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EMKNI - 13.07.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Referendum gegen Fristenlösung zustande gekommen

Der Kampf gegen die vorliegende "radikale Form der Fristenlösung" ist vor allem eine Sache der Frauen. Dies wollten die beiden Referendumskomitees von "Ja zum Leben" und der "Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind" mit ihrer gemeinsamen Deponierung von 120'000 Unterschriften gegen das Fristenlösungsgesetz bei der Bundeskanzlei deutlich machen. Insgesamt wurden der Bundeskanzlei von vier Referendumskomitees gestern Mittwoch und heute Donnerstag 173'000 Unterschriften eingereicht. Damit ist das Referendum zustande gekommen.
Rund 67 Prozent der von der "Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind" (SHMK) gesammelten 88'000 Unterschriften stammen dabei nach eigenen Angaben von Frauen. Es seien auch die Frauen gewesen, die bereits die letzte Fristenlösungs-Vorlage zu Fall gebracht hätten, hört man dabei.
Die Fristenlösung bürde die Last der Verantwortung bei einem Schwangerschaftsabbruch auch ausschließlich den Frauen auf, kritisierte das Komitee vor dem Bundeshaus. Sowohl die Ärztinnen und Ärzte wie auch die Väter würden aus der Verantwortung entlassen.
Mit der hohen Unterschriftenzahl machen die vier Komitees – gestern Mittwoch haben die Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) und die Gesellschaft für den Schutz des ungeborenen Lebens in der Schweiz (GLS) bereits 53'000 Unterschriften deponiert – deutlich, dass mit einer starken Gegnerschaft gegen die Fristenlösung zu rechnen ist, auch wenn die vier Komitees nebst dem Kampf gegen das vorliegende Gesetz unterschiedliche Ziele verfolgen.
Laut einer Umfrage der Zeitung des Großverteilers Coop würden lediglich 24,3 Prozent der Bevölkerung die vorliegende Form der Fristenlösung unterstützen. 35,2 Prozent seien gegen Abtreibungen überhaupt und 33, 9 Prozent für ein Beratungsmodell, wie es die CVP vorschlägt. Laut der heutigen Abstimmungsagenda komme die Fristenlösungsvorlage möglicherweise zusammen mit der Initiative der "Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind" am 2. Juni 2002 zur Abstimmung.
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) hat bereits an der Jährlichen Konferenz (Synode) von 1998 Stellung genommen zur Fristenlösung. Der Grundlagentext und die Resolution finden sich unter http://www.umc-europe.org/sozialefragen/direkt/fr-fristenloesung.htm. Der "Ausschuss für Soziale Fragen" (KA24) wird voraussichtlich die Fristenlösung mittragen, aber auch Rahmenbedingungen fordern, welche die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche niedrig halten sollen (z.B. Aufklärung, Freiwillige Beratung, Mutterschaftsversicherung etc.) Die Gründe für diese Haltung hat der KA24 im Bericht unter http://www.umc-europe.org/sozialefragen/direkt/fr-jkbericht2001.htm an die Jährliche Konferenz 2001 dargelegt. So hält der KA24 ein strafrechtliches Vorgehen in dieser Sache für wenig erfolgsversprechend. Das würde viele Frauen wieder zu illegalen Abtreibungen zwingen, und damit zu einer massiven Verschlechterung ihrer Sicherheit. Trotzdem bleibt der Wille der EMK bestehen, mit allen Kräften Abtreibungen zu verhindern, dem Leben zu dienen und sich gegen das Töten einzusetzen.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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