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EMKNI - 02.07.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Bericht von der Tagung der Jährlichen Konferenz der süddeutschen EMK

Oben:Blick ins Plenum der Süddeutschen Jährlichen Konferenz im Konzertsaal Die Tagung der "Süddeutsche Jährliche Konferenz" (SJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) die vom 26. Juni bis 1. Juli in Villingen-Schwenningen ihre Beratungen und Feiern abhielt, war reich befrachtet und intensiv für alle Konferenzangehörigen. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Beschlüsse:

Plenumsdebatte: Neue Konferenzstrukturen
Die Konferenz diskutiert ein neues Raster, das die zeitliche und inhaltliche Straffung der Konferenztagungen zum Ziel hat. Zentraler Punkt ist die Abschaffung der bisherigen "Ordentlichen Ausschüsse". An ihrer Stelle sollen die "Ständigen Ausschüsse" – Fachgremien, die während des Konferenzjahres arbeiten – an die Konferenz berichten. Zeit gespart werden soll auch dadurch, dass ein Teil der Grußworte (Gäste anderer Konferenzen, Vertreter der Ruhestandspastoren) der Konferenz nur noch in schriftlicher Form zugeleitet wird. Längerfristig wird darüber hinaus der jährliche Wechsel von Kurz- und Langkonferenzen angestrebt.

Forderung nach mehr Verbindlichkeit
Das Gespräch über die Berichte der Superintendenten nahm Mittwochnachmittag breiten Raum ein. Superintendent Harald Rückert (Reutlinger Distrikt) und Superintendent Reiner Stahl (Nürnberger Distrikt) legten dabei einen gemeinsamen Bericht vor, der sich sehr ausführlich mit dem Thema "Herausforderung Verbindlichkeit" befasst. Ausgehend vom zunehmenden Trend der Unverbindlichkeit in unserer Gesellschaft und auch in den EMK – Gemeinden fordern sie in ihrem Bericht alle Gemeinglieder der EMK zum verbindlichen Leben "mit Gott" / "in Gemeinde und Kirche" und "in der Gesellschaft".

Zustimmung zur Konferenzvereinigung Süd / Südwest
Im Bericht von Superintendent Reinhold Braun (Stuttgarter Distrikt) ging es auch um den geplanten Zusammenschluss der beiden Jährlichen Konferenzen Süd und Südwest. Nachdem die Südwest-Konferenz (SWJK) vor einigen Wochen einer Konferenzvereinigung zugestimmt hat, verabschiedete jetzt auch die SJK mit großer Mehrheit den Beschluss: "Die SJK tritt in Gespräche mit der SWJK ein, mit dem Ziel, eine gemeinsame Konferenz zu bilden".
Die weiteren Schritte der Zusammenführung sollen durch einen gemeinsamen Ausschuss organisiert werden, in den beide Konferenzen jeweils 10 Personen entsenden.

Bericht der Jugenddelegierten
Ein Novum war der Bericht der (insgesamt sechs) Jugenddelegierten an die Süddeutsche Jährliche Konferenz. Der Jugenddelegierte Thorsten Göbel brachte ihn ins Plenum ein. Inhaltlich ging es unter anderem um die Frage nach der Integration Jugendlicher in die Gemeinden. Thorsten Göbel: "Jugendliche suchen nicht nur ,Halligalli' und ,Action', sondern zunehmend geistliche Inhalte und Erfahrungen mit Gott." Aus dem Konferenzplenum heraus wurde darauf hingewiesen, dass sich Jugendliche vor allem in solchen Gottesdiensten wohlfühlen, die Erwachsene eher ärgern. Angeregt wurde, dass bei einer der nächsten Konferenztagungen ein Gottesdienst von Jugendlichen gestaltet und verantwortet wird.

Hilfe für Sierra Leone
Einen besonderen Gast hatte die Konferenz am Samstagnachmittag: Francis Nabieu, der Präsident der Methodistischen Kirche in Sierra Leone. Er dankte für die Unterstützung aus Deutschland in den schwierigen vergangenen Jahren des Bürgerkriegs. Nun sei Ruhe eingekehrt und vieles hätte sich zum Besseren verändert. Dennoch seien die Menschen in seiner Heimat traumatisiert. Fast alles sei zerstört. "Was uns geblieben ist, ist unser Glaube. Und wir danken Gott, dass die Kirche immer noch am Leben ist." So der methodistische Kirchenpräsident. Neue Herausforderungen sind der innere Aufbau von Menschen und der äußere Aufbau einer Infrastruktur. Dafür bat Nabieu um Hilfe aus Deutschland. "Helft uns, unsere Geschichte wieder selbst zu schreiben!", sagte er.

Verfassungsänderungen
In der Plenumssitzung am Samstag ging es unter anderem um Verfassungsänderungen der weltweiten EMK (Unitet Methodist Church) zu der die SJK ihre Meinung per schriftlicher Abstimmung deutlich machen musste. Dabei ging es unter anderem um Paragraphen, die den Status der Mitgliedschaft in der EMK verändern sollen. Zukünftig sollte es demnach zwei Arten von Mitgliedschaft geben, nämlich die "getauften Glieder" (baptised members) und "Bekennenden Glieder" (confessing members). Gegen diese Verfassungsänderung wurde viel Kritik geäußert, und deutlich gemacht, dass damit unser freikirchliches Verständnis von Mitgliedschaft in Frage gestellt würde. Erwartungsgemäß wurden diese Paragraphen auch mit großer Mehrheit abgelehnt.
Eine zweite wichtige Verfassungsänderung, wo es darum geht, dass auch Jugendliche von 12-17 Jahren Konferenzmitglieder werden sollen, wurde ebenfalls sehr kritisch beurteilt und mehrheitlich abgelehnt.

EMK und die Arbeitsgemeinschaft Soldatenseelsorge
Mit knapper Mehrheit wurde außerdem beschlossen, dass die EMK - Süd eine Mitgliedschaft bei der Arbeitsgemeinschaft Soldatenseelsorge prüfen wird.

Resolution zur "Dekade zur Überwindung von Gewalt"
Bei der Behandlung der Berichte aus den "Ordentlichen Ausschüssen" wurde unter anderem eine Resolution zur Dekade zur Überwindung von Gewalt mit folgendem Wortlaut beschlossen:
"Unser Herr Jesus Christus selbst, das Haupt der Kirche, fordert uns auf, die Strukturen der Gewalt, die immer neue Gewalt entstehen lässt, zu durchbrechen. Die Friedensstifter preist er selig, und sagt ihnen zu, Gottes Kinder zu sein. (Mt. 5,9) Wir wollen erkennen, wo wir selbst in der Kirche und in unseren Gemeinden in Spiralen von Gewalt und Gegengewalt gefangen sind und Christus bitten, uns zu befreien. Wir wollen lernen, in unseren Gemeinden Raum für Menschen zu schaffen, die unterschiedlichen Formen von Gewalt ausgesetzt sind.
Wir wollen lernen, im Sinne des Evangeliums Ungerechtigkeit nicht hinzunehmen, ohne dabei Unrecht und Gewalt mit neuer Gewalt zu beantworten. Wir wollen Gemeinden, Gruppen Initiativen Einzelne, die sich die Überwindung von Gewalt zur Aufgaben gemacht haben, nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen. Die SJK bittet alle Bezirke, Gemeinden, Werke, sowie alle Kirchenglieder und Angehörigen an diesem Prozess zu beteiligen."

Der Konferenzsonntag
Mit einem Feuerwehrauto samt Mannschaft an der Kinderkonferenz und Gottesdiensten mit Ordination ging die Tagung der SJK am gestrigen Sonntag zu Ende.

Weitere Bilder und Berichten können unter http://www.emk.de/home/text/1000/1500/1530/153a.html gefunden werden.


Quelle: EMK Deutschland

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