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EMKNI - 05.06.2001   Zurück zur Übersicht

Weißrussland: Umweltnetzwerk der KEK tagte im Schatten von Tschernobyl

In dem im Ostblock einst vielbekannten Wintersport- und Sommerferienort Raubitschi unweit der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist am 31. Mai 2001 nach sechstägiger Dauer die 3. Jahresvollversammlung des "Europäischen Christlichen Umweltnetzwerks" (Ecen) zu Ende gegangen. Diese ökologische Fachgruppe der "Konferenz Europäischer Kirchen" (KEK) hatte sich nach ihren ersten beiden Tagungen in Tschechien und Deutschland diesmal für Belarus entschieden, das fünfzehn Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl noch immer unter deren Folgen leidet.
Bei der abschließenden Arbeitssitzung am Donnerstag morgen wurde einhellig unterstrichen, dass die auf jeden Fall gefährliche Nutzung der Atomkraft für die Strom- und Wärmegewinnung durch eine beschleunigte Entwicklung von Alternativenergien entbehrlich gemacht werden müsse. Und zwar auch in den Reformstaaten der postkommunistischen "Zweiten" und den Entwicklungsländern der Dritten Welt. In diesem Zusammenhang hatten schon zuvor die konkreten Vorschläge des Schweizer Umwelttechnikers Markus Frei aus Zürich starke Beachtung gefunden.
Sergej Zencenko von der belarussischen Sacharov-Universität verwies vor allem auf den in Weißrussland als Spätfolge von Tschernobyl weiter um sich greifenden Schilddrüsenkrebs. Zu seiner Behandlung wird besonders aus der Schweiz Hilfe geleistet, eine größere Aufklärungs- und Forschungs-Veranstaltung dazu findet im Oktober in Minsk statt.
Die Ecen-Versammlung in Raubitschi wurde durch Pfarrer Rüdiger Noll von der KEK aus Genf geleitet, mit dem Schweizer Ökumeniker Lukas Fischer als Ehrengast und einer Delegation schweizerischer Umweltethiker und -techniker unter den über 100 Teilnehmern aus ganz Europa. Deutscher Hauptreferent war Carl Jochen Winter vom "Forum für Zukunftsenergien". Im Zentrum der Beratungen standen "Verantwortliche Energieszenarien für Europas Zukunft" sowie Fragen der Schöpfungs- und Umwelttheologie.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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