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EMKNI - 15.06.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Delegiertenversammlung der Evangelischen Allianz

Nationalrat Walter Donzé referierte an der SEA-DelegiertenversammlungFragen, wie sich Christen heute in der multireligiösen Gesellschaft positionieren sollen, standen am 9. Juni im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) in Zürich. Über die finanzielle Situation der Allianz herrschte Freude. Erstmals seit vielen Jahren gingen Rechnung und Budget des Verbandes einstimmig durch.
Wenn man die Präsenz von Christen, die der Evangelischen Allianz nahe stehen, in der Öffentlichkeit betrachte, müsse man eindeutig feststellen, dass sie keine Randgruppe seien, sagte Peter Henning, Rektor des Theologisch-Diakonischen Seminars in Aarau, in seinem Referat unter dem Stichwort "Religionstemperatur".
Vor den 90 Teilnehmern an der ordentlichen Generalversammlung der SEA in Zürich mahnte Henning, es gelte aufzupassen, dass "wir uns nicht selbst an den Rand drängen, den es vielleicht gar nicht gibt". Christen stünden mitten im Wettbewerb der Religionen. Während sich die traditionellen Sozialgefüge auflösten, bliebe aber beim modernen Menschen ein starkes Heimweh, letztlich ein Heimweh nach Gott, so der Theologe.
Nach dem Motto "Ohne Identität kein Dialog" riet Henning den Gemeinden, sich nicht in angepassten Programmen zu verlieren, sondern sich auf die urchristliche "Arkandisziplin" zu besinnen, nach der die Nachfolger Jesu liturgisch ihre heiligsten Geheimnisse unter Ausschluss der Öffentlichkeit feiern dürfen. Vielleicht wäre gerade das wieder anziehend, meinte Henning. Den Denominationalismus, die sich immer weiter in Gruppen aufspaltende Christenheit, nannte Peter Henning eine fromme Variante des säkularen Individualismus. Ohne Gemeinsamkeiten sei kein überzeugendes Auftreten der Christen möglich.
Nationalrat Walter Donzé aus Frutigen referierte unter dem Stichwort "Sektenbarometer" zur Frage, in wie weit evangelische Christen, die zur Basis der Evangelischen Allianz stehen, überhaupt von der Gesellschaft anerkannt sein müssten. Anhand biblischer Aussagen schilderte Donzé das Spannungsfeld zwischen Akzeptanz bei den Menschen und einem Leben in der Loyalität zu Christus. Walter Donzé legte zehn Tipps zum guten Auftritt vor. "Als Christ soll man den Mund nicht weiter aufmachen als die Hand". führte der Missionsleiter an.
Zügig verlief die anschließende Geschäftssitzung. Die Jahresrechnung 2000, die wie die zwei vorangegangenen Jahre erneut positiv abschloss, wurde einstimmig abgenommen. Ebenso das Budget. Noch die Turbulenzen vergangener Jahresversammlungen in Erinnerung, löste diese positive Haltung der Delegierten bei Vorstand und Geschäftsleitung Genugtuung und Freude aus. Nach wie vor gut laufe die Schuldentilgungs-Aktion, informierte Zentralsekretär Hansjörg Leutwyler. Bereits seien zwei Drittel des Schuldenberges abgetragen.
Als neue Sektion wurde Huttwil mit acht Kirchen und Gemeinden in den Verband aufgenommen.
Die SEA besteht aus Christen aus reformierten Landeskirchen, evangelischen Freikirchen und christlichen Organisationen und hat 90 lokale Sektionen mit rund 600 Gemeinden.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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