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EMKNI - 03.05.2001   Zurück zur Übersicht

USA: Zentralkonferenzen der EMK außerhalb der USA haben doch weitergehendes Adaptionsrecht

Das "Judicial Council", das höchste Gericht der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) hat einen seiner frühren Entscheide nach verschiedenen Interventionen, unter anderem durch den Bischofsrat der EMK, revidiert.
An seiner Tagung vom 25. bis 26. April in Scottsdale, Arizona wurde der Entscheid des "Judicial Council" gegen die Norwegische Jährliche Konferenz vom Oktober erneut verhandelt. Es war das einzige Geschäft, bei dem auch mündliche Zeugenaussagen eingeholt wurden.
Konkret ging es um strukturelle Veränderungen der Norwegischen Jährlichen Konferenz der EMK von 1995 und 1997, die vom Book of Discipline, der Kirchenordnung der EMK, abweichen. Nach mehrfachem Hin und Her zwischen dem Northern Europe Judicial Court und dem Judicial Council, wurden diese Änderungen von letzterem als mit der Verfassung unvereinbar erklärt. Zuvor hatte das Northern Europe Judicial Court die vom damaligen Bischof Hans Vaxby eingeführten Änderungen als verfassungskonform gutgeheißen.
Bischof Jack Tuell, der in dieser Sache neben Hans Växby vor dem Judicial Council aussagte, betonte, dass der Paragraph 637.9 des Book of Discipline es den Zentralkonferenzen außerhalb der USA eindeutig erlaube, Adaptionen, die nicht die Verfassung der Kirche betreffen, vorzunehmen. Damit werde der weitweiten Kirche die Möglichkeit gegeben, den Anforderungen der konkreten Situation in den jeweiligen Ländern zu entsprechen.
Laut Hans Växby sei es für die kleinen Jährlichen Konferenzen in Europa schon strukturell unmöglich, alle Änderungen, welche die Generalkonferenz alle vier Jahre an der Kirchenordnung vornehme, innerhalb vernünftiger Frist zu ratifizieren. Werde das Adaptionsrecht eng ausgelegt, würden die Zentralkonferenzen total überfordert.
Das Judicial Council ging bei der Begründung seiner Revision des Urteils vom Oktober nicht mehr auf die Frage ein, wie weit das Adaptionsrecht der Zentralkonferenz gehe, sondern erklärte sich schlicht und einfach für nicht zuständig. In dieser Sache letzte Instanz sei der Northern Europe Judicial Court, der die Änderungen der Norwegischen Konferenz ja gutgeheißen hatte. Damit hat das Judicial Council indirekt bestätigt, dass die Adaptionen von Bischof Växby verfassungsgemäß waren.
Gegen diesen Entscheid haben zwei Richter des Judicial Councils ihre abweichende, ablehnende Haltung in einer sogenannten Dissenting Opinion festgehalten.
Besonders die europäischen Zentralkonferenzen werden diesen wohl letzten Entscheid des Judicial Councils zu dieser Sache erleichtert aufnehmen. Er gibt der Arbeit der EMK in Europa die nötige Flexibilität, um auf die je unterschiedlichen Situationen in den verschiedenen Ländern reagieren zu können.


Quelle: United Methodist News Service

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