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EMKNI - 12.06.2001   Zurück zur Übersicht

Südafrikas bekanntestes Aidsopfer beerdigt - 2000 Trauergäste würdigen Vermächtnis von Nkosi Johnson

Nkosi Johnson an der Aids-Konferenz in DurbanRund 2000 Trauergäste haben Südafrikas bekanntestem Aids-Opfer, Nkosi Johnson, das letzte Geleit gegeben. Nkosis Pflegemutter Gail Johnson und zahlreiche Redner erinnerten bei der Trauerfeier in einer Methodistenkirche in Johannesburg an das Erbe des zwölfjährigen Jungen. "Nkosi hat mir gezeigt, was bedingungslose Liebe und Anerkennung bedeuten", sagte Gail Johnson. "Kümmert Euch um infizierte und verwaiste Kinder", stand unter zahlreichen Porträts des Jungen, der am 1. Juni an der tödlichen Immunschwäche gestorben war.
Der Gemeindevorsitzende und Präsident des Südafrikanischen Kirchenrates, Bischof Mvume Dandala, rief die Trauergäste und das ganze Land dazu auf, das Vermächtnis Nkosis zu bewahren. "Wenn Sie kein Kind aufnehmen können, geben Sie denen Geld, die es tun", appellierte er. In Südafrika kommen jedes Jahr rund 70.000 HIV-infizierte Babys auf die Welt, bis zu 800.000 Kinder haben ihre Eltern durch Aids verloren.
Nkosis leibliche Großmutter, Ruth Khumalo, dankte der "weißen Lady Gail Johnson" für die zehnjährige Pflege ihres Enkels. Gail und Nkosi "reisten zusammen. Es gab Hindernisse ... und heute ist die Reise zu Ende", sagte sie in Zulu. Nkosis leibliche Mutter war 1997 an Aids gestorben.
Nach dem knapp dreistündigen Trauergottesdienst wurde der kleine weiß-goldene Sarg mit dem Leichnam Nkosis aus der Kirche und zum acht Kilometer entfernten Friedhof getragen. An der Beerdigung nahmen neben seiner Pflegefamilie auch Mitschüler des kleinen Jungen sowie Bewohner von "Nkosi's Haven" teil, einem Haus für aidskranke Mütter und Kinder.
Nkosi Johnson war im vergangenen Juli durch seinen Auftritt vor der Aids-Konferenz in Durban weltberühmt geworden, wo er vor Tausenden Konferenzteilnehmern mit eindringlichen Worten um mehr Verständnis für Aidskranke warb. Er war schon im Mutterleib mit der Immunschwäche infiziert worden. Neun Monate gaben ihm die Ärzte bei seiner Geburt, doch am 4. Februar konnte er noch seinen zwölften Geburtstag feiern. In Südafrika ist jeder Neunte mit dem tödlichen Virus infiziert. Das sind etwa 4,7 Millionen Menschen.


Quelle: AFP Agence France-Presse GmbH

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