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EMKNI - 14.06.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Zusammenfassung der Tagung (Synode) der Jährlichen Konferenz Schweiz-Frankreich

Impressionen vom Konferenzsonntag, 10. Juni 2001"lieben – loben – wachsen" - Unter diesem Motto fand die Jährlichen Konferenz (JK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) Schweiz-Frankreich vom 6. – 10. Juni 2001 in Rothrist und Olten statt.

Unter der Leitung von Bischof Heinrich Bolleter wurden in den Sitzungen von Mittwoch bis Samstag im öffentlichen Gemeindesaal Breite die Berichte der verschiedenen Arbeitszweige der EMK diskutiert und entgegengenommen. Am Sonntag fand der Festgottesdienst mit Ordinationsfeier sowie ein Anbetungsgottesdienst statt.

Jazz und Talk
Eröffnet wurde die Jährliche Konferenz 2001 (JK) am 6. Juni 2001 in Rothrist mit jazzigen Saxophon- und Gitarrenklängen. "Zum ersten Mal findet meines Wissens die Konferenz hier statt", so der ortsansässige EMK-Pfarrer und "Konferenzvater" Jörg Niederer in seiner Begrüßungsansprache. Unter der kompetenten Leitung von Andreas Toggweiler, Redaktor bei der Solothurner Zeitung, und Jörg Niederer, gaben Menschen aus dem kirchlichen und politischen Leben in drei kurzen Talkrunden jeweils kurze Antworten zu Fragen rund um die drei Themen "Solidarität", "Wert" und "Entwicklung".

Laienarbeit in der Kirche
Angeregt wurde auch der Bericht vom Konferenzlaienführer (KLF) Daniel Sommer zur Situation der Laien in der EMK im Plenum diskutiert, besonders auch der darin enthaltene Antrag, zu prüfen, ob und inwieweit das Amt des KLF als Teil- oder Vollzeitstelle gestaltet werden kann. Der angenommene überarbeitete Antrag sieht nun vor, zu prüfen, "...ob und wieweit welche gesamtkirchlichen Ämter im Zusammenhang mit der Laienarbeit als Teil- oder Vollzeitstellen gestaltet werden können..."

Zentralverwalter Peter Herzog geht nach 32 Jahren in den Ruhestand
Der Kirchenvorstand hat im vergangenen Jahr erneut ein umfangreiches Arbeitspensum bewältigt. Kirchenvorstandspräsident Peter Binder rechnete zum Schluss seines Berichtes vor, dass in der vergangenen Amtsperiode (vier Jahre) in 27 Sitzungen 1289 Geschäfte abgewickelt und 435 Beschlüsse mit Rechtsfolgen gefasst worden sind.
Nach nicht weniger als 32 Jahren wird der Zentralverwalter Peter Herzog in den Ruhestand verabschiedet. Peter Binder dankte ihm, vom herzlichen Applaus der Konferenz unterstützt, für seine zuverlässige und treue Arbeit.

Personelles
Acht neue angestellte MitarbeiterInnen konnten an der JK vorgestellt und begrüsst werden. Sie sind in verschiedenen Bereichen teil- oder vollzeitlich tätig. Die Oberin des Diakonats Bethesda Basel, Sr. Vroni Hofer, stellte Sr. Erika Huber, Schwester auf Probe, vor.

Beziehung der Kirche zu den selbständigen Werken
Am 3. März 2001 wurden alle Verantwortlichen der selbständigen Werke durch Bischof Heinrich Bolleter und durch den Kirchenvorstandspräsidenten Peter Binder zu einer ersten Tagung nach Bern eingeladen. Dabei ging es um folgende Ziele: Transparente finanzielle Risiken, angemessene Aufsicht ermöglichen, einheitliche Kriterien bei finanziellen Engagements. Diese Ziele können jedoch nur angegangen werden unter der Voraussetzung, dass verbindliche Regelungen eingehalten werden. Hier an der JK lag nun ein Bericht der Projektgruppe PoWer (PoWer Kirche = Positionierung der selbständigen Werke im Auftrag der Kirche) vor, dazu vier entsprechende Anträge. Dabei geht es um die verbindliche Regelungen der Zusammenarbeit der selbständigen Werke mit der Jährlichen Konferenz.

Engagierte Diskussion um Verfassungsänderung
Wie alle 183 Jährlichen Konferenzen nahm die Jährliche Konferenz Schweiz-Frankreich Stellung zu Verfassungsänderungen der EMK. Die Stellung getaufter Kinder in der Kirche soll neu definiert werden. Nach Dr. Patrick Streiff geht es darum, die Eingliederung der Getauften in die Kirche ernst zu nehmen. Sie sollen künftig als "getaufte Mitglieder" bezeichnet werden. Ziel ist, als Erwachsener "bekennendes Mitglied" zu werden.
Gegner der Änderung befürchten aber, dass die neuen Artikel der Verfassung im Kontext der EMK in der Schweiz kaum erklärt werden können. Obwohl sich an der bisherigen Praxis wenig ändert, sei durch die gewählte Sprache eine Angleichung an landeskirchliche Verhältnisse zu erwarten. Die Mehrheit der Konferenzdelegierten lehnte diese Änderung der Verfassung ab. Entscheidend wird sein, ob sich für die Verfassungsänderung eine Zweidrittelmehrheit aller Delegierten aller Jährlichen Konferenzen der EMK finden lassen.

Für das Centre de Vacances Landersen wurde gesammelt
Der Bericht wurde von Daniel Husser vertreten. Im Jahr 2000 standen in Landersen (Elsass) Bauarbeiten im Vordergrund, die durchgeführt werden mussten, um den neuen Hygiene- und Sicherheitsnormen zu genügen. Die Arbeiten sind gut fortgeschritten und konnten zum Teil, dank einiger staatlichen Subventionen sowie vieler Gaben und freiwilliger Arbeit bezahlt werden. "Wir stehen aber zur Zeit vor einer beträchtlichen Kostenüberschreitung und Zahlungsschwierigkeiten," so der Bericht. Ein öffentlicher Aufruf in den EMK-Gemeinden in Frankreich hat dazu schon 780'000 FF an Gaben und 193'000 FF an zinslosen Darlehen eingebracht. Die Delegierten der JK setzten auch ein kleines Zeichen. So wurde eine Konferenzkollekte erhoben, die rund 9'500 Franken für Landersen einbrachte.

Personelle Veränderung im Hotel Viktoria
Das Budget des Hotels Viktoria Hasliberg sieht ein Verlust von ca. Fr. 50'000.- vor. Dank großer Anstrengungen und hartnäckiger Verhandlungen ist es der Direktion gelungen, für den Frühling/Sommer indische Reisegruppen "an Land zu ziehen". Damit soll es auch gelingen, die bekanntlich schwache Zwischen-Saison zu überbrücken. So sehe man dem neuen Markt und der damit verbundenen Ersterfahrung gespannt, aber zuversichtlich entgegen. Leider hat Direktor Gerhard Schmalhardt gekündigt habe und wird die Viktoria Ende August verlassen. Seit Monaten ist die Liquidität ein Dauerproblem. Der Stiftungsrat bemüht sich um längerfristige Lösungen.


Bericht der Distriktsvorsteher
Während vieler Jahrzehnte war der Bericht der DV die einzige schriftliche Äußerung des Kabinetts, die sich an die ganze Gemeinschaft aller Mitglieder der JK richtete. Im zurückliegenden Konferenzjahr informierte das Kabinett mit zwei Exposés, die nun "Im Kontext" heißt.
Der diesjährige DV Bericht trägt das seine dazu bei. "Dieser Bericht soll dazu beitragen, dass unser geistliches Engagement, unsere Betroffenheit für das Reich Gottes für Euch erlebbar sind," so Distriktsvorsteher Urs Eschbach, der durch den Bericht führte. Anhand vier Fragen entfaltete das Kabinett seine Gedanken. Diese sind keine für alle Zeit gültige Theorien, sondern zeigen, was dem Kabinett heute als besonders wichtig erscheint. Der Auftrag "An der Jährlichen Konferenz 2001 sollen Schwerpunktgemeinden bestimmt werden, die bis im Jahr 2005 zu Paradigmen und Ressourcen für die Gemeindearbeit der ganzen EMK aufgebaut werden" kann nicht vom Kabinett erfüllt werden. Er wurde in weniger verbindlicher Form der "Kommission für innere Mission" (KiM) übergeben. Die Aufgabe dieser Gruppe ist es, verschiedene gegenwärtige Arbeitsmodelle in Gemeinden in ihrer Entwicklung zu betrachten, zu dokumentieren und präsentieren. Berücksichtigt werden sollen vor allem theologische, diakonisch-/soziale und soziologische Aspekte. Nach einer Arbeitsphase von 5 Jahren entscheidet die Jährliche Konferenz 2006 über die Art und Weise der Fortführung dieser Arbeit oder über ihre Beendigung.

Vielfältige Arbeit der inneren Mission
Der Bericht der Kommission für innere Mission (KiM) wurde von Distriktsvorsteher Walter Wilhelm vertreten. Die Arbeitsgruppe "Begeistert leben" stellt sich mit den Schulungsbeauftragten zur Verfügung, den Prozess der natürlichen Gemeindeentwicklung des Instituts Koinonia in den Gemeinden zu begleiten. Die Arbeitsgruppe ‚Gemeindegründungen’ hat eine Arbeitsmappe erarbeitet, die sie an Interessierte für Gemeindeneugründungen weitergeben will. Die Arbeitsgruppe ‚Geistliche Gemeindeerneuerung’ regt an, in den Gemeinden über das Thema ‚Gebet mit Kranken’ nachzudenken. Außerdem: Die KiM arbeitet mit verschiedenen Spitälern an einer Patientenverfügung und wird sie zur gegebenen Zeit veröffentlichen.

Gemeinsam Gutes tun - aus "Mission + Diakonie" wird "Connexio"!
Die bisherigen Aktivitäten der KäM, der KiM sowie der Hilfe des Bischofssekretariates für die Arbeit in Mittel- und Südeuropa sollen noch besser gebündelt und in das neue Werk "Connexio" überführt werden, das an der JK 2002 offiziell zu gründen ist. Darüber informierten Walter Wilhelm, Präsident der KIM, sowie Christine Schneider-Oesch, Präsidentin der KäM. Die Verbundenheit zu Gott, untereinander und mit den Partnerkirchen, aus der sich auch der Name "Connexio" ableitet, sei Herzstück dieses neuen Netzwerkes für Mission und Diakonie.
Connexio" soll im Jahr 2002 umgesetzt sein, wobei das gemeinsamen Spendenkontos sowie erste graphische Neuerungen bezüglich der Sammlungs-Unterlagen bereits im Herbst 2001 erfolgen.

Ordinationsfeier und Lobpreisprogramm
Mit einer beeindruckenden Predigt von Bischof Heinrich Bolleter und der Ordinationsfeier vor rund 1'500 Menschen am Morgen sowie einem stimmungsvollen Nachmittagsprogramm ging die Jährliche Konferenz am Sonntag, 10. Juni 2001, zu Ende. Im Rahmen des Festgottesdienstes fand die Ordinationsfeier für sieben Männer statt: Richard Hürzeler, Beat Kurmann, Andreas Steiner und Martin Streit wurden zu Ältesten der EMK sowie Rolf Wyder zum Diakon der EMK ordiniert. Außerdem wurden die Ordinationen von Robert Gillet (Mennoniten) und Stefan Zolliker (reformierte Landeskirche) anerkannt und die beiden wurden als Diakone in der EMK beauftragt. Musikalisch wurde der Festgottesdienst am Morgen vom Lobpreisteam der EMK-Gemeinde Rothrist umrahmt.
Erstmals in der JK Schweiz-Frankreich wurde die Bischofspredigt mit einer Powerpoint-Präsentation illustriert.
Am Nachmittag fand ein zweistündiger Lobpreiskonzert vor rund 1200 Menschen mit Bene Müller, Musiker und Songwriter von Vineyard Bern, und seiner Worship-Band statt. Mit gefühlvollen, aber auch rockigen Klängen, vermochten die Musiker das Publikum mitzunehmen in eine Zeit von Lobpreis und Anbetung. Unterbrochen wurde jeweils das Programm von kurzen Statements einiger Personen, die erzählten, was ihnen Lobpreis und Anbetung bedeuten. Traditionsgemäß zogen gegen Schluss der Veranstaltung die Kinder von der parallel durchgeführten Kinderkonferenz in den Saal ein

Weitere Texte, Informationen und Berichte sowie Bilder zur Jährlichen Konferenz 2001 finden sich auch auf der EMK-Homepage unter http://www.umc-europe.org/jk/.


Quelle: EMKNI

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