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EMKNI - 17.07.2001   Zurück zur Übersicht

England: Frances Alguire tritt als Präsidentin des World Methodist Councils ab

Frances Werner Alguire legt nach fünf Jahren das Amt als Präsidentin im World Methodist Councils niederNachdem Frances Werner Alguire 1996 als Präsidentin des World Methodist Councils (WMC) gewählt worden war, sprach sie eine Frau in Detroit auf ihre kleine Statur an mit den Worten: "Sie sind zu klein für eine so große Aufgabe." Alguire antwortet: "Ich bin gleich groß wie John Wesley."
Diese Antwort passt zur ersten Frau in der Aufgabe der Vorsitzenden dieser internationalen methodistischen Kirchengemeinschaft. Seit der Einrichtung der Organisation im Jahr 1881 ist sie erst die zweite Laienperson in dieser Aufgabe.
Das WMC vertritt heute mehr als 34 Millionen Christen in 130 Ländern. Alguire lebt in New Buffalo im US-Bundesstaat Michigan. Am 11. Juli wurde sie 74 Jahre alt.
An der Methodistischen Weltkonferenz vom 25. bis 31. Juli in Brighton, England, wird sie ihr Präsidium niederlegen.
Höhepunkte ihrer fünfjährigen Amtszeit gab es einige. Unter ihrer Leitung wurde die Auszeichnung "Honorable Order of Jerusalem" eingeführt, mit der frühere Mitarbeiter des WMC ausgezeichnet werden. Unter den bisherigen Empfängern befindet sich auch der Schweizer Altbischof Franz Schäfer. Während ihres Präsidiums erhöhte sich die Mitarbeiterzahl. Regelmäßig durfte Alguire den World Methodist Peace Award Persönlichkeiten auf der ganzen Welt übergeben, und war gerngesehener Gast in verschiedenen ökumenischen Organisationen.
Als erfolgreiche Frau in dieser verantwortungsvollen Aufgabe konnte sie auch die Rolle und Bedeutung der Frauen in der Kirche stärken. "Ich habe meinen Leuten gesagt, dass es ein Teil meiner Mission ist, weiteren Frauen den Weg zu einer Leitungsaufgabe zu ebnen. Dazu gehören auch Frauen im Pfarramt." An einem internationalen Friedenstreffen, organisiert von der Communität von St. Egidio in Rom erhielt sie eine Standing Ovation für die Aussage: "Wenn Gott einer Frau neun Monate lang seinen Sohn zu tragen anvertraute, dann ist es nun wirklich an der Zeit, dass Frauen ihren Anteil an der Welt erhalten, ohne dass sich Männer gleich bedroht fühlen müssen."
Alguire wuchs als Farmerstochter im dünn besiedelten Zentralmichigan auf. Die ersten Schuljahre besuchte sie in einer Einzimmer-Gesamtschule.
Mit acht Jahren bekehrte sie sich während einer methodistischen Freizeit. Dem damals abgelegten Bekenntnis ist sie ihr ganzes Leben lang treu geblieben. Ihre geistliche Heimat fand sie in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK).
Im WMC war Alguire Präsidiums- und Exekutivkomiteemitglied. 1986 bis 1991 präsidierte sie die nordamerikanische Sektion des WMC. Als Krankenschwester und Beraterin an grossen Spitälern war sie gut vorbereitet auf ihre Repräsentationsaufgabe im WMC.
Aber als sie zur Leiterin des methodistischen Kirchenbundes nominiert wurde, beriet sie sich zuerst mit ihrem Ehemann Donald, mit dem sie nun schon seit 51 Jahren verheiratet ist, und ihren beiden Töchtern. Denn es gab kein Reisebudget für dieses Amt, sodass sie für die meisten Reisen selbst aufkommen musste. "Als Familie entschlossen wir uns, dieses Amt für die nächsten fünf Jahren zu unserem prioritären Wohltätigkeitsprojekt zu machen," so Alguire.
Nebst Frances Alguire wird auch der Generalsekretär des WMC Joe Hale und der WMC-Vertreter am Ökumenischen Rat der Kirchen, Ralph Young, von ihren Aufgaben zurücktreten.
Alguire durfte in den fünf Jahren Präsidentschaft unzählige Menschen in vielen Ländern kennen lernen, "ein Vorrecht," wie sie sagt. "Meine Gebetsliste ist in dieser Zeit beachtlich angewachsen."
Weitere Infos zum World Methodist Council findet man unter http://umns.umc.org/wmc/agenda.htm.


Quelle: United Methodist News Service

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