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EMKNI - 28.08.2001   Zurück zur Übersicht

Vatikan: Verständigung in Fragen der Rechtfertigungslehre auch mit anderen christlichen Weltgemeinschaften erwünscht

Der ökumenische Dialogprozess mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) soll noch in diesem Jahr auf weitere christliche Weltgemeinschaften ausgeweitet werden. Das kündigte Matthias Türk vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen in Rom an. Nach einer Meldung von Radio Vatikan soll eine eigens dafür eingesetzte Expertengruppe überprüfen, inwieweit auch der Reformierte Weltbund (RWB) und der Weltrat der Methodisten (WMC) die "Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre" (GER) unterzeichnen könnten.
Nach rund 30jährigen theologischen Gesprächen bestätigten am 30. Oktober 1999 in Augsburg hohe Vertreter des Lutherischen Weltbund und der römisch-katholischen Kirche mit der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" einen "Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre". Danach werden Menschen allein aufgrund der Gnade Gottes und allein im Glauben an Gott, nicht aber aufgrund ihrer Leistungen ("unabhängig von Werken") von Gott angenommen ("gerechtfertigt"). Zugleich stellten LWB und römisch-katholische Kirche fest, dass die in der "Gemeinsamen Erklärung" aufgezeigte Lehre von den gegenseitigen Verwerfungen beider Kirchen im 16. Jahrhundert nicht getroffen werde. Beide Kirchen verpflichteten sich zu weiteren Schritten des Dialogs, um "zu voller Kirchengemeinschaft" im Sinne einer "Einheit in Verschiedenheit" zu gelangen.
Die Unterschriften wurden dabei nicht unter die "Gemeinsame Erklärung" selbst, sondern unter den Zusatztext "Gemeinsame Offizielle Feststellung" (GEF) sowie einen Anhang (Annex) gesetzt. Mit dem zusätzlichen Text sollen Konfliktpunkte, die einer Unterzeichnung bislang im Wege standen, ausgeräumt werden. Wörtlich heißt es: "Durch diesen Akt der Unterzeichnung bestätigen die Katholische Kirche und der Lutherische Weltbund die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre in ihrer Gesamtheit."
Die Frage der Sündenvergebung durch Gott war Hauptursache für die Reformation und Spaltung der Kirche vor fast 500 Jahren.


Quelle: Adventistischer Pressedienst (APD)

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