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EMKNI - 27.06.2001   Zurück zur Übersicht

Nordirland: Auf dem Weg zu mehr Verbindlichkeit voran gekommen

Die neue Präsidentin der Leuenberger Kirchengemeinschaft (LKG), Elisabeth Parmentier, hat ein positives Fazit der 5. Vollversammlung gezogen, die vom 18. bis 25. Juni in Belfast tagte. Vor Journalisten sagte sie, dass es seit der letzten Vollversammlung 1994 in Wien zu einer Stärkung der protestantischen Stimme in Europa gekommen sei.
Die Mitgliedskirchen hätten ein Bewusstsein dafür entwickelt, in der LKG verbunden zu sein. Auf dem Weg zu mehr Verbindlichkeit sei man "einen Schritt vorwärts gekommen". Ihr reiche dieses Maß jedoch nicht aus, doch sei derzeit nicht mehr möglich.
Der Gedanke einer "Europäischen Evangelischen Synode" sei am Widerstand zahlreicher Mitgliedskirchen in den nordischen Ländern, in reformierten Kirchen sowie in den Minderheitskirchen gescheitert. Die Vollversammlung – so heißt es im Abschlussbericht – empfiehlt gleichwohl den Mitgliedskirchen, über die Frage einer Synode weiter im Gespräch zu bleiben.
Mit dem Lehrgesprächsergebnis zum Thema "Kirche und Israel" verbindet die Professorin für Praktische Theologie die Hoffnung, dass es zu einer "Bewusstseinserweiterung" in den Mitgliedskirchen komme. Die Kirchen in Deutschland und in den Niederlanden hätten in der Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Christen und Juden eine Vorreiterrolle eingenommen.
Andere Kirchen müssten erst noch sensibilisiert werden, wie wichtig der christlich-jüdische Dialog sei. Die Rezeption dieses Dokumentes in den Mitgliedskirchen der Leuenberger Kirchengemeinschaft werde ein Indiz dafür sein, für wie verbindlich die Lehrgesprächsergebnisse erachtet würden.
Der Wortlaut des Dokuments als PDF-Datei kann unter http://www.emk.de/home/text/1000/kirche_israel.pdf eingesehen werden. Eine Stellungnahme aus methodistischer Sicht von Dr. Michel Weyer, Dozent am Theologischen Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche in Reutlingen, Deutschland findet sich als RTF-Datei unter http://www.emk.de/home/text/1000/kirche_israel.rtf.
Zur Frage nach der Bedeutung der LKG sagte Frau Parmentier, dass man nach wie vor auch die 1973 verabschiedete Leuenberger Konkordie als "Symbol" für die gewachsene Verständigung zwischen reformierten, lutherischen und unierten Kirchen würdigen müsse. In der nach dem damaligen Tagungsort Leuenberg BL benannten Konkordie haben die heute 103 Kirchen der LKG untereinander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft vereinbart.
Auf seiner konstituierenden Sitzung wählte der geschäftsführende Exekutivausschuss ein neues Präsidium. Als Präsidentin der Leuenberger Kirchengemeinschaft amtiert die 39-jährige Professorin für Praktische Theologie, Elisabeth Parmentier (Strassburg). Sie löst den Schweizer Pfarrer und ehemaligen Kirchenbundspräsidenten Heinrich Rusterholz (Zürich) ab.
Zu Stellvertretern wurden der Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Thomas Wipf (55), sowie der Direktor des Seminars für Reformierte Theologie an der Universität in Münster, Michael Beintker (54) gewählt.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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