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EMKNI - 20.06.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Jugendverbände beider Basel (AJbB) leisten jährlich 833'000 Stunden Freiwilligenarbeit

Aktive Jugendverbände
Bald sieht man sie wieder auf den Bahnhöfen: die unzähligen Jungscharen, Jubla-Gruppen und Pfadis, die in den Sommerferien in Zelt- und Hauslager reisen, um mit ihren Kindern unvergessliche Tage zu verbringen. Aktiv sind die Jugendverbände auch an Samstagnachmittagen: Stadt- und Geländespiele, Seilbrückenbau, Abkochen, Orientierungslauf, Basteln und vieles mehr gehören zu einem Pfadi-, Jungschi- oder Jubla-Nachmittag. Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie viel Engagement hinter dieser seit eh und je ehrenamtlichen Jugendarbeit steckt?

AJbB – Die Dachorganisation der Jugendverbände der Region Basel
Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände beider Basel (AJbB) hat aus Anlass des UNO-Jahres der Freiwilligenarbeit bei ihren Mitgliedverbänden eine Erhebung der von jedem Jugendverband in einem Jahr geleisteten Arbeitsstunden durchgeführt. Die AJbB ist eine Dachorganisation der in der Region Basel aktiven Jugendverbände. Die AJbB will die einzelnen Verbände, unter Wahrung ihrer jeweils eigenen Identität, in ihren Interessen und Bestrebungen unterstützen. So können Anliegen der Jugendverbände in die offizielle Jugendarbeit eingebracht werden, zum Beispiel durch eine Vertretung der AJbB in der Jugendkommission des Kantons Basel-Stadt. Wertvolle Kontakte zur Abteilung Jugend, Familien und Prävention (AJFP) konnten aufgebaut werden. Die Jugendverbände Bund evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ), Blaues Kreuz Kinder- und Jugendwerk BL (BKKJ BL), Blaues Kreuz Kinder- und Jugendwerk BS (BKKJ BS), Christlicher Verein junger Männer und Frauen (CEVI), Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche (JEMK), Jungwacht/Blauring (JUBLA) und Pfadi Region Basel sind der AJbB angeschlossen.

Engagierte Jugendliche leisten viel Feiwilligenarbeit
Die Erfassung der im Jahr 2000 geleisteten Arbeit wurde mit Hilfe eines groben Rasters durchgeführt, um den unterschiedlichen Organisationsstrukturen der einzelnen Jugendverbände Rechnung zu tragen. Die Resultate der Erhebung haben somit keinen wissenschaftlichen Charakter, bieten aber trotzdem eine eindrückliche Einschätzung des grossen Engagements in der verbandsmässigen Jugendarbeit.
Die AJbB vertritt über 7400 Kinder und Jugendliche in der Region Basel, davon sind rund 2100 Jugendliche in einer leitenden Position engagiert (Gruppen-, Schar-, Abteilungs-, Haupt- und BezirksleiterInnen oder Regionalleitung). Insgesamt stellen die Leiterinnen und Leiter für Gruppenstunden, Weekends, Lager, Vorbereitungsarbeiten, Team-Höcks und Sitzungen der Regionalleitungen, etc. jährlich rund 833'000 Stunden ihrer Freizeit für die Jugendarbeit zur Verfügung. Im Durchschnitt sind dies fast 400 Stunden pro LeiterIn. Würde man die verbandsmässige Jugendarbeit professionalisieren, müssten bei einer üblichen Jahresarbeitszeit von 2100 Stunden (42 Stunden pro Woche) 400 Personen angestellt werden. Pro Leiterin oder Leiter entspricht dies einem durchschnittlichen Pensum von 20%. Würde man die Leistungen der GruppenleiterInnen mit Fr. 15.-, die der Schar-, Abteilungs-, Haupt- und BezirksleiterInnen mit Fr. 25.- und die Leistungen der Regionalleitung mit Fr. 30.- pro Stunde abgelten, müssten dazu jährlich gut Fr. 10.5 Mio. aufgewendet werden!
Diese Zahlen verdeutlichen auf eindrückliche Weise, wie viele Jugendliche sich in ihrer Freizeit für die Kinder- und Jugendarbeit in der Region Basel einsetzen, um den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu ermöglichen. Davon profitieren nicht nur die Kinder, auch die Leitenden gewinnen in ihrer Tätigkeit wichtige Erfahrungen in den Bereichen Organisation, Führung und Sozialkompetenz.

Die Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche JEMK
Die Jungscharen der Evangelisch-methodistischen Kirche der Region Basel JEMK ist mit 188 Mitgliedern der kleinste Jugendverband der AJbB: 55 Leiterinnen und Leiter organisieren abwechslungsreiche Jungschi-Nachmittage und Lager und wenden dafür jährlich um die 500 Stunden pro Jahr auf. Die sechs Hauptleiterinnen und Hauptleiter müssen für ihre zusätzlichen Aufgaben noch etwa 100 Stunden mehr aufwenden. Die sieben Mitglieder der Regionalleitung stellen je etwa 500 Stunden ihrer Freizeit zur Verfügung. Rechnet man noch verschiedenen Spezialaufgaben dazu, leisten die JEMK Region Basel rund 32’000 Stunden jedes Jahr. 15 Personen müssten vollzeitlich angestellt werden, um dieses Pensum zu leisten. Würde man die Leistungen wie im letzten Abschnitt abgelten, müssten rund Fr. 600'000.- im Jahr aufgewendet werden.
Die JEMK Region Basel hat interessanterweise das beste Betreuungsverhältnis: Auf eine Betreuungsperson kommen gut zwei Jungschärlerinnen und Jungschärler.

Unterstützung der Leiterinnen und Leiter gefragt
Damit Jugendliche dieses Engagement in der Jugendarbeit eingehen können, brauchen sie von vielen Seiten Unterstützung: Einerseits können Anerkennung und Dankesworte für die geleistete Arbeit die Motivation der Leiterinnen und Leiter erhöhen, andererseits ist auch tatkräftige Mithilfe bei grösseren Anlässen gefragt. Viele Arbeitgeber anerkennen bereits die ehrenamtliche Tätigkeit, in dem sie den im Obligationenrecht verankerten einwöchigen, unbezahlten Jugendurlaub gewähren. Leider kämpfen zehn Jahre nach der Einführung des Jugendurlaubs immer noch jedes Jahr etliche Jugendliche erfolglos dafür.
Die AJbB bemüht sich um Anerkennung und Gehör auf politischer und staatlicher Ebene. Während die AJbB auf basel-städtischer Seite als kompetenter Partner akzeptiert ist, waren die Bemühungen, Ansprechpersonen im Kanton Baselland zu finden, vergebens.
Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände beider Basel wird sich auch nach dem UNO-Jahr der Freiwilligen für ihre Mitglieder und deren Anliegen einsetzten und ihr Netz von Ansprechpartnern ausbauen.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.ajbb.ch


Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände beider Basel AJbB - Adrian Steiner

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