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EMKNI - 22.06.2001   Zurück zur Übersicht

Nordirland: Idee einer “Europäischen Evangelischen Synode” offenbar vom Tisch

Die Forderung nach einer “Europäischen Evangelischen Synode” hält der geschäftsführende Präsident der “Leuenberger Kirchengemeinschaft”, Heinrich Rusterholz (Zürich), für “nicht realisierbar”. In dieser Frage gebe es unter den Mitgliedskirchen keinen Konsens, sagte er auf der Vollversammlung des Zusammenschlusses von 103 evangelischen Kirchen in Europa und Südamerika. Sie tagt bis zum 25. Juni in Belfast (Nordirland). Das Ziel, dass der Protestantismus mit einer Stimme spreche, werde man “wohl nie erreichen”, so Rusterholz. Vielmehr sei es sinnvoll, sich zum protestantischen Strukturprinzip der Vielfalt zu bekennen und nach Wegen zu suchen, “bei wichtigen Themen möglichst mit einer Stimme zu sprechen”. Die norwegische Theologieprofessorin Turid Karlsen Seim (Bergen/Norwegen) sagte im Hauptvortrag des Treffens, ihr sei nicht klar, was der Vorteil sei, wenn die Leuenberger Kirchengemeinschaft mit einer Stimme spreche. “Ist nicht die Stärke der Kirchen der Reformation die Vielfalt ihrer Stimmen?” fragte sie. Die in Oslo lehrende Neutestamentlerin sprach zum Thema “Versöhnte Verschiedenheit – der Auftrag der evangelischen Kirchen in Europa”. Nach ihren Worten sind die Kirchen dazu da, “Anwalt der Schwachen” zu sein und “Lautsprecher” für diejenigen, die sich nicht selbst zu Wort melden könnten.
Der Sekretär der Leuenberger Kirchengemeinschaft, Präsident Wilhelm Hüffmeier (Berlin), unterstrich auf dem Treffen die Bedeutung des “indirekten, absichtslosen Glaubenszeugnisses von Christen”. Vor Journalisten sagte er, evangelische Schulen und Fakultäten an Universitäten seien heute wirkungsvoller als zielgerichtete Bekehrungsversuche. Die Theologieprofessorin Elisabeth Parmentier (Straßburg), vertrat die Ansicht, dass das individuelle Glaubenszeugnis für den modernen Menschen interessanter sei als kirchliche Missionsprogramme.


Quelle: idea Deutschland

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