Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 26.03.2001   Zurück zur Übersicht

Makedonien: Gebetsaufruf für Frieden

Bitte denken sie in diesen Tagen auch besonders an die Menschen in Makedonien. Erst kürzlich fand dort eine friedliche, harmonische Distriktskonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) statt. Letzte Woche noch waren zwei Delegierte aus Makedonien an der Zentralkonferenz in Bülach. In einigen Wochen sollte in Strumica ein neues Sozialzentrum der EMK — nach Jahrzehnten, in denen eine Sozialarbeit der Kirche unmöglich war. Gemeinden wachsen; neue Gruppen bilden sich. Es herrschte eine hoffnungsvolle Stimmung.
Und nun haben in der Gegend um Tetovo Waffen zu sprechen begonnen. Schon oft in den vergangenen Jahren war das Land von Kriegen und Krisen umgeben. Jetzt ist es selber davon betroffen. Die Situation ist undurchsichtig; in den nicht direkt betroffenen Gebieten wird die Stimmung als Ruhe vor dem Sturm empfunden.
Christina Cekov, Frau des EMK-Pfarrers in Strumica (Ost-Makedonien), schreibt: "Im Strumicatal ist scheinbar alles beim alten — es gibt aber vermehrt Autos mit Tetovo-Kennzeichen. Studenten kommen von Skopje nach Hause und überlegen, ob sie nicht da bleiben sollen. Die Menschen sitzen vor dem Fernseher und verfolgen die Nachrichten; es gibt nur noch ein Gesprächsthema. Die Menschen warten auf ein Zeichen der Kirchen und religiösen Gemeinschaften."
Menschen, die aus ihren Dörfern und Städten an der Grenze zum Kosovo geflohen sind — und es fliehen Makedonier wie Albaner —, finden bei Verwandten Unterschlupf. Sollten die familiären Beziehungen nicht mehr spielen können, werden Menschen unserer Gemeinden einspringen und wo immer möglich Hilfe (z.B. Nahrungsmittel und Hygienepakete) leisten. Es wird auch schon darüber gesprochen, allenfalls im neuen Sozialzentrum Flüchtlinge aufzunehmen, sollte dies notwendig werden. Die Bemühungen, einen Koch einzustellen, sind angelaufen.
Vertreter verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften (Makedonisch-orthodoxe Kirche, Römisch-katholische Kirche, Evangelisch-methodistische Kirche, Jüdische Gemeinschaft, Islamische Gemeinschaft) sind miteinander im Kontakt. Sie alle verurteilen die Anwendung von Gewalt und sind der Überzeugung, der Weg in die Zukunft müsse jener der Gewaltlosigkeit und gegenseitigen Achtung, des gegenseitigen Vertrauens und friedlichen Zusammenlebens in Makedonien sein.
Die Dorffrauen in Murtino, einem Dorf im Strumicatal, haben den Vorschlag geäußert, nicht nur über die Gegenwart zu klagen, sondern gemeinsam zu beten. Nun beten sie jeden Abend um 21.00 Uhr um Frieden für Makedonien und für alle Menschen, die in diesem Land wohnen. Durch Kontakte, die im Rahmen des Weltgebetstags entstanden sind, hat sich mittlerweile ein ganzes Gebetsnetz über die Erde gespannt. An vielen Orten schließen sich Menschen diesem Gebet für Frieden an.
Und das ist es, wozu ich Sie einladen möchte: Schließen Sie bitte Makedonien und alle darin wohnhaften Menschen in ihre Fürbitte mit ein. Beten Sie um Besonnenheit und Weisheit für die Politiker, welche in diesen Tagen Entscheidungen treffen müssen, die Auswirkungen auf die Situation in Makedonien haben. Ob Sie dies an Sonntagen in den Gottesdienst tun oder jeden Abend um 2100 Uhr: Die Verbundenheit im Glauben ist eine Brücke, die in diesen Tagen wichtig ist, weil sie Mut und Hoffnung gibt in einer Zeit der Ungewissheit.
Herzlichen Dank für Ihr Mittragen.


Quelle: Urs Schweizer - Sekretariat des Bischofs Heinrich Bolleter

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"