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EMKNI - 23.03.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Partnerschaft zwischen EMK-Gemeinden am Bodensee und in Jugoslawien

In Rorschach kam es zum wiederholten Mal zu einer Begegnung zwischen Vertretern einer evangelischen Freikirche der Schweiz und aus dem serbischen Teil von Jugoslawien. Die seit 1993 bestehende rege Partnerschaft, die während des Kosovokrieges kurz unterbrochen war, hat neuen Auftrieb erhalten.
Nach dem tragischen Kroatienkrieg 1991/1992 kam es zu schlimmen Verhältnissen in Jugoslawien - Flüchtlingsströme, Versorgungsschwierigkeiten erschwerten das Leben der Menschen. 1992 rief der Bischof der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK), Heinrich Bolleter, die Gemeinden in der Schweiz auf, Partnerschaften mit bedrängten Kirchen in Jugoslawien zu schliessen, um diesen in ihrer Notlage beizustehen.
Die EMK Rorschach/Romanshorn schloss eine solche Partnerschaft mit der EMK-Gemeinde Vrsac in der Wojwodina, die zu Hilfsaktionen und zu vielfältigem Beistand führte. 1994 reiste eine Vierergruppe aus Rorschach/Romanshorn nach Nordjugoslawien, um der Gemeinde in Vrsac Beistand zu leisten und mit ihr Gemeinschaft zu pflegen. Das war der Anfang einer kirchlich-humanitären Zusammenarbeit. Besuche und Gegenbesuche stärkten die Partnerschaft. 1996 kam das Pfarrerehepaar Sjanta aus Vrsac nach Rorschach, 1998 reiste zum zweiten Mal eine Vierergruppe per Auto von Rorschach nach Vrsac, brachte der bedrängten Gemeinde ausser Hilfsgütern und Geld auch eine Orgel und eine Gitarre - und liess auch eines der beiden Autos als Geschenk zurück.
Die Kriege in Kosovo erschwerten den Partnerkontakt erneut. Der Informationsfluss stockte. Es entstand Ratlosigkeit und Hilflosigkeit. Nun aber durfte der Partnerkontakt Anfang dieses Jahres wieder aufgenommen werden. Die Frau von Pfarrer Sjanta in Vrsac konnte letzte Woche als Delegierte der EMK in Jugoslawien an die alle vier Jahre stattfindende Zentralkonferenz der EMK reisen, und ihr Mann begleitete sie mit seinem Auto aus der Schweiz, um seinerseits in dieser Zeit einen Studienfreund in Emmeten zu besuchen. Darauf besuchten die beiden am letzten Wochenende die Partnergemeinde in Rorschach.
Bei einem Kontaktgespräch am Samstag wurde zusammen überlegt, wie die helfende Partnerschaft noch fruchtbarer weitergeführt werden kann. Im Sonntagsgottesdienst predigte Pfarrer Jano Sjanta über den Nehemia-Text, welcher berichtet, wie die Israeliten nach ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft anfingen, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen. Nun kann auch hier die Partnerschaft zwischen den zwei Ländern wieder aufgebaut werden, was aber sicher nicht leicht sein wird. Nach dem Gottesdienst fanden Besuche in verschiedenen Rorschacher Familien statt, wobei es wieder zu schöner Gastfreundschaft und guten Gesprächen kam. Pfarrer Sjanta berichtete, dass sich die EMK in Vrsac nach einer schweren Bewährungskrise nun neuen Aufgaben zuwenden könne, so auch der Hilfe für die vielen entwurzelten Roma in der Region. Der Krieg hatte dazu geführt, dass es jetzt hier immer mehr Analphabeten gibt. In den Räumen der EMK werden Kinder betreut und Kurse zur Überwindung des Analphabetismus durchgeführt.
Die EMK-Gemeinde am Bodensee ist nicht die einzigen Kirche, welche solche Partnerschaftshilfe leistet. Katholische und evangelische Kirchgemeinden der Region engagieren sich seit Jahren in der Arbeitsgemeinschaft "Gemeinden gemeinsam" an den Hilfsaktionen in Sombor in der Wojwodina. Die evangelische Kirchgemeinde steht in engem Kontakt mit ihrer Partnergemeinde in Cebu im angrenzenden Rumänien. Und die Transportunternehmung Dornbierer in Rorschacherberg besorgt seit vielen Jahren die Hilfstransportdienste nach Jugoslawien und Rumänien. In Arne Engeli, der im Auftrag des Heks besonders die Hilfsaktionen in Ex-Jugoslawien leitet, hatten die Hilfswerke stets einen sachkundigen Berater und Helfer.


Quelle: Quelle: Ostschweizer Tagblatt - paul hug

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