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EMKNI - 20.08.2001   Zurück zur Übersicht

Afrika: Generalsekretär des ÖRK reist ins südliche Afrika

Zu den wichtigsten Anliegen einer Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), die vom 14. - 27. August unter Leitung des Generalsekretärs Pfr. Dr. Konrad Raiser nach Südafrika, Namibia, Botsuana und Simbabwe reisen wird, gehören HIV/AIDS, die Überwindung von Gewalt und gerechte Landverteilung.
In Südafrika wird Raiser am 14. August beim Eröffnungsgottesdienst der alle drei Jahre stattfindenden Nationalkonferenz des Südafrikanischen Kirchenrates (SACC) predigen und am 15. August das Hauptreferat bei der Konferenz halten. Der SACC wird Dr. Molefe Tsele als neuen Generalsekretär in sein Amt einführen, der bereits als Interimsgeneralsekretär fungiert hat.
Als Schwerpunktthemen möchte die Delegation bei den Begegnungen mit kirchlichen und ökumenischen führenden Persönlichkeiten unter anderem die Rolle der Kirche im Blick auf die Problematik der HIV/AIDS-Pandemie, auf Arbeitslosigkeit, kriminelle und Jugendgewalt sowie auf den gerechten Zugang zum Land und auf den Grundbesitz erörtern. Ende August wird in Durban die Weltkonferenz der Vereinten Nationen gegen Rassismus eröffnet; deshalb möchte Raiser auch erfahren, wie die kirchliche und staatliche Führung die Auswirkungen dieser Konferenz auf Südafrika einschätzt, und insbesondere ihre Besorgnisse hören, ob es überhaupt gelingen kann, die wichtigsten Probleme des heutigen Rassismus bei dieser Konferenz zur Sprache zu bringen.
Zum Programm der Delegation gehören auch ein Besuch in Soweto und Begegnungen mit den sozialen Bewegungen am Ort und mit afrikanischen Theologen der Universitäten von Südafrika und Pretoria.
Achtundsechzig Prozent der 43,5 Millionen zählenden Bevölkerung des Landes sind Christen. Naturreligionen gehören 28,5 Prozent, dem Islam 2 Prozent und dem Hinduismus 1,5 Prozent an.

Am 17. August wird die Delegation in Windhoek, Namibia, eintreffen und dort mit kirchlichen führenden Persönlichkeiten aus Namibia und Angola sowie mit dem Kirchenrat von Namibia zusammenkommen.
HIV/AIDS und die Landverteilung sind auch in Namibia kritische Probleme und werden von den Kirchen dort entsprechend als solche behandelt. Namibia ist zurzeit das Land mit dem zweithöchsten Prozentsatz an HIV-Infizierten.
Anschließend wird die Delegation nach Rundu reisen, um dort Flüchtlingslager und die Opfer von Landminen zu besuchen; sie wird auch mit kirchlichen Führungspersönlichkeiten aus Angola zusammentreffen. Unter Hinweis darauf, dass die Gemeinschaft der Kirchenräte im Südlichen Afrika (FOCCISA) dem Frieden in Angola höchste Priorität einräumt, hält Raiser "den Frieden in Angola nicht nur für ein nationales Problem, sondern für ein Problem der gesamten Subregion."
Die Delegation wird am 22. August mit dem namibischen Präsidenten Sam Nujoma zusammentreffen. Namibia hat insgesamt 1,8 Millionen Einwohner, von denen 80-90 Prozent Christen, zumeist Lutheraner, sind, 10-20 Prozent hängen Naturreligionen an. Neunzig Prozent der christlichen Bevölkerung gehören zu Mitgliedskirchen des Kirchenrates von Namibia.

Vom 22. bis 26. August wird sich die Delegation schwerpunktmässig mit den Problemen der Friedensschaffung und der Seelsorge für die Opfer von Gewalt und HIV/AIDS in Botsuana befassen. Es sind Zusammenkünfte mit der Führung und mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Christenrates von Botsuana und kirchlicher und religiöser Organisationen sowie Gespräche mit Theologie-Dozenten und -studenten geplant. Auf dem Programm stehen ferner ein Treffen mit der Mütterunion und Besuche in Zentren für die häusliche Betreuung von HIV/AIDS-Waisen und Straßenkindern.
Für den 24. August ist eine Begegnung mit Präsident Festus Mogoe vorgesehen. Ein Besuch bei dem ehemaligen Präsidenten Ketumile Masire findet voraussichtlich am 23. August statt, sofern seine Verpflichtungen im Bemühen um einen Dialog in der Demokratischen Republik Kongo dies zulassen. Raiser weist darauf hin, dass die Regierung von Botsuana nach Kräften bemüht ist, sich der HIV/AIDS-Problematik und der Straßenkinder anzunehmen, merkt jedoch zugleich an, dass die Kirchen von Botsuana größere Aufmerksamkeit für die San-Ureinwohner anmahnen, die seit langem in der botsuanischen Gesellschaft eine Randgruppe darstellen. Der Christenrat von Botsuana engagiert sich ferner tatkräftig in der Friedensinitiative der FOCCISA für Angola.
Die Hälfte der 1,6 Millionen Botsuaner sind Christen. Fünfzig Prozent hängen Naturreligionen an.

Am Ende ihrer Reise wird die Delegation einen Tag in Harare, Simbabwe, weilen. Sie wird mit kirchlichen und ökumenischen führenden Persönlichkeiten, darunter auch mit der Führungsspitze des Kirchenrates von Simbabwe (ZCC) zusammentreffen. Ferner ist ein Treffen mit Regierungsvertretern geplant. Der Delegation liegt vor allem daran, sich von den Kirchen über den derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen Kirche und Staat, über den Zugang zu Grund und Boden und zum Landbesitz sowie über die wirtschaftliche Lage informieren zu lassen und die Möglichkeiten kirchlichen Engagements bei der Beobachtung der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zu sondieren.
In einem Brief vom 2. August an Bischof Ambrose Moyo, den Präsidenten des Kirchenrates von Simbabwe (ZCC), dankte Raiser dem ZCC für ein Kommuniqué, das kürzlich von den Verantwortlichen der Denominationen herausgegeben worden ist, und würdigte vor allem das Engagement des Rates, "in ihrem Leben und Gottesdienst auch weiterhin Zeugnis abzulegen, um der Flut der Gewalt entgegenzutreten, den Frieden zu fördern, sich ohne Ansehen der Person für die Opfer von Ungerechtigkeit einzusetzen und an dem Dialog mit allen, die für die Politik des Landes Verantwortung tragen, festzuhalten, um den Wertvorstellungen von demokratischer Regierung zum Durchbruch zu verhelfen."
Fünfundsiebzig Prozent der 11,3 Millionen Einwohner Simbabwes sind Christen. Vierundzwanzig Prozent sind Anhänger von Naturreligionen, und das verbleibende Prozent sind Muslime oder Angehörige anderer Religionen.

Der ÖRK hat in der Region 16 Mitgliedskirchen: Kirche der Provinz des südlichen Afrika, Rat der in Afrika entstandenen Kirchen, Evangelisch-Lutherische Kirche in Namibia, Evangelisch-Lutherische Kirche im südlichen Afrika, Evangelisch-Lutherische Kirche in Simbabwe, Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Namibia, Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Südafrika, Methodistische Kirche in Simbabwe, Methodistische Kirche des südlichen Afrika, Brüder-Unität im südlichen Afrika, Presbyterianische Kirche von Afrika, Reformierte Kirche in Simbabwe, Vereinigte Kirche Christi in Simbabwe, Vereinigte Kongregationalistische Kirche des südlichen Afrika, sich vereinigende Presbyterianische Kirche im südlichen Afrika und sich vereinigende Reformierte Kirche im südlichen Afrika.


Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen

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