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EMKNI - 16.08.2001   Zurück zur Übersicht

Bolivien: Die Methodistenkirche hofft und wirkt weiter nach dem Rücktritt von Staatspräsident Banzer

"Präsident Banzer tritt zurück." Auf diese Schlagzeile der vergangenen Tage haben viele Bolivianerinnen und Bolivianer seit Jahren gewartet. Doch nicht Streiks und Proteste haben den bolivianischen Staatspräsidenten zum Rücktritt veranlasst, sondern sein Krebsleiden. Auch vor einem Monat, als Barbara Oppliger und der Missionssekretär der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Andreas Stämpfli, die Partnerkirche in Bolivien besuchten, gab es Straßenblockaden und Demonstrationen. Verschiedenste Gruppen, Minenarbeiter, pensionierte Lehrer, Koka-Pflanzer und Kleinbauern protestierten aus verschiedensten Gründen. Doch auf die Unruhen mit sozialpolitischem Hintergrund reagierte Banzer wie immer: Ausnahmezustand, Truppenaufgebot, Verhaftungen. Es trauert ihm heute niemand nach.
Die bolivianische Methodistenkirche engagiert sich seit Jahren für die geschundene Bevölkerung. Sie betreibt viele sozial-diakonische Projekte, von denen verschiedene durch die EMK Schweiz mitfinanziert werden.
Die Gemeinde Machaq Marka konnte im letzten Jahr den Innenausbau des Gottesdienstraumes abschließen und zwei neue Räume sowie die Küche ihres Kinderzentrums beziehen. Täglich werden hier bis zu vierzig Kinder aus der Umgebung betreut.
Die Gemeinde Espiritu Santo in La Paz konnte dank einer Sammlung in der EMK Schweiz/Frankreich endlich eine neue Liegenschaft erwerben, die sich besser als die bisherige für die Arbeit mit der Quartierbevölkerung eignet. Am 1. Juli 2001 wurde der erste Gottesdienst auf dem neuen Grundstück abgehalten. Es sind allerdings noch Umbau- und Renaovationsarbeiten nötig.
Der Ausbau des Frauenzentrums in Eukalyptus, auf dem Altiplano, konnte im letzten Jahr nicht wie vorgesehen realisiert werden. Beim Besuch von Stämpfli und Oppliger konnten sie sich aber von der bisherigen Arbeit und den weiteren Ausbauplänen ein Bild machen. Hier sollen in nächster Zukunft die Frauen der Kleinbauern Kunsthandwerk erlernen, um mit entsprechenden Arbeiten einen Zusatzverdienst erzielen zu können.
Das wichtigste Projekt des Frauendienstes ist aber nach wie vor die Ausbildung von sogenannten Promotoras. Diese werden ausgebildet, um in ihren Heimatdörfern andere Frauen bei Aufgaben des täglichen Lebens anzulernen und zu unterstützen.
Die Methodistenkirche in Bolivien leidet unter dem Umstand, dass alle zwei Jahre die gesamte Führung ausgewechselt wird, inkl. den Leiterinnen des Frauendienstes, den Direktoren der diakonischen Werke, der Kassiere und des Zentralverwalters. Bischof Carlos Intipampa und der Kirchenvorstand sind seit dem letzten Dezember im Amt. Die neuen Leute genießen großes Vertrauen und es besteht die Hoffnung, dass die von Krisen geschüttelte Kirche ihre finanziellen und administrativen Probleme in absehbarer Zeit bewältigen kann.


Quelle: Andreas Stämpfli

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