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EMKNI - 28.05.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Wandern bis ins Jahr 2000 v. Chr.

An einer Tafel des Bibelwegs von Gerlafingen nach UtzenstorfAuf der Strecke Gerlafingen-Utzenstorf wurde gestern Sonntag bei herrlichem Sommerwetter der Bibelweg eröffnet.
Um den Kindern im kirchlichen Unterricht die riesigen Raumeinheiten des biblischen Geschehens fassbar zu machen, lieh sich der evangelisch-methodistische Pfarrer Stefan Moll von der Ackerbaustelle das Messrad aus. Nach dem Maßstab - ein Jahr entspricht einem Meter - markierten die Schülerinnen und Schüler wichtige Ereignisse aus Geschichte und Geografie mit Kreide auf der Strasse. "Die Kinder staunten, dass sie ganze 2000 Meter abmessen mussten, um endlich in Zielebach auf Christi Geburt zu stoßen", sagt Moll. Das war die einfache Variante des Bibelweges.
Aufwändiger zwar, aber nach dem gleiche System ist der Bibelweg zwischen Gerlafingen und Utzenstorf konzipiert: Mit jedem Meter wandert man ein Jahr zurück.
Das Jahr 2000 der heutigen Zeitrechnung beginnt auf dem Parkplatz der Stahl AG in Gerlafingen, und nach vier Kilometern idyllischer Wanderung entlang der Emme ist man im Utzenstorfer Schachen, unterhalb des Schlosses Landshut, im Jahr 2000 vor Christus in der biblischen Zeit angelangt. Der Weg beginnt in der Gegenwart mit dem Fall der Mauer in Berlin, gefolgt vom ersten Mondflug, dem Zweiten und Ersten Weltkrieg und endet mit der Tafel von Abraham und Sara, "den letzten historisch fassbaren biblischen Gestalten", wie der Initiator des Bibelweges sagt. In der Mitte befindet sich die Tafel der Zeitwende und sechs Meter später, weil Stefan Moll es auch hier historisch genau nimmt, die der Geburt Christi.
Das Konzept ging immer von einem historischen Lehr- und Erlebnisweg aus, "es sollte kein Andachtspfad werden", stellt Stefan Moll fest. Darum sind ihm auch die historischen Daten so wichtig. Wenn man biblische Zitate zur geschichtlichen Grundlage herausreiße, habe man nur noch Orakelsprüche, ist er überzeugt. Die Hälfte der 34 Tafeln behandeln denn auch weltgeschichtliche Themen. Darum sei willkommen, wer den Weg nur aus geschichtlichem Interesse erwandere, sagt Stefan Moll. Der Bibelweg ist ein Projekt der Evangelisch-methodistischen Kirche Gerlafingen und wurde in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kirchen, Verbänden und Firmen der Region realisiert.
Weitere Infos unter: http://www.bibelweg.ch/


Quelle: Berner Zeitung - Ursula Schneider

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