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EMKNI - 30.04.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: SEK verabschieden Charta Oecumenica vorerst nicht

Die Charta Oecumenica wird vom "Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund" (SEK) vorerst nicht unterschrieben. Die Charta müsse erst einem "synodalen Rezeptionsverfahren" bei den Mitgliedkirchen des SEK unterzogen werden, heißt es in einem am 25. April veröffentlichten Brief an die "Konferenz Europäischer Kirchen" (KEK). Man stehe am Beginn des Annahmeverfahrens der Charta, erklärte der Leiter der Abteilung Kirche und Ökumene beim SEK, Pierre Vonaesch, auf Anfrage.
Die Charta Oecumenica wurde am Sonntag in Strassburg durch den Präsidenten der KEK, Metroplit Jéremie, und den Präsidenten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Vlk, unterzeichnet. Gegen dieses Vorgehen opponiert der SEK. Es entspreche der "reformatorischer Tradition, einen solch gewichtigen und folgenreichen Text einem synodalen Rezeptionsverfahren zu unterziehen", schreibt der SEK in einem vom 18. April datierten, aber erst am Mittwoch veröffentlichten Brief an den KEK-Zentralausschuss.
Der SEK habe den "Beschluss von Porto" begrüßt, wonach nicht der Text der Charta selbst, sondern ein Begleitbrief oder eine Präambel dazu von den beiden Präsidenten der KEK und des CCEE unterschrieben werden solle. Dieser "weise Entschluss" habe die Mitgliedkirchen auf einen Weg des Zusammenwachsens eingeladen, "ohne sie vor ein fait accompli zu stellen", heißt es weiter. Die Charta Oecumenica sollte ihre Stärke nicht nur durch eine sorgfältige Vorbereitung, sondern auch durch eine gut geleitete Rezeptionsarbeit in den Kirchen und Gemeinden erhalten.
Der Entstehungsprozess, welcher dem vorliegenden Text vorangegangen sei, entspreche nun aber nicht den Erwartungen des SEK. In der Präambel werde von einem offenen Rezeptionsverfahren gesprochen. Die vorliegende Fassung der Charta habe aber von den SEK-Mitgliedkirchen nicht "entgegengenommen, diskutiert und allenfalls korrigiert werden" können.
"Gerade weil wir die Charta Oecumenica ernst nehmen wollen, gerade weil wir wissen, worauf wir uns in unseren synodalen Strukturen einlassen, wenn wir zum Rezeptionsprozess der Charta Oecumenica ja sagen, gerade deshalb werden wir die Präambel mit Freuden mittragen und unterschreiben, nicht aber den ganzen Text der Charta, den wir vor unserer Unterschrift zuerst in unseren Kirchen gründlich studieren und rezipieren wollen", so der SEK. "Als Bund reformierter Kirchen können wir einen so grundlegenden Text erst dann unterschreiben, wenn unsere Synoden Gelegenheit erhalten haben, sich dazu zu äußern". Der SEK zählt 23 Mitgliedkirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK).


Quelle: kipa

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