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EMKNI - 14.08.2001   Zurück zur Übersicht

USA: EMK begrüßt Bushs Entscheid über die embryonale Stammzellenforschung

US-Präsident George W. Bush hat sich für die Forschung an embryonalen Stammzellen ausgesprochen. Entsprechende Vorhaben dürften in eingeschränktem Masse mit staatlichen Geldern gefördert werden, sagte Bush am Donnerstag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache von seiner Ranch im texanischen Crawford. "Ich habe diesen Beschluss mit großer Sorgfalt getroffen, und ich bete, dass es der richtige ist," unterstrich Bush. Allerdings dürften nur Experimente mit bereits bestehenden Zelllinien finanziert werden.
Bush kündigte die Einsetzung eines wissenschaftlichen Beratergremiums an, das die Entwicklung verfolgen soll. Von der embryonalen Stammzellenforschung, in deren Verlauf die Embryonen getötet werden, erhoffen sich Wissenschaftler neue Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson. Patienten- und Ärzteverbände plädieren für die Erforschung des Stammzellen-Einsatzes in der Medizin. Die katholische Kirche lehnt diese aus ethischen Gründen ab. So hatte Papst Johannes Paul II. Bush noch vor wenigen Wochen aufgefordert, sich gegen die Stammzellenforschung auszusprechen.
Jim Winkler, Präsident des "United Methodist Board of Church and Society" (UMCS), einer Kommission der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), begrüßte in einer Verlautbarung am 10. August diesen Entscheid des US-Präsidenten als eine Möglichkeit, "das Potential der Embryonen-Stammzellenforschung auszuschöpfen, ohne (weitere) menschliche Embryonen zu zerstören."
Das UMCS unterstützt laut Winker das Versprechen von Georg W. Bush, die nichtembrionale Stammzellenforschung mit 250 Millionen Dollar zu unterstützen, sowie die Einsetzung des wissenschaftlichen Beratergremiums unter der Leitung von Dr. Leon Kass, einem Experten für biomedizinische Ethik an der Universität von Chicago.
Die EMK hat keine festgeschriebene Position zur Stammzellenforschung. Jedoch hat sie sich gegen das Klonen von menschlichen Embryonen ausgesprochen sowie gegen das Erzeugen von überzähligen Embryonen. Weiter beobachtet die Kirche mit Sorge die kommerzielle Seite der Gentechnologie.
Im Oktober wird das UMCS eine "United Methodist Bioethics Task Force" einsetzen, welche bereits an ihrer ersten Sitzung auch über die Stammzellenforschung beraten wird.
Während auch andere Kirchen, Wissenschaftler und Politiker die Entscheidung Bushs würdigten, lehnten katholische Organisationen sie durchwegs ab. Der Präsident der US-amerikanischen katholischen Bischofskonferenz, Bischof Joseph A. Fiorenza, nannte Bushs Entscheidung "moralisch unannehmbar". Zum ersten Mal in der Geschichte der USA unterstütze der Staat Projekte, "die auf der Zerstörung von wehrlosen Menschen zum Zwecke der Heilung von anderen basieren".


Quelle: Kipa, United Methodist News Service (UMNS) und EMKNI

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