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EMKNI - 19.06.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: SEK will Initiierung eines Religionsartikels prüfen

Die Delegierten der Mitgliedkirchen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) haben anlässlich der Sommer-Abgeordnetenversammlung vom 17.-19. Juni in Montmirail NE am 17. Juni verlangt, dass der Rat des SEK "die Lancierung einer Volksinitiative für einen Religionsartikel in der Bundesverfassung" prüfe. Den zweiten Verhandlungstag dominierte eine Debatte über die gesellschaftlicher Anerkennung der Freiwilligenarbeit.
Die Abgeordnetenversammlung (AV) des SEK hat am Sonntag ein Postulat überwiesen, das die Lancierung einer Volksinitiative für einen Religionsartikel in der Bundesverfassung verlangt. Mitten im Abstimmungskampf zum Bistumsartikel und eigentlich zu spät für die Sommer-Abgeordnetenversammlung des SEK hatte der Zürcher Delegierte Ulrich Frei eine Motion "Für einen Religionsartikel in der Bundesverfassung" eingereicht.
Doch die Abgeordneten traten am Sonntag dennoch darauf ein. Sie wandelten die Motion in ein Postulat um, das mit großer Mehrheit (41 Ja, 7 Nein, 6 Enthaltungen) an den Rat des SEK überwiesen wurde.
Die Abstimmungskampagne über den Bistumsartikel habe das Terrain für einen Religionsartikel geebnet, hieß es in der Begründung zum Vorstoß. Nun solle untersucht werden, in welcher Form und mit welchen Partnern ein solcher Religionsartikel realisiert werden könne. Der Rat solle bis nächsten Sommer einen Bericht dazu verfassen.
Thomas Wipf, Präsident des SEK-Rates, sprach sich bereits in seinen Eingangsworten für ein "ruhiges und überlegtes" Vorgehen aus. Denn er halte es für "falsch und letztlich kontraproduktiv, bereits jetzt – ohne gemeinsame Vorstellungen der Kirchen, anderer Religionsgemeinschaften und weiterer interessierter Kreise, auf der politischen Ebene aktiv zu werden".
Im Rahmen der Debatte erklärte Wipf sich im Namen des Rates bereit, die Motion in der Form eines Postulates entgegen zu nehmen. In dieser offenen Form könne es die Bemühungen des SEK-Rates um einen Religionsartikel unterstützen.
Wipf führte aus, dass erste informelle Gespräche mit der Schweizerischen Bischofskonferenz stattgefunden hätten. Weitere, auch interreligiöse und politische, Kontakte seien vorgesehen.
Im übrigen werde der Rat im Spätsommer von der ihm eingesetzten "Expertenkommission Religionsartikel" einen ersten Bericht erhalten. Der Rat sei aber gegenwärtig eher nicht für eine Volksinitiative. Sie könnte kontraproduktiv sein.

Theo Schaad soll Verbindungen zwischen SEK-Strukturen, Hilfswerken und Missionen herstellen und gewährleisten
Die Abgeordneten nahmen auch die mündlichen Zwischenberichte zur Fristenregelung und zu den Beziehungen des Kirchenbundes zu den Hilfswerken und Missionen zur Kenntnis.
Um letztere intensiver zu gestalten, wurde Theo Schaad, Pfarrer der evangelisch-methodistischen Kirche, vom SEK-Rat damit beauftragt, die Verbindung zwischen den Hilfswerken, Missionen und den Strukturen des SEK herzustellen und zu gewährleisten. Dazu hat der Rat eine bis Ende 2002 befristete Teilzeitstelle eingerichtet.
Weiter hat Ruedi Heinzer, Mitglied des SEK-Rates, die "Organisation 2001" vorgestellt. Damit erhält der SEK-Geschäftsstelle neue Strukturen. Wichtigste Neuerung: Ein Geschäftsleiter löst die bisherige dreiköpfige Geschäftsleitung ab.


Quelle: Reformierte Nachrichten - Anders Stockholm

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