Vor allem das Verständnis der Taufe ist umstritten
Die "Europäische Baptistische Föderation" (EBF) will mit der Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG) künftig enger zusammenarbeiten. Dieser Wunsch geht aus einem Papier hervor, auf das sich Vertreter der EBF und der LKG nach einer Reihe von Gesprächen, die zwischen 1998 und 2000 stattfanden, verständigten. Das weitgehend beziehungslose Nebeneinander soll nach dem Wunsch der Baptisten zunächst in eine "verbindliche Kooperation" und auf längere Sicht auch in eine "Kirchengemeinschaft" überführt werden.
Zur EBF gehören nach eigenen Angaben 50 nationale Bünde, die ihrerseits aus 11.000 Gemeinden bestehen. Die Baptisten sind somit in fast allen europäischen Ländern vertreten. Mit den lutherischen, reformierten und unierten Kirchen, die in der Leuenberger Kirchengemeinschaft zusammengeschlossen sind, praktizieren die Baptisten wechselseitig eucharistische Gastbereitschaft. Beide Seiten verstehen sich als Kirchen und Gemeindebünde, die in einem geschichtlichen Zusammenhang mit der Reformation des 16. Jahrhundert stehen und theologisch ein gemeinsames reformatorisches Erbe haben. Gleichwohl gebe es auf beiden Seiten Vorurteile und Unkenntnis über den jeweiligen Partner. Immer wieder komme es vor, dass Baptisten als Sekte bezeichnet werden. Aufklärung tue Not, hält der Bericht über die Konsultation fest.
Dieses Gesprächsergebnis liegt der nächsten Vollversammlung der Leuenberger Kirchengemeinschaft, die vom 19. bis 25. Juni 2001 in Belfast/Nordirland stattfinden wird, vor. Nachdem der Rat (Council) der EBF auf seiner Tagung vom 22. bis 24. September 2000 in Riga den Konsultationsbericht einmütig angenommen hat, muss nun die LKG über die Vorschläge aus dem Konsultationsprozess entscheiden. So wird u.a. ein Lehrgespräch über die Taufe angeregt, das die Frage klären soll, unter welchen Umständen eine gegenseitige Anerkennung der Taufe möglich ist. Die Baptisten erkennen bislang die Säuglingstaufe, wie sie in den Mitgliedskirchen der LKG praktiziert wird, nicht an. Umgekehrt halten lutherische, reformierte und methodistische Kirchen es für "theologisch illegitim und inakzeptabel", dass Baptisten ihre Praxis der Taufe von Säuglingen und Kleinkindern für ungültig erklären. Baptisten halten die Gläubigentaufe als "legitime biblische Taufe".
Der Bericht über die Konsultation empfiehlt der Vollversammlung, Vertreter der baptistischen Gemeindebünde als "ständig mitarbeitende Gäste" an den Leuenberger Lehrgesprächen teilnehmen zu lassen, noch bevor die Taufgespräche zu einem Abschluss gekommen sind.
Gemeinsamkeiten werden in dem Papier "in Zeugnis und Dienst gegenüber der Welt" gesehen, insbesondere im Bezeugen der frohen Botschaft von Jesus Christus als Heil der Welt, aber auch im Eintreten für Religionsfreiheit und Menschenrechte. Neben der Taufe sind für den Dialog ferner u.a. Fragen nach dem Verständnis der Bibel wichtig sowie nach dem Kirchen- und Gemeindeverständnis.

Zur Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG) haben sich 102 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammengeschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und hussitische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Die fünf protestantischen Kirchen in Südamerika, die zur LKG gehören, haben sich aus früheren Einwandererkirchen entwickelt. Zwischen den Vollversammlungen der LKG führt der 13 Personen umfassende Exekutivausschuss die Geschäfte. Geschäftsführender Präsident ist Präsident i.R. Heinrich Rusterholz (Zürich). Im Exekutivausschuss vertreten ist auch Bischof Walter Klaiber, von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland.
Für die Pressearbeit zuständig ist Oberkirchenrat Udo Hahn (Hannover), Lutherisches Kirchenamt der VELKD, Tel.: +49 (0511) 62 61 226, Fax: +49 (05111) 62 61 511, E-Mail: hahn@velkd.de, Internet: http://www.leuenberg.net/


Quelle: Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG)

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