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EMKNI - 01.05.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Lebendiger Glaube hat in Triebes Tradition

Nur wenige werden wissen, dass die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) in Deutschland eine ihrer Quellen in Ostthüringen hat. So gehört auch die Evangelisch-methodistische Gemeinde in Triebes zu den ältesten; sie entstand bereits im Sommer 1851. Erst ein Jahr zuvor hatte sich die Kirche in Deutschland gegründet. Vom 2. bis 6. Mai wird das Triebeser Jubiläum würdig gefeiert, auch wenn diese Gemeinde die kleinste ist, die Pastor Gottfried Fischer seit 1994 betreut. Zu seinem Wirkungskreis gehören ebenso die Gemeinden in Greiz und Langenwetzendorf.
Ihren Ursprung finden die Methodisten im England des 18. Jahrhunderts bei dem anglikanischen Pfarrer und Universitätstheologen John Wesley, der mit der Glaubenspraxis seiner Kirche unzufrieden war. Mit einem Häuflein Gleichgesinnter plädierte er für den lebendigen, statt den formellen Glauben, für ein "Leben nach biblischen Methoden", wie seine Gegner spotteten. Zur eigenständigen Kirche entwickelte sich der Methodismus wenig später in den USA. Vom lebendigen Glauben beseelt, kehrte auch Friedrich Wunderlich aus Amerika heim ins kleine Rüßdorf bei Waltersdorf (Neumühle). Gemeinsam mit seinem Bruder Erhard predigte er den lebendigen Glauben und gewann mehr und mehr Anhänger. Ihre Auffassung von Gott und Frömmigkeit verbreitete sich relativ schnell.
"Doch richtig groß wurde unsere Kirche in Deutschland nie", schätzt Pastor Fischer mit Blick auf die Geschichte ein. Rund 70 000 Mitglieder zählt die Kirche heute, wobei sie im thüringisch-sächsischen sowie im schwäbischen Raum ihre Zentren hat. Als wesentlichen Unterschied zur lutherischen Kirche nennt der Pastor das bewusste Bekenntnis zum Glauben durch diejenigen, die als Glieder der Gemeinde beitreten wollen. Auch Kirchensteuer werde nicht erhoben. Mit dem Bekenntnis bei der Gliederaufnahme verpflichte sich das Gemeindeglied zur freiwilligen Zahlung eines Monatsbeitrages, dessen Höhe selbst festgelegt werden kann. Trotz der Unterschiede gibt es jedoch eine gute Zusammenarbeit mit der Landeskirche, bekräftigt Gottfried Fischer, was sich auch darin äußert, dass der Festgottesdienst zum Jubiläum am 6. Mai um 14 Uhr in der Evangelisch-lutherischen Kirche in Triebes stattfindet.
Bischof Dr. Walter Klaiber wird in diesem Gottesdienst predigen. Bereits am 2. Mai um 19.30 Uhr blickt der aus Triebes stammende Pastor Dr. Karl Zehrer auf die "Kirche in ihrer Zeit vor 150 Jahren" zurück. Am 4. Mai um 19.30 Uhr berichtet der Chronist der Triebeser Gemeinde, Willy Kittelmann, über die Methodisten der Stadt seit Entstehen der Gemeinde, und am 5. Mai trifft sich um 14 Uhr der ehemalige Jugendkreis. Alle Interessenten sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.


Quelle: Ostthüriger Zeitung

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