Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 30.08.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Sechs Bischöfe feiern gemeinsam das Jubiläum von Konstantin

Bischof Konstantin, geistliches Oberhaupt der Serbisch-orthodoxen Diözese MitteleuropaSeit zehn Jahren ist Bischof Konstantin geistliches Oberhaupt der Serbisch-orthodoxen Diözese Mitteleuropa. Sein Jubiläum feierte er nun mit einem Dankgottesdienst in seiner Kirche in Himmelsthür bei Hildesheim. Zahlreiche kirchliche und weltliche Würdenträger nahmen daran teil.
Das gibt es selbst in Hildesheim nicht alle Tage: Fünf Bischöfe hatten sich in der mit weißen und roten Lilien geschmückten Klosterkirche versammelt, um ihrem christlichen Mitbruder Bischof Konstantin zu dessen Jubiläum die Ehre zu erweisen: Für die Römisch-katholische Kirche war Bischof Dr. Josef Homeyer gekommen, die Evangelische Kirche in Deutschland vertrat Auslandsbischof Dr. Rolf Koppe, die Evangelisch-methodistische Kirche Bischof Dr. Walter Klaiber, der zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland ist. Aus Kanada angereist war der Bruder Bischof Konstantins, der Serbisch-orthodoxe Bischof Georgije, aus Berlin der Russisch-orthodoxe Bischof Feofan.
Werden die Gottesdienste in der Serbisch-orthodoxen Kirche für gewöhnlich im Stehen gehalten, waren für die Vertreter der Bruderkirchen und die weltlichen Gäste eigens Stühle aufgestellt worden. An dem Altar, der durch die Ikonostase, eine dreitürige Bilderwand, vom Kirchenschiff getrennt ist, zelebrierte der Bischof gemeinsam mit Erzpriester Milan Pejic einen Dankgottesdienst. Er feierte nicht nur sein persönliches Jubiläum, sondern auch das Fest Mariä Himmelfahrt, das nach dem Julianischen Kalender auf genau diesen Tag fiel. Die goldene Bischofsmütze, der blauviolette Umhang (Mandia) über dem roten Bischofsgewand (Omoforum) machten auch für Gottesdienstbesucher anderer Konfessionen die außergewöhnlich festliche Atmosphäre deutlich.
Im Anschluss nahm Bischof Konstantin in seinem Bischofsstuhl sitzend die Glückwünsche der Bischöfe der christlichen Bruderkirchen entgegen. Bischof Homeyer rief zu einem Brückenbau zwischen der Ost- und der Westkirche auf. Er warnte vor Theologen, die mit "grämlichen Gesichtern" die jeweils andere Kirche betrachteten. Fürchteten die einen die Verweltlichung im Westen, sähen die anderen in den starren Strukturen der Ostkirche die Entfremdung von der Not der Menschen. Homeyer rief auf, Europa gemeinsam zu gestalten. Die Durchsetzung der universalen Menschenrechte wurzele schließlich im christlichen Glauben - im westlichen wie im östlichen gleichermaßen.
Bischof Koppe hob die freundschaftliche Verbundenheit zwischen beiden Kirchen hervor. Koppe wird in Kürze bei einem Besuch in Belgrad auch mit dem Oberhaupt der Serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, zusammentreffen. Bischof Klaiber würdigte die "intensive seelsorgerische Arbeit" Konstantins für seine Landsleute und "sein klares ökumenisches Engagement". Der Bischof habe an der kirchlichen Zusammenarbeit auch in Zeiten festgehalten, in denen es in Serbien aufgrund der politischen Lage in der öffentlichen Diskussion zu Spannungen gekommen sei.
Im Balkankrieg und in der Kosovo-Krise war die Serbisch-orthodoxe Kirche vom Westen auch für die politischen und militärischen Entscheidungen in Jugoslawien mitverantwortlich gemacht worden und in die Kritik geraten. Bischof Konstantin hob jedoch hervor, dass er seinerzeit und stets "Feindlichkeit und Aggression" als Mittel zur Durchsetzung nationaler Interessen verurteilt habe. Er hoffe auf Gottes Gnade, dass das nächste Jahrzehnt ein friedensreiches sein werde.
Er dankte nicht nur seinem Vorgänger und seinen Mitarbeitern, die ihn in diesen zehn Jahren begleitet haben, sondern auch den Nachbarkirchen, die ihn mit offenen Armen empfangen hätten. "Ich hoffe, dass Orthodoxie kein Fremdwort ist, sondern als Ausdruck für Integration verstanden wird."


Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"