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EMKNI - 15.05.2001   Zurück zur Übersicht

Algerien: Nicht nur diffamierende Presseberichte über Christen in der Kabilei

Blick auf den Bezirkshauptort Quadhia mit 15'000 EinwohnernAm 3. Mai 2001 hat EMKNI einen Artikel von Offene Grenzen über die diffamierende Medienkampagne abgedruckt (http://emknews.umc-europe.org/2001/mai/03-01.php). Dass es auch anders geht, konnte man in der Ausgabe von Kirche+Welt (http://www.umc-europe.org/kundw/) vom 25.4.2001 lesen. Erna Saim, eine aus der Schweiz stammende Frau in Ouadhia, die seit Jahren ihren Mann Kader Saim in der Leitung der christlichen Gemeinde der Protestantischen Kirche Algeriens unterstützt, schreibt:

"Man hat uns Missionsmitarbeitern manches Mal vorgeworfen, dass wir die Evangelisation zu aggressiv betreiben. So wurde es oftmals empfunden. Unser Grundsatz war aber lediglich, auf gestellte Fragen zu antworten. Immer mehr Menschen kamen mit ihren Fragen zu uns und erhielten auch eine Antwort. Jeder soll das Recht auf Information haben.
Nun hat eine besondere 'Kategorie' von Leuten mit dem Fragen begonnen: die Journalisten. Da reichen sowohl die Fragen wie die Antworten weit über den einzelnen Menschen hinaus. Jeder hat Anspruch auf Information, auch was Christus betrifft. Dies ist auch heute noch unsere Einstellung. Vor etwa zwei Monaten kamen zwei junge Journalistinnen in muselmanischer Damenaufmachung und stellten uns Fragen. Sie arbeiten für eine bei jungen Leuten sehr beliebten, reich bebilderten Wochenzeitung. Dort wird neben aktuellen Reportagen vor allem über bekannte Stars berichtet. Erst luden wir sie ein, als Vorbereitung das Lukasevangelium zu lesen und an einem Gottesdienst teilzunehmen. Vor fünf Wochen saßen sie dann mit uns im Versammlungsraum. Nachher befragten sie zwei Ehepaare, zwei oder drei Mitglieder und meinen Mann Kader; im Weitern knipsten sie ein paar Bilder. In den folgenden Tagen interviewten sie noch den katholischen Erzbischof.
Das Resultat kam nun auf zwei Wochen verteilt in je einem zweiseitigen Bericht heraus mit dem bezeichnenden Titel: Die erstaunliche Verbreitung des Christentums in Algerien.
Die Zeugnisse hoben vor allem die Entdeckung eines Gottes der Liebe hervor. Am Ende des Berichts hatte man noch den Kommentar eines islamischen Gelehrten abgedruckt, der sagte, dass der Islam für die vom Glauben abgefallenen und nicht reuigen Leute die Todesstrafe vorsieht!
Nachdem der Artikel erschienen war, tauchte eines Tages ein junger Mann von einem 1200 km entfernten Ort nahe der tunesischen Grenze auf. Er zeigte seine Identitätskarte und zog eine gefaltete Zeitungsseite aus der Hosentasche. Dann sagte er, er habe dort gelesen, dass es einen Gott gibt, der den Menschen liebt. Er wolle mehr über ihn wissen..."


Quelle: kirche+welt

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