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EMKNI - 20.06.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Bericht über die Ostdeutsche Jährliche Konferenz

Peter G. A. Caley an der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz in Leipzig"Dein Reich komme!" – so lautete das Motto der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) bei ihrer diesjährigen Tagung, 6.-10. Juni 2001, in Leipzig unter der Leitung von Bischof Walter Klaiber. Ein Grundsatzreferat, eine Bibelarbeit und einige Predigten vertieften das Konferenzthema in unterschiedlicher Weise. Obwohl "die Wende" von 1989 viele positive Veränderungen in Gang setzte, bleibt die Sehnsucht nach tiefgreifendem, umfassendem Wandel, wie sie sich in dieser Vaterunser-Bitte äußert. Der Anteil der Bevölkerung, der sich als agnostisch und areligiös bezeichnet, ist wesentlich größer in den neuen Bundesländern als in den anderen und in der Schweiz. Es war aber beeindruckend zu hören, wie es zu jener Wende vor gut 11 Jahren kam, beeindruckend, die Nikolaikirche zu sehen, wo damals das tägliche Friedensgebet immer mehr Menschen anzog, bis Hunderttausende auf "dem Ring" um die Innenstadt marschierten, das Unrecht ihres Regimes gleichsam belagerten und dieses der Gerechtigkeit weichen musste. Jene kostbaren Erlebnisse sind unvergesslich geblieben.
Für mich als Gastdelegierten aus der JK Schweiz/Frankreich und meine Frau war es ebenso berührend, die Thomaskirche zu besuchen, wo die sterblichen Überreste von Johann Sebastian Bach begraben liegen, wo er so viele großartige geistliche Musik zur Aufführung brachte und wo wir einige Werke aus seinem unsterblichen Erbe erklingen hören durften. In dieser Kirche fand auch der Sendungsgottesdienst zum Schluss der Konferenz statt. Gastgeber und Organisatoren der Konferenz waren die beiden Leipziger Gemeindebezirke der EMK, die Bethesdakirche und die Kreuzkirche. Der Tag begann jeweils (nach Gelegenheit zur Gebetsgemeinschaft) mit einem Morgenlob, und zum Sitzungsschluss lud uns Musik aus Mosambik und Nigeria zu einem Fürbittengebet für diese Länder. Zum Rahmenprogramm gehörten weiter Grußworte des Bürgermeisters und weiterer Gäste, Feierstunden und auch gruppenbezogene Anlässe: ein Treffen der Pastorenfrauen, ein Frauennachmittag, ein Jugendtreffen mit Konzert und die Kinderkonferenz. Bei solchen Konferenzen ist nämlich Begegnung ebenso wichtig wie Geschäftssitzungen. Insbesondere am Mittagstisch und in den anderen Pausen konnten wir wertvolle neue Kontakte knüpfen und persönliche Beziehungen aufbauen. Solche Gespräche sind bereichernd, sie erweitern den Horizont und geben neuen Ansporn für die Arbeit im Reich Gottes.
Wie an der gleichzeitig tagenden Jährlichen Konferenz der EMK Schweiz-Frankreich in Rothrist/Olten standen Verfassungsänderungen zur Debatte, wie sie die Generalkonferenz wünscht. Jene, die unser Verständnis von Taufe und Mitgliedschaft berühren, wurden abgelehnt. Weiter befassten sich die Konferenzteilnehmer/innen mit geistlichen, finanziellen und statistischen Entwicklungen, mit personellen, baulichen und ethischen Belangen sowie mit den Sozialwerken ihrer Konferenz. Ebenso kam der Bericht des deutschsprachigen Theologischen Seminars zur Sprache. Die beiden Distriktsvorsteher berichteten einzeln.
Den KonferenzteilnehmerIinnen standen keine Tische zur Verfügung, sie saßen auf den Kirchenbänken der Kreuzkirche. Ihre Konferenzpost mussten sie aus ihrem Fach holen gehen und in der Regel ihre eigenen Wahlzettel machen – alles unbürokratisch.
Zwei Personen wurden ordiniert. Einschneidende Beschlüsse wurden dieses Jahr meines Erachtens keine gefasst. Doch die Spannung – die aufgehende Schere – zwischen unterschiedlichen Frömmigkeitsrichtungen gab zu einem langen, intensiven Gespräch Anlass. Die Konferenz rang dabei um Offenheit und Verständigung.
Weitere Infos unter http://www.evmethkirche-ojk.de/ojk2001/.


Quelle: Peter G.A. Caley

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