Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 07.06.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Jazz und Talk zu Beginn der Jährlichen Konferenz 2001 in Rothrist

Jörg Niederer begrüsst die Jährliche KonferenzMit jazzigen Saxophon- und Gitarrenklängen wurde die Jährliche Konferenz 2001 (JK) gestern abend in Rothrist eröffnet. „Zum ersten Mal findet meines Wissens die Konferenz hier statt“, so der ortsansässige EMK-Pfarrer und „Konferenzvater“ Jörg Niederer in seiner Begrüssungsansprache.
Felix Schönle, Vize-Gemeindeamann von Rothrist, hiess die JK herzlich willkommen. In seinem Grusswort zeigte er die Vorzüge der Ortschaft auf und meinte: „Ich bin sicher, Sie spüren hier in den nächsten Tagen Solidarität.“ Paul Jäggi, Präsident des ref. Kirchenrats im Kanton Aargau und Rolf Brennwald, Präsident der Allianzsektion der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) Olten überbrachten weitere Grussworte. „Ich erwarte, dass Gott Euch segnet und dass Ihr in Eurem Glaubenslebens wachsen könnt,“ rief Brennwald der Konferenz zu. Auch Bischof Heinrich Bolleter, Vorsitzender der Jährlichen Konferenz, hielt eine kurze Ansprache. Er erinnerte mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer daran, dass Kirche nur Kirche sein kann, wenn sie für andere da sei. „Als Kirche haben wir das Problem, dass es nicht an den guten Absichten fehlt, sondern an den konkreten Umsetzungen,“ so Bolleter. Er rief zu einem lebenswerten Leben auf. Es gehe um das Gelingen des Menschseins, um die Menschenwürde und um die Hilfe für die Schwachen. „Ich weiss, dass Gott die Jährliche Konferenz nicht schwänzen wird, weil viele um seine hilfreiche Gegenwart gegebeten haben.“ Mit diesen Worten schloss Bischof Bolleter sein Grusswort.
Unter der Leitung von Andreas Toggweiler, Redaktor bei der Solothurner Zeitung, und von EMK-Pfarrer Jörg Niederer, gaben in drei kurzen Talkrunden die schon erwähnten Paul Jäggi und Felix Schönle, sowie Sibylle Burger-Bono, Präsidentin von alliance F (Dachverband Schweizerischer Frauenorganisation) und Grossrätin im Kt. Bern, Ulrich Giezendanner, Fuhrhalter und SVP-Nationalrat und Joseph Thali-Kernen, kath. Theologe, jeweils kurze Antworten zu Fragen rund um die drei Themen „Solidarität“, „Wert“ und „Entwicklung“. So sagte Bischof Bolleter zu der Frage, was man mit der Solidarität gewinnen kann: „Die Kirche hat einen Auftrag in unserer Gesellschaft. Die Kultur des Helfens soll aufgebaut und gestärkt werden. Das fängt bei uns selber an. Ich könnte viele in diesem Saal aufrufen, die mir ihre Geschichte erzählen könnte, wo ihnen in ihrem Leben konkret geholfen wurde.“ Auf die Frage, warum Frauen weniger verdienen als Männer, erinnerte Sibylle Burger-Bono daran, dass zum Beispiel Mädchen oft nur zwischen vier Berufen d.h. Floristin, Coiffeuse, Verkäuferin oder Kaufmännische Angestellt auswählen würden, wobei in der Regel nur der letzte Beruf Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet. Sie machte Mut, dass mit genügender Anleitung von Berufsberatern und Eltern den Mädchen neue Möglichkeiten in der Berufs- und Weiterbildung eröffnet werden sollten. Joseph Thali erwähnte im Zusammenhang mit der Solidarität das biblische Gleichnis des barmherzigen Samariters und forderte auf, sich gegen den Hunger in der Welt einzusetzen. Ulrich Giezendanner meinte zur Frage, ob in der Gesellschaft ein Desinteresse betreffend Kirche bestehen würde, dass er persönlich gerne in die Kirche gehe, wenn nicht „politische Abhandlungen, sondern Jesus und die Seelsorge im Vordergrund stehe“.


Quelle: EMKNI - Andy Schindler

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"