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EMKNI - 17.03.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Bericht über die 14. Tagung der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa

Bild 1: German Acevedo vom General Board of Global Ministries ? Bild 2: Ralf Young vom World Methodist Council ? Bild 3: Regula Stotz, die neue Koordinatorin des Frauendienstes und ihre Vorgängerin Hanni Handschin. Bild 4: Thomas Wipf, Präsident vom SchwMit einem Abendmahlsgottesdienst unter der Leitung von Bischof Heinrich Bolleter und Pfarrer Markus Bach wurde die 14. Tagung der Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa (MSE) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Bülach/Schweiz feierlich eröffnet. Vom 14. bis 18. März 2001 fand die international zusammengesetzte Tagung unter dem Leitwort aus Galater 6,9: Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden" in der EMK-Kapelle Bülach statt. 110 Delegierte aus 15 Ländern haben über die Zukunft der EMK in ihren Ländern Algerien, Bulgarien, Frankreich, Jugoslawien, Makedonien, Österreich, Polen, Schweiz, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ungarn beraten. Die Zentralkonferenz MSE umfasst sieben Jährliche Konferenzen und unterhält verschiedene kirchliche Arbeitsgruppen mit dem Ziel, die evangelistischen, erzieherischen, missionarischen und sozialen Bestrebungen innerhalb ihres Gebietes zu fördern. An der Tagung wurde unter anderem die Arbeit von acht Arbeitsgruppen in extra an der Tagung gebildeten Ausschüsse beurteilt. Eingeladen an die Tagung war auch eine Reihe von Gästen, die verschiedene Gruss- und Dankesworte überbrachten.
Für jede Arbeitsgruppe wurde ein Ausschuss gebildet, der gleich einen Bericht über die Arbeit der jeweiligen Arbeitsgruppe verfasste. Die darin enthaltende Würdigung sowie Anträge und Empfehlungen wurden, zum Teil mit Ergänzungen oder Streichungen, von den Delegierten beraten und danach beschlossen. Weiter wurden jeder Arbeitsgruppe für das nächste Jahrviert neue Aufgaben zugewiesen. Auch die personelle Zusammensetzung änderte in einigen Arbeitsgruppen

Herausfordernde Botschaft des Bischofs

Ein zentraler Punkt an dieser Tagung war die herausfordernde Botschaft von Bischof Heinrich Bolleter. Sie trägt den Titel: "Freude am Evangelium - dem Leben und den Menschen nah." In verschiedenen Kapiteln setzte sich der Bischof mit diesen beiden Gedanken auseinander. Daraus einige Auszüge. In der Einleitung sagte Heinrich Bolleter: "Dieses Bischofswort an die sieben Jährlichen Konferenzen, welche in unserer Zentralkonferenz zusammengefasst sind, möchte aufzeigen, dass unser Leben, unsere Begegnungen und unser Dienst von dieser Freude getragen werden. Wenn es einen Grund gibt, zusammenzubleiben, dann sind das nicht bloss unsere guten Erfahrungen in der Geschichte, das verbindende Bischofsamt oder gar eine finanzielle oder strukturelle Abhängigkeit, nein, es ist zuallererst die gemeinsame Freude am Evangelium. Das ist genug!"
Doch der Bischof gab in seiner Einleitung auch zu bedenken, dass aus der Freude am Evangelium im Methodismus die Erweckung folge und meinte. "Wo die Erweckung nicht stattfindet, fühlen sich die Methodisten meistens miserabel. Sie stellen sich laufend die Frage: «Wie» müssen wir besser predigen, singen, musizieren, evangelisieren, Gemeinde bauen" Aber sie fragen sich kaum coram Deo, wie es um ihre Freude am Evangelium steht und «was» es heute zu predigen gilt. Methodismus ist «gelebte Gnade». Die Logik der Gnade ist, dass man sie empfängt und weiterschenkt." In seiner Botschaft betonte Bischof Bolleter die Freunde am Evangelium. Sie stehe am Anfang kirchlicher Existenz. Der primäre Auftrag sei die Kommunikation des Evangeliums. Eine Aufgabe, die in Europa nicht leicht sei, "weil unsere Gesellschaft alles Religiöse oder Christliche als Tabu oder mindestens als Privatsache erklärt hat." Er stelle aber auch fest, dass viele EMK-Gemeinden versuchen, sich für kirchendistanzierte Menschen durch eine neue Gestaltung der Gottesdienste zu öffnen. Bolleter wies darauf hin, dass solche Gottesdienstgestaltungen ein Balance-Akt zwischen der jungen und alten Generation sei. Doch er machte Mut, aus der Freunde am Evangelium heraus, neues zu wagen. "Wo wir aus der Freude am Evangelium unsere Gemeinschaft gestalten, müssen wir nicht unsere erworbenen Plätze und Besitzstände verteidigen. Wir haben Raum für neue Ideen und neue Mitarbeiter. Wir müssen sie nicht als Bedrohung ablehnen." Entscheidend für den Aufbau und die Führung der Gemeinden sei auch die Seelsorge. Eine erstrangige Bedeutung bekomme dies besonders bei Familien. "Im schnellen Umbruch und unter den erschwerten Lebensbedingungen, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit plus kleiner Wohnung plus keine Gesprächskultur zwischen den Generationen, sind viele Familien am auseinanderbrechen. Man lebt total aneinander vorbei, weil man nie gelernt hat, Grenzen zu setzen oder Konflikte auszutragen. Wenn wir als Evangelisch-methodistische Kirche das Gemeinschaftliche so sehr hochhalten, dann müsste das eigentlich in den Familien beginnen," so Bischof Bolleter. Er wies auch auf die Veränderungen in der Gesellschaft hin und rief auf, sich für die Zukunft Europas sowie für die Identifikation der gemeinsamen Werte einzusetzen. Als Beispiel nannte er die Überwindung von Gewalt, die der ökumenische Rat der Kirchen im vergangenen Februar mit einer Dekade eröffnet hat. Generell zu Ökumene sagte der Bischof u.a.: "Die wechselseitige Anerkennung der Kirchen als Kirche ist nicht das Ergebnis, sondern die Voraussetzung für die Ökumene." Heinrich Bolleter ist der Ansicht, dass die Kirchen nicht einheitlicher werden müssen, aber dass sie wieder lernen müssten, die gemeinsame Freude am Evangelium zu entdecken. Am Schluss seiner Botschaft nannte der Bischof einige Themen, die gemeinsam diskutiert werden sollten so u.a. die Rolle der Kirchen in der Veränderung von einer monolithischen Staatsgesellschaft in eine pluralistische Zivilgesesllschaft, die Rolle der freiwilligen Arbeit und der Frauen in der Kirche und in Gesellschaft oder der Beitrag der EMK zur Überwindung der Armut und der Gewalt. Die ganze Bischofsbotschaft ist in gedruckter Form erhältlich bei: Sekretariat von Bischof Heinrich Bolleter, Postfach 2239, CH-8026 Zürich, Tel. +41 (01) 299 30 60, E-Mail: bishop@umc-europe.org

Neue Aufgabe für die Arbeitsgruppen

Wie erwähnt haben die Arbeitsgruppen durch Beschlüsse der Delegierten zum Teil neue Aufträge erhalten. Aus dem umfangreichen Aufgabenkatalog von Arbeitsgruppen ein paar Auszüge:

· Die Arbeitsgruppe "Kirchenordnung und Rechtsfragen" soll einen einheitlichen deutschsprachigen Text der Kirchenordnung für die Zentralkonferenz MSE und die Zentralkonferenz von Deutschland erstellen, der sich nahe am "Book of Discipline" hält. Das "Book of Discipline" ist die Kirchenordnung der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche.
· Die Arbeitsgruppe für "Theologie und Predigtamt" soll eine Studie zum Thema "Unser Verständnis des Leitungsteams und dessen Beziehungen zur Jährlichen Konferenz" erarbeiten.
· Die Arbeitsgruppe "Jugend" wird beauftragt, internationale methodistische Jugendbegegnungen zu organisieren und darauf zu achten, dass bei der Vorbereitung Menschen aus verschiedenen Jährlichen Konferenzen einbezogen werden.
· Die Arbeitsgruppe "Mission und Evangelisation" soll nach Lösungen suchen, Austausch und Ermutigung durch die Gemeinden zum Thema Gemeindewachstum und Schulung möglich zum machen. Sie soll auch ein Konzept entwickeln, wie Evangelisation und Gemeindeaufbau vermehrt durch nicht bezahlte MitarbeiterInnen geschehen kann, insbesondere wie sie für diese Aufgabe motiviert und zugerüstet werden können.
· Die Arbeitsgruppe "Medien und Kommunikation" soll eine Plattform schaffen, die den Informationsfluss betreffend Medientätigkeit zwischen den Jährlichen Konferenzen ermöglicht. Auf dieser Plattform soll abgeklärt werden, welche Angebote und Bedürfnisse bei den Medienverantwortlichen in der Zentralkonferenz vorhanden sind. Dabei ist auf ein partnerschaftliches Geben und Nehmen zu achten.
· Die Arbeitsgruppe "Frauendienst" soll die Geschichte der Frauenarbeit in Algerien erarbeiten. Das Amt der Koordinatorin wird im August 2002 von Frau Hanni Handschin zu Frau Regula Stotz übergehen.
· Die Arbeitsgruppe "Liturgie" soll eine Arbeitshilfe zum Thema "Gottesdienst feiern" erstellen. Diese soll das Bewusstsein für das ganzheitliche Geschehen im liturgischen Handeln fördern.

Persönliche Begegnungen

An der Tagung wurde nicht nur beraten und beschlossen. Wichtig waren auch die persönlichen Begegnungen zwischen den Menschen aus den verschiedenen Ländern. Es ist ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit innerhalb der methodistischen Kirche, diese persönlichen Verbindungen und Beziehungen zu pflegen. Darin liegt ein Reichtum an gelebten persönlichen Erfahrungen in Alltag und Kirche, der miteinander geteilt werden kann. An dieser Tagung wurde dies besonders in zwei Veranstaltungen sichtbar:
· Im Schloss Laufen in der Nähe von Dachsen ZH wurde an einem festlichen Abendessen die Geburtstage der beiden Bischöfe Franz W. Schäfer und Heinrich Bolleter gefeiert.
· An einem öffentlichen Abend in der reformierten Kirche in Bülach erzählten Delegierte aus verschiedenen Ländern der Zentralkonferenz aus dem Leben der EMK in ihrem Land und gaben persönliche Glaubenszeugnisse weiter.
Persönliche Kontakte entstanden auch während den Sitzungspausen und natürlich mit den Gastfamilien, bei denen Delegierte und Gäste während der Tagung wohnten.

Ein grosser Dank geht an den EMK-Bezirk Bülach als Gastort der Zentralkonferenz. Mit grossem Engagement haben das EMK-Pfarrerehepaar Marian und Markus Bach und viele Helferinnen und Helfer aus dem EMK-Bezirk Bülach zum guten Gelingen der Tagung beigetragen, sei es mit den guten Mittag- und Abendessen oder der schönen Dekoration an vielen Orten, um nur zwei Beispiele zu nennen.


Quelle: EMKNI

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