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EMKNI - 07.05.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: 35 Organisationen und Institutionen unterstützen „Bremen-Nord gegen Rechts“

Zahlenmäßig ist das Potenzial des Bündnisses nicht zu erfassen. "Ein paar Tausend Menschen werden wir aber auf die Beine bringen", schätzt Kammeyer. Was aber konkret für den 26. Mai geplant wird - an dem Tag will die NPD bekanntlich wieder in Bremen-Nord auftauchen - soll erst zu einem geeigneten Zeitpunkt bekannt gemacht werden. Kammeyer begründet noch einmal, warum um die geplanten Veranstaltungen und Aktionen so ein Geheimnis gemacht wird: "Wir wollen Gegenakzente setzen, der NPD aber keine Gegenstrategien liefern.
Grundsätzlich wollen sich die Bündnisgruppen aber völlig unabhängig von den Aufmärschen und Aktionen der NPD machen. Das bedeutet auch, dass nicht unbedingt am 26. Mai die geplante Aktionen stattfinden. Als Datum steht heute, laut Pastor Joachim Weisheit von der Evangelisch-methodistischen Kirche, der 23. Juni 2001 fest. Der Deutsche Gewerkschaftsbund wird auf jeden Fall sein "Konzert gegen Rechts" auf die Bühne bringen, DGB-Bundes- und Landesverband unterstützen das Bündnis.
"Power auf Dauer", formuliert Pastor Volker Keller etwas flapsig die Grundeinstellung, sich kontinuierlich gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen. Das Bündnis wolle offensiv mit den Rechten umgehen und nicht defensiv. Und wenn es auch im Zusammenhang mit der NPD etwas merkwürdig klingt. Ein bisschen ist man der Partei sogar dankbar. "Die NPD hat uns den Impuls gegeben , dass wird über unser Verhältnis zu Ausländern und zum Rechtsextremismus nachdenken" so Keller. Die NPD-Auftritte seien der Auslöser für die Bündelung der Kräfte in Bremen-Nord, "wir können jetzt auf jeden Termin flexibel reagieren".
Als besonders erfreulich empfinden Kammeyer, Keller, Erik Petersen (Ortsamtsleiter Blumenthal), Pastor Joachim Weisheit und Ilse Rachner (Leiterin der Stadtbibliothek Vegesack), dass sich alle Bündnisteilnehmer einig sind. Erfahrungsgemäß sei es sonst schwierig, so viele unterschiedliche Gruppen an einen Tisch zu bringen. Die NPD-Treffen in Bremen-Nord schaden dem Ruf Vegesacks und verursachen einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden, meint Kammeyer und zählt unter anderem auf: Umsatzeinbußen der Geschäftsleute, Ausgaben für die Polizeieinsätze: "Das geht in die Millionen." Das gemeinsame Thema macht die Zusammenarbeit im Bündnis einfach und unbürokratisch. Beispielsweise ist es in kurzer Zeit gelungen, ein Spendenkonto einzurichten, denn das Bündnis ist für finanzielle Zuwendungen dankbar, obwohl auch vieles aus eigener Tasche bezahlt wird. Wer das Bündnis unterstützen möchte, kann das unter dem Stichwort "Bremen-Nord gegen Rechts", Empfänger: Evangelisch-methodistische Kirche Bremen-Nord, Konto 230041601 bei der Commerzbank. Außerdem sind weitere Mitstreiter im Bündnis willkommen, besonders auch Ausländer. Das Bündnis "Bremen-Nord gegen Rechts" baut darauf, dass auch Menschen und Organisationen aus Bremen-Stadt sich dem Bündnis anschließen werden.


Quelle: Die Norddeutsche -Sylvia Wörmke

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