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EMKNI - 14.05.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Steiflichter aus der Tagung der Norddeutschen Jährlichen Konferenz der EMK in Wuppertal

Sportliche Auflockerung an der Norddeutschen Jährlichen Konferenz der EMKVom 8. bis 13. Mai tagte in Wuppertal die Norddeutsche Jährliche Konferenz (NJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) unter der Leitung von Bischof Walter Klaiber.
Es folgen einige Themen und Beschlüsse der NJK:

Die vielfältige Zusammensetzung der Konferenz mit internationalen Gemeinden führte bereits am Donnerstag zu einem bemerkenswerten Beschluss: im Ordentlichen Ausschuss "Internationale/Fremdsprachige Gemeinden" ist neu Englisch die Verhandlungssprache. Das Protokoll wird in Deutsch erstellt und ins Englische übersetzt. Künftig soll der Ausschuss zweisprachig arbeiten.

Das Diensthandbuch der Norddeutschen Jährlichen Konferenz soll in einer Überarbeitung neu herauskommen. Der Text wird gedruckt oder auf elektronischem Wege zur Verfügung gestellt.

Der Superintendent des Berliner Distriks, Hans Michalski, wird bis 2005 im Dienst sein, zwei Jahre länger als zunächst vorgesehen. Dies gab Bischof Klaiber während der Konferenz bekannt. Am Ende der Dienstzeit wird Hans Michalski direkt in den Ruhestand gehen.

In ihren Berichten stellen die Superintendenten der Norddeutschen Konferenz fest, dass viele Gemeinden im vergangenen Konferenzjahr die im Jahr 2000 formulierte Priorität kirchlicher Arbeit, nämlich "bisher kirchenferne Menschen mit der Liebe Gottes vertraut zu machen", aufgenommen haben. Sie entwickeln dafür missionarische Konzepte. In diesem Zusammenhang wollen sie auch die Fortbildung von Pastorinnen und Pastoren verstärken. Die regionale Zusammenarbeit von Gemeindebezirken – besonders in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und im Großraum Berlin – geht weiter, aber es wird festgestellt, dass man "von echter Teamarbeit" vor allem bei den Hauptamtlichen "noch weit entfernt" sei. Auch in diesem Jahr war das Thema der Finanzkraft von Konferenz und Bezirken sowie die zurückgehende Kirchengliederzahl Bestandteil der Berichte. "Wir können nicht mit weniger Mitteln so weiterzumachen, wie bisher", so Reinhard Theysohn, Superintendent des Essener Distrikts. Dennoch, so Bischof Dr. Walter Klaiber, gibt es einige Gemeinden, die stabil sind und wachsen. Auch andere Delegierte mahnten, nicht in Resignation zu verfallen.

Künftig soll im Bereich der Norddeutschen Konferenz das internationale Kirchensymbol "Kreuz und Flamme" vorrangig verwendet werden. Vorhandene andere Symbole ("Kreuz auf der Weltkugel") werden "bei sich bietender Gelegenheit" durch das internationale ersetzt.

Zum Thema Dienstkleidung wird im Diensthandbuch der Norddeutschen Konferenz ein Passus eingefügt. Darin wird angesichts der Bedeutung des Gottesdienstes eine "angemessene Kleidung" gefordert. Wird zu bestimmten Anlässen ein Talar getragen, ist ab der Jährlichen Konferenz 2002 ein Talar in "methodistischer Form zu tragen (V-Ausschnitt oder Collar, keine Beffchen)".

Ein Gespräch über die Dienstzuweisungspraxis war - aufgrund einer Vorlage des Ständigen Ausschusses für das Predigtamt - ein Schwerpunkt der Konferenz. Darin zeigte sich, dass man am gegenwärtigen System der Dienstzuweisungen unter Einbeziehung der Konsultationspraxis festhalten möchte. Und zwar nicht nur, aber auch mangels echter und praktikabler Alternativen. Dennoch möchte man im übrigen europäischen Ausland Ausschau danach halten, wie die dortigen methodistischen Kirchen Dienstzuweisungen vornehmen.

Die ghanaische Gemeinde in Hamburg-Eppendorf hat sich in den vergangenen acht Jahren so gut entwickelt, dass sie heute in der Lage ist, ihre Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Die Norddeutsche Konferenz bildete nun für diese Gemeinde einen eigenen Bezirk. Insgesamt wachsen internationale oder fremdsprachige Gemeinden. Allerdings, so machten die Berichte deutlich, ist das Zusammenleben zwischen deutschen und fremdsprachigen Gemeinden nicht ganz ohne Spannungen.

Die Zahl der Gottesdienstbesucher und die Gliederentwicklung der Gemeinden sollen künftig in die Statistiken der Norddeutschen Konferenz aufgenommen werden.

Eine kleine Gemeinde feierte am Donnerstag vor der Jährlichen Konferenz ihre Gründung unter dem Motto: "Leinen los!" In Henstedt-Ulzburg, rund 20 Kilometer nördlich von Hamburg, begann es vor zwei Jahren mit einem Hauskreis. Zur Gemeinde gehören rund 15 Erwachsene und zehn Kinder. Noch feiern sie ihre Gottesdienste im Bürgerhaus der Stadt.

Eine Resolution zur ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt verabschiedete die Konferenz. Darin heißt es unter anderem: "Wir wollen uns prüfen, um zu erkennen, wo wir selbst in der Kirche und in unseren Gemeinden in Spiralen von Gewalt und Gegengewalt gefangen sind, und unseren Herrn und Erlöser bitten, uns zu befreien." Es wird der Wunsch geäußert, Konflikte in Kirche und Gemeinden "konstruktiv auszutragen" sowie Räume zu schaffen, wo von Gewaltanwendung betroffene Menschen "aufatmen können".

In seiner Predigt im Ordinationsgottesdienst am Konferenzsonntag ging Bischof Dr. Walter Klaiber vor allem auf die Bedürfnisse der jüngeren Generation ein. Um für sie - und andere - da zu sein, brauche die Kirche kein neues "Outfit", sondern quasi ein "Infit", also neue Begeisterung, die aus der Guten Nachricht von Gottes Liebe zu allen Menschen kommt. So wünschte Walter Klaiber auch den Ordinanden und der ganzen Kirche "die Stärke, die aus dem Erfülltsein mit Gottes Liebe erwächst". Parallel zum Gottesdienst in der Alten Wupperfelder Kirche trafen sich auf der Bundeshöhe wieder die Kinder zu ihrer Konferenz.

Die nächste Norddeutsche Jährliche Konferenz findet vom 18. bis 23. Juni 2002 in Delmenhorst bei Bremen statt.


Quelle: EMK Deutschland

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