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EMKNI - 09.08.2001   Zurück zur Übersicht

England: 18. Methodistische Weltkonferenz in Brighton

World Methodist Conference LogoIn Brighton fand vom 25. bis 31. Juli 2001 der 18. Methodistische Weltkonferenz unter dem Motto "Jesus - Gottes Weg der Erlösung" statt. An der Veranstaltung im südenglischen Küstenort nahmen fast 4000 Delegierte und Besucher aus über 130 Nationen und 74 methodistischen Kirchen teil.
Erstmals seit 25 Jahren war es, nach Honolulu, Nairobi, Singapur und Rio de Janeiro, wieder eine europäische Stadt Schauplatz des alle fünf Jahre stattfindenden Familientreffens, das vom Methodistischen Weltrat veranstaltet wird. Miteinander zu lernen und sich näher zu kommen, ist das Hauptanliegen der Weltkonferenzen, die ansonsten kaum Beschluss fassenden Charakter haben. Die eigentliche Konferenzarbeit leisteten vorab und nebenher die 500 Mitglieder des Methodistischen Weltrates.
Zum Familientreffen gehört der Austausch über das gegenseitige Ergehen der Familienmitglieder. So konnten positive Eindrücke aus North Carolina (USA) geschildert werden, wo eine grössere Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern in einem Bibelkurs ausgebildet wurden, die diesen jetzt in 100 Gefängnissen der Region anbieten. Auf der Inselgruppe Fidschi spielt die methodistische Kirche eine aktive Rolle bei der Zusammenführung unterschiedlicher politischer Fraktionen und religiöser Gruppen. Ähnliches gilt für das nordirische Belfast. In einem mit der methodistischen Kirche verbundenen College werden hier viele theologische Fächer von einer gleichen Anzahl protestantischer und katholischer Dozenten unterrichtet.
Schlechte Nachrichten kamen hingegen aus Sri Lanka. Ein Teil der Delegation konnte wegen der jüngsten Unruhen am Flughafen von Colombo nicht die Reise nach England antreten. In der Vereinigten Kirche von Kanada ist man zur Zeit bemüht, ein Stück eigener Kirchengeschichte aufzuarbeiten. Viele Indianer hätten dort durch die Einrichtung von christlichen Schulen ihre Sprache, Kultur und damit auch Zukunftsperspektiven verloren. "Wir bemühen uns um Bekenntnis, Busse und hoffentlich auch Versöhnung," berichtete eine kanadische Delegierte. Die Sorge um die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich prägte viele Berichte aus der ganzen Welt.
Der methodistische Weltrat sieht angesichts all dessen seine Aufgabe nicht nur in der Bewahrung eines gemeinsamen wesleyanischen Erbes. Vielmehr wird in diesem eine Verpflichtung gesehen, gemeinsam nach vorne zu gehen und zu handeln. Dies tut der Weltrat unter anderem in Form seiner Komitees für Soziale und Internationale Beziehungen oder für Weltevangelisation.
Ein besonderes Geschenk des Komitees für Weltevangelisation erhielt Bischof Ricardo Pereira Diaz aus Kuba für seine Kirche. Ihm wurde ein Scheck über 14.375 US-Dollar zur Anschaffung von 125 Fahrrädern für kubanische Pastoren überreicht. "Fahrräder sind in Kuba unser wichtigstes Transportmittel," sagte Pereira Diaz. In der kubanischen Kirche hat sich die Mitgliederzahl in den vergangenen fünf Jahren auf 16.000 verdoppelt.
Die Spendenaktion verdeutlicht die gegenseitige Verbundenheit der Kirchen im methodistischen Weltrat, die manche auch zu unkonventionellen Aktionen veranlasst. So versprach ein Pastor in Texas seiner Gemeinde, ein Schwein zu küssen, wenn sie für Kuba mindestens 800 Dollar zusammenbekämen. Es wurden 1100 Dollar und der Pastor küsste die Sau.
Als ein Organ, hinter dem X Millionen Methodisten in aller Welt stehen, ist der Methodistische Weltrat wie wenige andere Institutionen in der Lage, bei politischen Konflikten, wie etwa in Palästina oder früher auch bei der Apartheid in Südafrika, vermittelnd tätig zu werden. So hält der Weltrat ein Verbindungsbüro in Genf, dem Sitz des Ökumenischen Weltrates und vieler Einrichtungen der Vereinten Nationen. Zu den Trägern eines vom Methodistischen Weltrat verliehenen Friedenspreises gehören Jimmy Carter, Michail Gorbatschow, Koofi Annan oder auch Bärbel Bohley.
Weitere Informationen über den Weltkongress im Internet unter http://www.umns.umc.org/wmc/.


Quelle: EMK Deutschland / Matthias Walter

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