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EMKNI - 27.06.2001   Zurück zur Übersicht

Österreich: "Herausforderungen" - die Jährliche Konferenz der EMK in Österreich tagte in Graz

Der scheidende Superintendent Helmut Nausner und seine Gattin IngegerdVom 20. bis 24. Juni 2001 tagte die 72. Jährliche Konferenz der Methodistenkirche in Österreich in der steirischen Landeshauptstadt Graz. Die Delegierten und Gäste fanden herzliche Aufnahme in der von Menschen aus verschiedenen Kulturen geprägten Gemeinde. Das kam besonders im abschließenden Gottesdienst am Sonntag zum Ausdruck. Was diese Gemeinde in ihrem Alltag erlebt, das machte sie zum Thema der Jährlichen Konferenz. Herausforderungen für die Kirche, für die Ortsgemeinde und in und aus der Welt von heute, so lauteten die Themen der Abendvorträge.

Zustimmung zur Verfassungsänderung betreffend Taufe und Mitgliedschaft
Der Verfassungsänderung betreffend der neu einzuführenden Unterscheidung zwischen "getauften Mitgliedern" (bisher im Status von Kirchenkindern und Freunden) und "bekennenden Mitgliedern" (bisher Mitglieder) stimmte die überwiegende Mehrheit der Konferenzdelegierten zu. Die neue Bezeichnung unterstreicht die Bedeutung der Taufe und nimmt die Kinder als vollwertige Glieder am Leib Christi ernst. Nichtsdestoweniger erwartet die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) von ihren getauften Mitgliedern, dass sie als Antwort auf die in der Taufe zugesprochene Gnade Gottes ein persönliches Zeugnis ihres Glaubens ablegen und Verantwortung in der Kirche übernehmen und so zu "bekennenden Mitgliedern" werden.

Annahme der Charta Oecumenica
Die von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen der Römisch-katholischen Kirche (CCEE) erarbeitete "Charta Oecumenica" wurde von der Jährlichen Konferenz einstimmig angenommen. "Die Verpflichtungen, zu denen die Charta Oecumenica einlädt, entsprechen dem, was wir als Evangelisch-methodistische Kirche von unserer Tradition her selbst in unserer Verfassung und den Sozialen Grundsätzen formuliert haben", heißt es im Bericht der Kommission für theologische und ethische Fragen. Deshalb ist die Annahme der Charta Oecumenica vor allem ein Zeichen und eine Aufforderung an die anderen Kirchen, es uns gleich zu tun.

Neues Gesangbuch lieber schon heute als morgen
Die Österreichische Jährliche Konferenz hat mit Freude aus dem Probedruck für die Konferenzen gesungen und mit Bedauern festgestellt, dass sich der Einführungstermin des neuen Gesangbuches über den Palmsonntag 2002 hinauszögern wird.

Neue Gesetze und Sparmaßnahmen erschweren Hilfe an Jugendliche
Das Kuratorium des Zentrums Spattstraße berichtete von zunehmenden Hindernissen im Bereich der Jugend- und Mädchenarbeit. Die Herabsetzung der Volljährigkeit auf das vollendete 18. Lebensjahr und das neue Ärztegesetz erschweren die Durchführung therapeutischer und pädagogischer Maßnahmen. Der Spardruck der neuen Regierung wirkt sich auch im Sozialbereich aus.

Neue Ämter und Aufgaben für vollzeitliche Mitarbeiter
Manfred Schwarz – laisierter ehemaliger Priester der Römisch-katholischen Kirche – ist seit einiger Zeit Mitglied der Salzburger Methodistengemeinde. Obwohl die Evangelisch-methodistische Kirche das römisch-katholische Verständnis der Priesterweihe nicht teilt, anerkannte die Konferenz die Berufung durch Gott zum pastoralen Dienst und betraute Manfred Schwarz mit dem Dienst der Wortverkündigung und der Sakramentsverwaltung als lokalisierter Pastor in Salzburg.
Wolfgang Grabensteiner, bisher Diakon und lokalisierter Pastor, wurde nach dem neuen Verständnis des Diakonenamtes (Discipline 1996) in volle Verbindung aufgenommen. Bisher sah die Kirchenordnung das Amt des Diakons nur als Durchgangsstufe oder Probezeit auf dem Weg zum Ältestenamt vor. Der neu definierte Dienst eines Diakons soll jetzt bewusst eine Verbindung "zwischen Altar und Marktplatz" herstellen und so Christen zum Zeugnis in der Welt befähigen.
Mit Stefan Schröckenfuchs wird im kommenden Herbst seit längerer Zeit wieder ein Praktikant aus Österreich sein Studium am Theologischen Seminar in Reutlingen beginnen.
Schließlich wurde Helmut Nausners Gesuch um Versetzung in den Ruhestand stattgegeben und Lothar Pöll per 1. Oktober 2001 zum neuen Superintendenten bestellt. Dennoch wird Helmut Nausner weiterhin in verschiedenen Kommissionen und als Lehrer im Studienprogramm Graz/Waiern tätig sein.

Letzter Superintendentenbericht und Verabschiedung von Helmut Nausner
Der 18. und letzte Bericht von Helmut Nausner nahm einige Aspekte auf, die ihm in seiner Tätigkeit als Superintendent am Herzen gelegen sind. So zeigte er auf, dass die kleine österreichische Konferenz schon immer in engen Beziehungen zu anderen Konferenzen in Mittel- und Südeuropa wie auch der weltweiten Kirche gestanden ist und so die methodistische Konnexio verwirklicht hat.
Bei einem festlichen Abend am Samstag gab es Gelegenheit auf das Wirken Helmut Nausners als Pastor und Superintendent zurückzublicken. Fotos und Erinnerungen an Begegnungen und Begebenheiten gaben Anlass zum Dank, was Gott durch einen Menschen bewirken kann, der mit vollem Einsatz und ganzer Hingabe die Liebe Gottes in seinem Leben Wirklichkeit werden lässt.
Im Gottesdienst am Sonntag wurde der Dank an Helmut Nausner auch von staatlicher Seite durch Ministerialrat Dr. Karl Schwarz vom Kultusamt ausgesprochen. Er wies darauf hin, dass Helmut Nausner nicht nur viel zum ökumenischen Miteinander der Kirchen in Österreich beigetragen hat, sondern mit einer differenzierten und kritischen Stellungnahme zum neuen Religionsgesetz sich Respekt und Sympathie verschafft hat. Mit der Bitte an die Methodistenkirche weiterhin "Salz zu bleiben", nahm Dr. Schwarz ein Bild aus der Predigt von Bischof Heinrich Bolleter auf. "Ihr seid das Salz" spricht Jesus seinen Jüngern zu. Das Qualitätszeichen für das Christsein ist das Salz der Liebe Christi. Würzen, auftauen, entkalken und vor Fäulnis bewahren, das ist die Qualität des Salzes und das bewirkt die Liebe Christi.

Weitere Infos und Bilder zur Tagung der Österreichischen Jährlichen Konferenz können unter folgender Adresse gefunden werden: http://www.emk.at/JK2001.html


Quelle: Esther Handschin

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