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EMKNI - 28.08.2001   Zurück zur Übersicht

Südafrika: "Schluss mit Rassismus" lautet das Motto der ökumenischen Delegation auf der Weltkonferenz gegen Rassismus

Die Weltkonferenz gegen Rassismus wird auch von einer Delegation des Ökumenischen Rats der Kirchen besucht.Bei der Eröffnung der UN-Weltkonferenz gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängende Intoleranz in Durban, Südafrika, ist unter den mehreren tausend Vertretern und Vertreterinnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auch eine große ökumenische Delegation unter der Schirmherrschaft des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vertreten, die diese seit langem erwartete Versammlung mit verfolgt.
Das Programm des NGO-Forums läuft bereits seit dem 26. August und dauert bis zum 1. September, während die Konferenz der Regierungen vom 31. August bis 7. September stattfindet. Da die NGOs nur begrenzten Zugang zu dieser Konferenz haben werden, wird nur eine kleinere ökumenische Delegation nach dem 1. September in Durban bleiben, um an der Konferenz teilzunehmen und Lobbyarbeit bei den Regierungsvertretern und -vertreterinnen zur Erklärung und zum Aktionsplan der Konferenz zu leisten.
Laut Marilia Schüller, der ÖRK-Referentin für die Bekämpfung des Rassismus, konzentriert sich die ökumenische Delegation auf Fragen, die im Zusammenhang mit der laufenden Arbeit des ÖRK zur Lage indigener Völker und der Dalits und zur dreifachen Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Rasse und Klassenzugehörigkeit stehen.
"Weißer Rassismus" gegenüber Afrikanern und Afrikanerinnen sowie Menschen afrikanischer Abstammung ist ein weiteres Thema, dem die Delegation große Aufmerksamkeit schenkt. Schüller weist darauf hin, dass eine Reihe von NGOs sich bei der Vorbereitung der Konferenz dafür eingesetzt haben, dass die Weltkonferenz gegen Rassismus (WCAR) Sklaverei und Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschheit anerkennt. Die Regierungen, so Schüller, stünden einer Aufnahme dieser Themen in die Tagesordnung der Konferenz mit Zurückhaltung gegenüber, da sie Wiedergutmachungs- und Entschädigungsforderungen befürchten. "Der ÖRK erkennt den Ruf der Afrikaner und Afrikanerinnen sowie Menschen afrikanischer Abstammung nach Gerechtigkeit und Beendigung der Ungleichbehandlung an, die eine Folgeerscheinung der Sklaverei ist", so Schüller. "Die Probleme des Rassismus, denen Menschen heute ausgesetzt sind, stehen in Zusammenhang mit Entwicklungen in der Vergangenheit. Gleichzeitig wollen wir jedoch nicht, dass die WCAR wichtige Tagesordnungspunkte vernachlässigt, wie zum Beispiel die rechtlichen Aspekte bei der Vorbeugung gegen Diskriminierung und Rassismus oder die Frage der Ausbildung, der Geschichtsbücher und Lehrpläne in den Schulen, die die Sichtweisen aller Völker, die zu Leben und Entwicklung eines Landes beigetragen haben, wiedergeben müssen."
Ein anderes Thema, das der ÖRK einbringen will, betrifft die Diskriminierung der Palästinenser aufgrund ihrer Abstammung und Staatsangehörigkeit. Schüller weist darauf hin, dass der ÖRK den israelisch-palästinensischen Konflikt schon seit langem über sein Team für internationale Beziehungen verfolgt, aber dass er die Sache des palästinensischen Volkes zum ersten Mal als Problem der Rassendiskriminierung sieht.
Als Vorbereitung auf die WCAR hat der ÖRK regionale Tagungen in Lateinamerika und dem spanischsprachigen karibischen Raum, in Nordamerika, Asien und dem Pazifik abgehalten. Zwei weitere regionale Tagungen sowie eine internationale Tagung über Geschlechtszugehörigkeit und Rassismus fanden in Afrika statt. Darüber hinaus haben ökumenische Delegationen an der Mehrzahl der Sachverständigentagungen und an allen Vorbereitungstagungen für die WCAR teilgenommen.
Schüller gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Konferenz "zu einer neuen Selbstverpflichtung der Regierungen führen wird, das in Durban verabschiedete Aktionsprogramm umzusetzen", und dass es sich dabei "nicht um eine bürokratische, sondern um eine ethische Selbstverpflichtung handelt, um eine Position, bei der es um die Lebensqualität der Menschen geht."
Auch ein Methodist ist unter der Delegation des ÖRK zu finden. Es ist der südafrikanische Bischof Mvomelwano Dandala von der Methodistenkirche des südlichen Afrikas.
Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Weltkonferenz gegen Rassismus unter http://www.unhchr.ch/html/racism/index.htm und beim ÖRK unter http://www.wcc-coe.org/wcc/what/jpc/wcar-index-g.html.


Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen

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