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EMKNI - 05.12.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Wie die Kirchen sich auf die Expo.02 vorbereiten

Die Spatenstiche für kirchlichen Projekte an der Landesausstellung Expo.02 sind gemacht. An der Delegiertenversammlung des kirchlichen Trägervereins ESE.02 am 20. November in Murten ist über den Stand der Arbeiten informiert worden. Ebenso über die Finanzierung des Projekts "Un ange passe" und jener der kirchlichen "Events" zu Pfingsten und Bettag, die alle gesichert erscheinen, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist.
Während der mächtige Monolith des Pariser Stararchitekten Jean Nouvel im Hintergrund an Höhe gewinnt, fertigen die Handwerker die sieben kleinen "cabanes" ( "Hütten") des Projektes "Un ange passe" ("Ein Engel geht vorüber" an, welche demnächst entlang des Murtensees aufgebaut werden. Sie beherbergen während der Expo.02 "Räume des Glaubens", Orte, in denen Künstler mit ihren Arbeiten Fragen und Antworten zu großen Themen des Lebens und des Glaubens geben.
Eine "Naturalleistung" zum Projekt "Un ange passe" bieten die Schweizer Kirchen, indem sie rund 300 freiwillige Helferinnen und Helfer zur Verfügung stellen wollen: 14 Personen pro Woche sollen um die Räume des Glaubens präsent sein und den Besucherinnen und Besuchern für Gespräche zur Verfügung stehen. Rund 150 Freiwillige, überwiegend Senioren, hätten sich bereits gemeldet, wurde an der Delegiertenversammlung mitgeteilt.
Gesucht würden jetzt hauptsächlich jüngere Personen, die zu einem Einsatz von mindestens sieben Tagen gegen Kost und Logis bereit seien. Koordiniert werden die Volontäre durch die Pfarrerin Bettina Aebi, die dafür von "Un ange passe" angestellt worden ist.
Sie wird auch während der Ausstellungszeit als Begleiterin des Projektes wirken. In der französischen Kirche Murtens wird ein Informationszentrum eingerichtet, bei dem die Besuchenden Auskünfte erhalten und Gruppen Führungen durch die Ausstellung anmelden können.
Der Verein "Schweizer Kirchen an der Expo" (ESE.02) hatte beschlossen, das Projekt "Un ange passe" mit einer Million Franken zu unterstützen. Für die restlichen 3.5 Millionen, die das Projekt erfordert, werden von der Expo.02 noch Sponsoren gesucht.
Die Durchführung von "Un ange passe" wurde von der Expo-Generaldirektion garantiert. Im weiteren finanzieren die Kirchen ihre beiden Anlässe an Pfingsten und Bettag selber. Dafür sei ein Kostendach von ebenfalls 1 Million vereinbart worden, heißt es in der Medienmiteilung.
Denn die Schweizer Kirchen nutzen die zwei hohen Feiertage Ostern und Pfingsten, die in die Zeit der Landesausstellung fallen, um den Besuchern besondere "Events" zu bieten. Vier Tage nach Eröffnung, also am ersten Sonntag der Expo.02, werden etwa 120 Chöre, Musikgruppen und Mimen durch die vier Arteplages ziehen.
Sie repräsentieren die bunte Vielfalt musikalischer Traditionen in den Kirchen: Bach, Gospel, Posaunen, liturgische Musik, Jodlermesse.
Eine Jury hat die gegen 200 Bewerbungen von Formationen aus der ganzen Schweiz ausgewertet und die geeigneten Interpreten und Werke aussondiert. Weiterhin offen ist die Jury für ganz besondere Formationen, die etwas aus dem Rahmen fallen.
"Menschen hinterlassen Spuren" heißt das Thema am 15. September, am Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag.
Zu diesem Anlass sollen die verborgenen Taten, Akte der Nächstenliebe und der Solidarität von Menschen in unserem Land dargestellt werden.
Der Event sieht vor, dass berühmte Leute unserer Zeit Menschen begegnen, die nicht so im Rampenlicht stehen, die aber im sozialen Bereich etwas Bewundernswertes erreicht haben. Die Expo-Besuchenden sollen auch herausgefordert werden, zu überlegen, wo sie selbst Spuren hinterlassen haben.
ESE.02 ist ein Verein der Schweizer Landes- und Freikirchen mit dem Zweck, an der Landesausstellung die Präsenz der Kirchen zu sichern und seine Mitgliedskirchen bei den Organisatoren der Expo.02 zu vertreten. Zur Mitgliedschaft haben sich praktisch alle christlichen Kirchen des Landes entschlossen.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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