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EMKNI - 09.11.2001   Zurück zur Übersicht

USA: Internationale ökumenische Delegation besucht als "lebendige Briefe" US-Kirchen

Vertreter und Vertreterinnen aus Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) werden vom 8. bis 14. November als "lebendige Briefe" in die Vereinigten Staaten reisen, um ihr tiefes Mitgefühl mit den Kirchen und der Bevölkerung der USA zum Ausdruck zu bringen.
Der ÖRK-Exekutivausschuss tagte gerade in Genf als die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon erfolgten. Spontan regten die erschütterten Ausschussmitglieder damals zu dieser Geste des Mitgefühls an.
Mit dem Besuch bei den US-Kirchen, der in New York beginnt, sollen "die Solidarität und das Mitgefühl der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft" zum Ausdruck gebracht und soll gemeinsam mit den Kirchen überlegt werden, "was der 11. September und die darauf folgenden Ereignisse für das Zeugnis der Kirchen in den USA und in anderen Teilen der Welt bedeuten".
Im Licht der Dekade zur Überwindung von Gewalt will die Delegation mit den Kirchen auch über die "langfristigen Folgen" der Anschläge und der daraus resultierenden Militärschläge gegen Stellungen der Taliban und gegen Terroristencamps in Afghanistan nachdenken. Der Vorstand der US-Konferenz für den ÖRK begrüßte auf seiner Sitzung am 2. Oktober in New York den Besuch und stellte sich hinter dessen Zielsetzung.
"Die Reise wird als Pastoralbesuch von Kirchen aus aller Welt bei den Kirchen in den Vereinigten Staaten angesehen", sagte Jean Stromberg, Leiterin des US-Büros des ÖRK. "Es wird weitgehend anerkannt, dass US-Bevölkerung und Kirchen immer schnell zur Stelle sind, wenn es gilt, in anderen Teilen der Welt Nothilfe zu leisten. Die US-Mitgliedskirchen selbst empfangen dagegen weniger häufig seelsorgerliche Hilfe und Zuwendung von anderen, doch ist Empfangen für alle Glieder des Leibes Christi genauso wichtig wie Geben."
Delegationsmitglied Pfarrer Jean-Arnold de Clermont von der Reformierten Kirche Frankreichs würdigte die Führungsrolle der US-amerikanischen Kirchen während der Krise. "In Frankreich haben wir in den vergangenen Wochen sorgfältig auf das gehört, was die US-Kirchen sagten", berichtet Clermont. Europa müsse ebenso wie die Vereinigten Staaten "in die Zukunft blicken und verstehen, warum Menschen zu Terroristen werden und hassen, denn wir werden in den kommenden Jahren mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert werden", so Clermont.

Viele Mitglieder der Delegation kommen aus Regionen, in denen Terrorismus sowie religiöse und ethnische Konflikte an der Tagesordnung sind.
Delegationsleiter ist Bischof Mvumelwano Dandala, leitender Bischof der Methodistischen Kirche des südlichen Afrika und Vorsitzender der ÖRK-Beratungsgruppe für regionale Beziehungen.
Weitere "lebendige Briefe" der Delegation sind:
Metropolit Elias Audi, Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiochien und dem gesamten Morgenland, Beirut, Libanon.
Bischof Samuel Azariah, ehemaliger Moderator der Kirche von Pakistan und zurzeit Diözesanbischof der Diözese Raiwand.
Vater Nicholas Balachow, Sekretär für interorthodoxe Beziehungen im Außenamt der Russischen Orthodoxen Kirche.
Pfarrer Jean-Arnold de Clermont, Präsident des Französischen Evangelischen Kirchenbundes, Reformierte Kirche von Frankreich.
Pfarrerin Septemmy Lakawa, Dozentin an der Theologischen Hochschule in Jakarta, Indonesien, und Mitglied des ÖRK-Exekutiv- und Zentralausschusses.
Jean Zaru, Religiöse Gesellschaft der Freunde, Ramallah, Palästina.
Pfarrerin Kathryn Bannister, Geistliche der Evangelisch-methodistischen Kirche, Vorsitzende der US-Konferenz und ÖRK-Präsidentin, wird das Team bis zur Beendigung der Gespräche am 10. November in Chicago begleiten. Des Weiteren nehmen Georges Lemopoulos, amtierender Generalsekretär des ÖRK, und Jean Stromberg, Leiterin des US-Büros des ÖRK, an der Besuchsreise teil.

Bischof Frank Tracy Griswold III., leitender Bischof der Episkopalkirche, hat kirchliche Verantwortliche aus New York zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen, der am 8. November um 11.00 Uhr in der Kapelle des Episkopalen Zentrums stattfinden wird.
Von 14.30 bis 16.30 Uhr trifft die Delegation mit New Yorker Pfarrern und Pfarrerinnen zusammen, deren Gemeinden von der Katastrophe im World Trade Center unmittelbar betroffen waren.
Erzbischof Philip von der Antiochischen Orthodoxen Christlichen Erzdiözese von Nordamerika empfängt das Team am Donnerstagabend, 8. November, in seinen Amtsräumen in Englewood, New Jersey. An dem Empfang werden auch Mitglieder der Ständigen Konferenz christlicher und muslimischer nahöstlicher Religionsführer teilnehmen, einer in den USA ansässigen Gruppe.
Am 9. und 10. November trifft die Delegation in Chicago am Sitz der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika mit Vertretern und Vertreterinnen US-amerikanischer ökumenischer Räte und ÖRK-Mitgliedskirchen zusammen. Am 11. November überbringt das Team der Vierten Presbyterianischen Kirche und weiteren Kirchen in Chicago Grußbotschaften.
Am 12. November fliegt die Delegation nach Washington, wo sie mit Vertretern und Vertreterinnen der US-Katholischen Konferenz/Nationaler Bischofsrat und mit Repräsentanten des Amerikanischen Muslimischen Rats zusammentrifft. Ferner wird sie in der Simpson Memorial Chapel im Amtsgebäude der Evangelisch-methodistischen Kirche an der Maryland Avenue an einem Gottesdienst teilnehmen.
Die Pilgerreise endet am 13. und 14. November in Oakland, Kalifornien, wo die Gruppe an der Generalversammlung des Nationalrats der Kirchen Christi in den USA teilnimmt.


Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen

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