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EMKNI - 16.07.2001   Zurück zur Übersicht

USA: Spitäler bieten eigenen Taufservice an

Im religiös konservativen Süden der USA bieten immer mehr Spitäler für schwerkranke Patienten die Möglichkeit zur Ganztaufe an. Einige Spitäler haben spezielle Becken, sogenannte Baptisterien, gebaut, die gross genug sind für das vollständige Untertauchen der Täuflinge, welche zu kirchlichen Gemeinschaften gehören, die nur diese Form der Taufe anerkennen. Andere Spitäler verwenden dazu ausgemusterte Badewannen.
"Für Patienten und deren Angehörige ist es tröstlich zu wissen, dass sie sich vor kritischen Eingriffen oder zu erwartenden, angstmachenden Komplikationen taufen lassen können," sagte Pfarrer Mark Walz, Kaplan im Pikeville Methodist Hospital. Dort wurden kürzlich zwei Baptisterien eingerichtet.
Die Taufbecken wurden laut Walz notwendig, weil viele der Patienten des Spitals nur eine Form der Taufe akzeptieren, Die Ganztaufe mit Untertauchen.
Die 76-jährige Doris Gillman gehört zu dieser Gruppe von Christen. Zu schwach zum Sprechen wurde die schwer lungenkrebskranke Frau im Pikeville Spital getauft, indem man sie auf dem Liegebett ins Wasser eintauchte. Ihr Gesicht habe nach der Taufe geleuchtet und sie habe die Hände hochgehoben, wie ein Mensch, der Gott anbetet, beschrieb Esther Gibson die Wirkung der Taufe auf ihre Mutter.
Die Taufe von schwerkranken Patienten ist eine delikate Angelegenheit, besonders wenn sie mit medizinischen Apparaten verbunden sind. Pfarrer Tommy England von der Pikeville Freewill Baptist Church ist darum dankbar, dass medizinisches Personal bei der Taufe von sehr schwachen Patienten hilft.
"Ich weiss nicht, warum viele Menschen fest davon überzeugt sind, dass sie getauft werden müssen," so Pfarrer England. "Ich habe noch keinen Patienten dazu aufgefordert."
"Wir versuchen jede Möglichkeit, um den Patienten in ihrem geistlichen Gesundungsprozess zu helfen," sagt Jim Ivey, Kaplan am Baptist Hospital East in Louisville.
Auch Joel Green, Dekan vom Asbury Theological Seminary in Wilmore begrüsst diesen Trend im Gesundheitswesen. "Er verdeutlicht, dass wir es bei Menschen mit ganzheitlichen Personen zu tun haben, und nicht nur mit einem Körper hier und einer Seele dort... So wird der Schwerpunkt auf die Heilung der ganzen Person gelegt."


Quelle: The Associated Press

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