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EMKNI - 12.06.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Ostdeutsche Jährliche Konferenz tagte vom 6. bis 10. Juni in Leipzig

Ordinanden Birgit Klement und York Schön„Mit großer Hoffnung und gespannter Freude“ geht Bischof Dr. Walter Klaiber in diese 34. Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz. Mit der Hoffnung nämlich, dass das Thema „Dein Reich komme“ nicht nur als Motto über dieser Konferenz steht, sondern ein wirkliches Sachthema werden möge. Und mit gespannter Freude, „ob es uns wirklich gelingt, uns von diesem Thema mitnehmen zu lassen“. Angesichts so mancher Resignation auch in der Kirche „strecken wir uns aus nach dem Reich Gottes, haben Sehnsucht danach“. Im Blick auf anstehende Prioritätendiskussionen zitierte der Bischof Jesus Christus: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“

Bericht der Superintendenten
Auch wenn nicht alles wunschgemäß oder auf Bestellung funktioniert: „Die Realität der Gemeinden fordert zur Dankbarkeit auf.“ Das erklärte der Superintendent des Dresdner Distrikts, Herbert Uhlmann, zur Einführung in seinen Bericht an die Jährliche Konferenz. Zugleich räumte Herbert Uhlmann Spannungen ein. Probleme bereitet es ihm zum Beispiel, wenn Laienpredigerlizenzen durch Bezirkskonferenzen nicht erneuert werden, weil der Vorwurf der Einseitigkeit im Raum steht – wobei für den Superintendenten nicht immer klar ist, auf welcher Seite die beklagte Einseitigkeit vorliegt.
Abschließend stellte Sup. Uhlmann fest: Es bleibt wahr: "Die Kirche ist kein Konzern, der alle Jahre Umsatz-Plus machen muss" (G. Nenning). Aber das andere auch: Die Botschaft der Erlösung und Befreiung des Menschen durch Gottes Barmherzigkeit tut unter allen Umständen gut. Sie wird gebraucht und ist das Kapital der Kirche, mit dem allein "Rendite" erwirtschaftet werden kann, ganz im Sinne der geistlichen Haushalterschaft, die uns zugemutet wird und die unser bestes Kapital ist.
In seiner Rückschau auf acht Jahre im Amt des Superintendenten des Zwickauer Distrikts bat Friedhelm Kober um Nachsicht, wenn er nicht alle Erwartungen habe erfüllen können. Es habe Zeitperioden gegeben, wo ihm der Dienst viel Freude gemacht habe, aber „manches Jahr möchte ich auch nicht noch einmal erleben“. Wichtig sei für ihn „eine Verlebendigung in der Verkündigung und im Gemeindeleben“ gewesen, und als schönes Zeichen wertete er es, dass die letzte ordentliche Bezirkskonferenz, die er zu leiten hatte, mit einer Empfehlung fürs Theologiestudium schloss. Friedhelm Kober: „Es geht weiter mit Gottes Sache und seinem Werk.“
Beide Superintendenten empfinden es als belastend, dass der Nachwuchs an jungen Pastoren und Pastorinnen nicht in dem Maß den Dienst antritt, wie die Kirchenleitung es erhofft und berechnet hatte.

Statistik
Die Ostdeutsche Konferenz zählte Ende vergangenen Jahres 10.070 Kirchenglieder und 6007 Kirchenangehörige, zusammen also 16.077 Personen – 89 weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Freunde ist geringfügig auf 2639 (+ 22) gewachsen.

Einführung eines ordinierten Diakonenamtes abgelehnt
Überlegungen zur Einführung eines ordinierten Dienstes für Diakoninnen und Diakonen in der Evangelisch-methodistischen Kirche wurden von der Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz zurückgewiesen. Während beispielsweise in Skandinavien und in Russland die Ordination von Diakoninnen und Diakonen für sinnvoll erachtet wurde, sah man für die deutsche Situation keine Notwendigkeit dafür, diesen Status zusätzlich zu den vielfältigen Mitwirkungsmöglichkeiten an der kirchlichen Arbeit zu schaffen. So bleibt das Amt des Pastors/der Pastorin der einzige Dienst, der mit einer Ordination verbunden ist.

Bildungs- und Begegnungsstätten Scheibenberg und Schwarzenshof
Mit deutlicher Mehrheit sprach sich die Ostdeutsche Jährliche Konferenz für die Erhaltung der Bildungs- und Begegnungsstätte in Scheibenberg/Erzgebirge aus. Der Verwaltungsrat wurde beauftragt, ein Finanzierungskonzept für einen Erweiterungsbau zu erarbeiten, der die bisherige Kapazität des Hauses erhöhen und damit auch die Nutzungsmöglichkeiten erweitern soll. Die Häuser in Scheibenberg und Schwarzenshof gehören zur Tradition unserer Kirche und werden auch zukünftig ihre Bedeutung behalten. In Schwarzenshof steht die Umwandlung des Mietvertrags mit dem Jugend-Sozialwerk Nordhausen zur Nutzung des alten Pflegeheims durch die Sprachheilschule Keilhau in einen Erbpachtvertrag noch aus.

Neue Missionssekretärin
Die neue Missionssekretärin der Ostdeutschen Konferenz und damit Nachfolgerin von Pastorin Kerstin Dietrich ist Pastorin Birgit Klement.

Barfuß durch die Antarktis?
Barfuss durch die Antarktis? Eine Herausforderung dieser Art meint Jesus Christus nicht, wenn er in seine Nachfolge und zum Dienst für ihn ruft. Vom Mehrwert, vom Preis und vom Ziel des Reiches Gottes sprach Bischof Dr. Walter Klaiber im Ordinationsgottesdienst am Sonntag. Wer sich von der Herausforderung des Reiches Gottes ergreifen lasse, habe begriffen: Es gibt das, wonach ich gesucht habe – davon möchte ich mein Leben bestimmen lassen. Die Priorität des Reiches Gottes könne freilich auch bedeuten, an anderer Stelle einmal eine schmerzliche Grenze ziehen zu müssen – und wenn es in der eigenen Familie ist. Ziel sei, dass Gott unser Leben bestimmt und dadurch unser Menschsein gelingt.
Zur Pastorin und zum Pastor in der Evangelisch-methodistischen Kirche ordinierte der Bischof Birgit Klement und York Schön. Im Namen beider dankte York Schön für alle Begleitung auf dem Weg und für die Offenheit, die beiden bisher entgegengebracht worden sei.
Weitere Berichte und Quellen finden sie unter http://www.evmethkirche-ojk.de/ojk2001/.


Quelle: EMK Ostdeutschland

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