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EMKNI - 21.05.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Die Südwestdeutsche Jährliche Konferenz für Fusionierungsverhandlung mit Süddeutscher EMK

Drangvolle Enge herrscht im mathematisch exakt durchgeplanten Plenarsaal. Die rheinland-pfälzische Vom 16. bis 20. Mai 2001 fand unter der Leitung von Bischof Walter Klaiber die Tagung der Südwestdeutschen Jährlichen Konferenz (SWJK) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in der rheinland-pfälzischen Weinbauschule In Bad Kreuznach statt. Das Thema der Tagung lautete "Habt ihr Augen und seht nicht?"
Bischof Dr. Walter Klaiber erklärte in der konstituierenden Sitzung: "Das Motto dieser Konferenz überrascht, enthält es doch einen Vorwurf , einen Vorwurf, der nicht nach außen geht, sondern sich an die eigene Adresse wendet. Aus der Perspektive von Frauen, insbesondere von Frauen in schwieriger Situation, wollen wir uns aufmerksam machen lassen auf Dinge, Kräfte und Einsichten, die wir sonst nicht entdeckt hätten."
Christine Schaumberger, katholische Diplom-Theologin aus Heidelberg, die sich selbst als feministische Befreiungstheologin bezeichnet, führte mit ihrem Referat am Mittwochnachmittag des Eröffnungstages in das Konferenzthema ein. Feministische Befreiungstheologie ist danach Theologie für die Armen, Unterdrückten und an den Rand Gedrängten. Das bedeutet einen Blickwechsel hin zu den Frauen, weil zu den Armen überwiegend Frauen gehören. Sie sollen "sehend und sichtbar" werden, "zu ihrem Gedächtnis" soll an die Geschichte der Kämpfe von Frauen erinnert werden. Ihr Anspruch auf "Brot, nicht Stein" soll zu gerechtem Teilen führen.

Mögliche Vereinigung mit der Süddeutschen Jährlichen Konferenz
Nach der feministischen Theologie war die mögliche Fusionierung mit der Süddeutschen Jährlichen Konferenz das zweite große Thema der Konferenz. Nach intensiver, sachlicher Diskussion wurde über die folgende Beschlussvorlage abgestimmt: "Die Südwestdeutsche Jährliche Konferenz tritt in Verhandlungen mit der Süddeutschen Jährlichen Konferenz ein mit dem Ziel, eine gemeinsame Konferenz zu bilden." Mit einer Mehrheit von 97 Ja-Stimmen gegen 11 Nein-Stimmen und 6 Enthaltungen wurde die Vorlage angenommen. Bischof Klaiber bezeichnete dies als ein "sehr eindeutiges Ergebnis", und bemerkte:
1. Er wünsche, dass auch diejenigen, die sich enthalten mussten, die, die den anderen Weg gehen wollten, und auch die, die zwar mit ja stimmten, aber eher unentschlossen waren, "das als den Weg sehen" können. "Es ist eine klare Willensentscheidung, auf der weitergearbeitet werden kann und muss."
2. Er wünsche beiden Jährlichen Konferenzen, dass alles, was jetzt geschieht, sich sehr schnell auswirkt beziehungsweise dass relativ schnell Kräfte frei werden für die Arbeit vor Ort.

Der eingeschlagene Weg der Verhandlungen mit der Süddeutschen Jährlichen Konferenz werden nun umgehend aufgenommen. Nur mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der stimmberechtigten Konferenzmitglieder könnte der Vereinigungsprozess wieder gestoppt werden.


Quelle: EMK Deutschland

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