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EMKNI - 02.11.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland: Sie kommen aus Ghana, Indien, Südafrika - zum gemeinsamen Gottesdienst

Dezent in Weiß gestrichen, eingefasst von hohen Eichen und Linden, fiele die verschachtelte Kaufmannsvilla an der Röntgenstraße/Ecke Alsterkrugchaussee nicht weiter auf - wären da nicht die Sonntage, an denen Menschen unterschiedlichster Nationalität in das knapp einhundert Jahre alte Gebäude strömen. Amy aus Ghana, Shalini aus Indien, Stephan aus Südafrika, Mary Frances aus den USA und Anja aus Hamburg - sie alle kommen in den Gottesdienst der einzigen englischsprachigen Evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde (EMK) in Hamburg.
Vor zehn Jahren wurde aus der Kreuzkirche zusätzlich die "Church of the Cross", als zur deutschsprachigen die englischsprachige Gemeinde hinzukam. 1941 von der evangelischen Freikirche gekauft, bekam das Gebäude 1956 einen Kirchenanbau mit Glockenturm, den heute beide Gemeinden nutzen.
Mit anfänglich einem englischsprachigen Gottesdienst im Monat startete die Kirche in unmittelbarer Flughafennähe ihre Arbeit. Doch die Besucherzahlen stiegen kontinuierlich, so dass 1994 wöchentliche Gottesdienste eingeführt wurden. "Jetzt kommen jeden Sonntag durchschnittlich 50 Erwachsene und unzählige Kinder", erzählt Pastor Rev. Thomas Shaw, der 1997 mit seiner Frau und den vier Kindern nach Hamburg kam. Ursprünglich aus Iowa stammend, predigte er vor seiner Hamburger Station in Frankreich und Tunesien.
"Diese Gemeinde deckt einfach ganz viele verschiedene Bedürfnisse ab", erzählt Anja Renkewitz. "Zum einen natürlich den Glauben. Doch einige Besucher kommen auch, um fern von der Heimat englisch zu sprechen und Anschluss zu finden. Und ab und zu werden sogar ganz alltägliche Probleme gelöst: Wenn jemand hilflos mit der deutschen Beschreibung seiner Waschmaschine auftaucht." Die 30 Jahre alte Marketing-Mitarbeiterin des Hamburger Flughafens kam 1998 nach einem Arbeitsaufenthalt in Atlanta nach Hamburg. In den Staaten hatte die Katholikin evangelisch-methodistische Gottesdienste kennen und schätzen gelernt. "Und die Gemeinde hier in Hamburg hat mich dann auch sofort überzeugt."
Auch Keng Taan Soh (34) und seine Frau Vivienne Chong aus Singapur kommen seit einem Jahr in die Kreuzkirche. "Wir haben uns nach unserer Ankunft hier in allen englischsprachigen Gemeinden umgesehen - doch hier hatten wir das stärkste Gefühl, willkommen zu sein", so Keng Taan Soh. Die Gemeinde habe entschieden dazu beigetragen, sich schnell in Hamburg zu Hause zu fühlen.


Quelle: Hamburger Abendblatt - Claudia Sewig

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