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EMKNI - 27.04.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Eröffnung der Dekade zur Überwindung von Gewalt

Mit einer Impulstagung in Bern hat der "Schweizerische Evangelische Kirchenbund" (SEK) am 26. April 01 die Dekade zur Überwindung von Gewalt eröffnet.
Bei der Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirchen 1998 hatten sich die Kirchen verpflichtet, eine Pilgerreise zu unternehmen, auf der sie zu Versöhnung und Frieden beitragen wollten. Aus den Mitgliedkirchen des SEK stellten sich Verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter biblischem und reformatorischen Gedankengut und dessen Verhältnis zur Gewalt.
Prof. Walter Dietrich zeigte in 18 Thesen auf, wie die Bibel voll von Gewalterfahrung ist. Dabei muss erkannt werden, dass glaubende Menschen nicht nur Opfer von Gewalt wurden, sondern leider sehr oft auch Gewalt ausübten. Allerdings zeigt vor allem Jesus und das Neue Testament eine starke Tendenz zur Gewaltlosigkeit. Darum können von der Bibel und dem Christentum starke Impulse zur Überwindung von Gewalt ausgehen.
Synodalratspräsident Pfarrer S. Lutz zeigte in seinen Hinweisen auf reformatorische Zeugnisse auf, wie gerade bei Zwingli Gewalt durchaus ihren Platz hatte. Durch die Übernahme des Fürsorgewesens, der Bildung und des Gesundheitswesens durch den Staat setzte er aber starke Akzente, die zur Überwindung von Gewalt beitragen konnten.
Vom "Ökumenischen Rat der Kirchen" (ÖRK) in Genf zeigte Frau Diana Mavunduse, wie es zur Ausrufung dieser Dekade gekommen war. Dabei machte sie deutlich, dass nicht der ökumenische Rat den Kirchen damit ein Programm überstülpen will. Vielmehr war es eine Initiative der Kirchen, die zu dieser Pilgerreise aufrief. Darum ist es nun auch in der Verantwortung der Kirche, mit Phantasie und Mut sich den Problem der Gewalt im eignen Umfeld, im eigenen Staat und in der Welt zu stellen. Eben, aus der Botschaft von Christus wachsen viele Impulse, damit Christen und Kirchen zu deren Überwindung beitragen können.


Quelle: Martin Roth

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