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EMKNI - 12.07.2001   Zurück zur Übersicht

Holland: Dritter Weltkongress für christliche Kommunikation

Nach 15 Jahren als Generalsekretär zurückgetreten: Bischof Carlos Valle von der Methodistenkirche in Argentinien.Vom 3. bis 7. Juli fand im holländischen Noordwijkerhout der Weltkongress der "World Association for Christian Communication" (WACC) statt. Über dreihundert Fachleute aus Medienunternehmen, Kirchen und Entwicklungsorganisationen kamen aus allen Erdteilen zusammen. Während vier Tagen setzten sie sich mit Beispielen der Kommunikation in Konfliktsituationen auseinander, wobei Versöhnung als verbindender Leitbegriff diente.
Für einen der Höhepunkte des Kongresses sorgte Charles Villa-Vicencio vom südafrikanischen "Institute for Justice and Reconciliation". Er berichtete von den Erfahrungen der Wahrheitskommission, die sich mit der Überwindung und Verarbeitung der Apartheid beschäftigt.
Einen bewegenden Bericht erstattete die frühere Familienministerin von Ruanda, Aloisea Inyumba, die heute in der dortigen Nationalen Einheits- und Versöhnungskommission mitwirkt. Sie schilderte die menschlichen Verheerungen, die der Genozid von 1994 in ihrem Land zurück gelassen hat.
Einen spannenden Spagat der Disziplinen macht die US-amerikanische Theologin und Informatikerin Anne Foerst. Sie führt theologische Anthropologie mit theoretischer Computerwissenschaft sowie kybernetischer Verhaltensforschung zusammen und gelangt so zu überraschenden Denkansätzen und Einblicken. Sie unterscheidet das "Menschlichsein" vom "Personsein", wobei das erste die biologische, das zweite die sozial-kommunikative Dimension des Menschen beschreibt.
Der Kongress in Holland war der dritte dieser Art, den die seit 1975 bestehende WACC veranstaltete. Er war zugleich auch der Moment der Stabübergabe an einen neuen Generalsekretär. Nach 15-jähriger Tätigkeit wurde der argentinische Methodistenpfarrer Carlos Valle in diesem Amt von seinem kanadischen reformierten Kollegen Randy Naylor abgelöst. Die WACC hat ihren Sitz in London.
Die WACC ist eine ökumenische Weltorganisation mit 800 institutionellen und persönlichen Mitgliedern in 115 Ländern. Sie unterstützt über hundert Kommunikationsprojekte in vierzig Ländern des Südens, fördert Erfahrungsaustausch und Ausbildung von Medienschaffenden und Kommunikationsfachleuten und wirkt durch Studien, Publikationen und Veranstaltungen bei Forschung und Meinungsbildung in ethisch-politischen sowie theologischen Fragen der Kommunikation mit.
Weitere Infos über die WACC unter http://www.oneworld.org/wacc/.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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