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EMKNI - 19.06.2001   Zurück zur Übersicht

Ungarn und Fidschi: Kirchen weltweit stellen wirtschaftliche Globalisierung in Frage

Kirchen weltweit stellen die wirtschaftliche Globalisierung in Frage. In den kommenden Wochen finden zwei richtungsweisende Tagungen in Budapest, Ungarn, und in Nadi, Fidschi, statt.
"Globalisierung in Mittel- und Osteuropa - Umgang mit den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen" ist das Thema einer Konsultation, die vom 23. bis 29. Juni in Budapest stattfindet und die gemeinsam vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Reformierten Weltbund (RWB), der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) sowie dem Europa-Ausschuss des RWB organisiert wird. Die Tagungsteilnehmenden werden die ökonomischen Auswirkungen der Umgestaltung der Volkswirtschaften nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Blocks untersuchen und analysieren. Die Veranstalter sind der Meinung, dass "es nun an der Zeit ist, sich genauer anzusehen, was in den Ländern der Region wirklich geschieht".
Mehr als ein Jahrzehnt nach den dramatischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa sind die Probleme akuter als je zuvor. Laut dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) lebten 1989 rund 14 Millionen Menschen im ehemaligen Ostblock von weniger als vier Dollar pro Tag. Mitte der 90er Jahre waren es bereits 147 Millionen. Darüber hinaus sind manche Länder Mittel- und Osteuropas mit sinkender Lebenserwartung und einem außergewöhnlichen Anstieg der Selbstmordraten und der Kriminalität konfrontiert.
Die Konsultation wird nicht nur die gegenwärtige Lage eingehender untersuchen, sondern auch Alternativen zu den heute vorherrschenden neoliberalen Wirtschaftstheorien prüfen und dabei von den Erfahrungen und Bestrebungen der Menschen in Mittel- und Osteuropa ausgehen.
Die auf der Budapester Tagung verabschiedete Erklärung wird zusammen mit Texten und Ideen aus Kirchen in Afrika, Asien, dem Mittleren Osten, Europa, der Karibik, Nordamerika, Lateinamerika und dem Pazifik in die globale Konsultation eingehen, die vom 12. bis 17. August in Nadi, Fidschi stattfindet. Dort werden sich mehr als 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen mit dem Konferenzthema "Wirtschaftliche Globalisierung: Die Insel der Hoffnung" auseinandersetzen.
Im Vorfeld dieser Weltkonsultation haben die Kirchen des pazifischen Raums auf einer Vorbereitungstagung in Fidschi vom 28. bis 30. Mai bereits ihre Position zum Thema Alternativen zur wirtschaftlichen Globalisierung formuliert. Im Schlussdokument der Tagung unterstreichen sie, dass "die Globalisierung wie eine gigantische Welle den Pazifik überrollt und die im Entstehen begriffenen neuen Lebensformen niederhält und erstickt" und, dass sie den traditionellen Identitäten, Werten und religiösen Überzeugungen Schaden zufüge. Die pazifischen Kirchen "vertreten die Idee einer 'Insel der Hoffnung', die lebenszentrierte Werte in den Mittelpunkt stellt" und die "nicht nur mit dem Land und dem Meer und den natürlichen Ressourcen solidarisch ist, sondern gleichzeitig auch bestandfähig und gesund".
Die beiden bevorstehenden Tagungen sind Teil eines Konsultationsprozesses, der 1998 in der asiatischen Region begann, als ÖRK und RWB in Bangkok, Thailand, eine gemeinsame Konsultation über "Globalisierung und status confessionis" veranstalteten. Weitere Konsultationen sind für 2002 und 2003 in Westeuropa, Lateinamerika, Afrika und Nordamerika geplant. Dieser Prozess soll den RWB in die Lage versetzen, auf seiner Generalversammlung 2004 die wirtschaftliche Globalisierung zu einer Bekenntnisfrage - status confessionis - zu erklären, während der ÖRK an einer theologischen Analyse der Alternativen zur wirtschaftlichen Globalisierung arbeitet, auf deren Grundlage in Vorbereitung der nächsten ÖRK-Vollversammlung gemeinsame Positionen formuliert werden sollen.
Weitere Informationen finden Sie auf der ÖRK-Website unter: http://www.wcc-coe.org/wcc/news/press/01/wcc/what/jpc/globalization-budapest1.html und http://www.wcc-coe.org/wcc/what/jpc/globalization.html.


Quelle: Íkumenischer Rat der Kirchen

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