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EMKNI - 13.11.2001   Zurück zur Übersicht

USA: Bischöfe richten einen seelsorgerlichen Brief an die ganze Kirche

An der jüngsten, zweimal pro Jahr stattfindenden, Tagung des Bischofrats der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) von vergangener Woche in Lake Junaluska, North Carolina, richteten die 107 Bischöfe der weltweiten EMK einen seelsorgerlichen Brief an die ganze Kirche. Im folgenden finden Sie eine Übersetzung des Schreibens von Urs Schweizer. Das Original ist unter http://www.umc.org/usattack/pastoralletter.htm abrufbar.


"Liebe Schwestern und Brüder in Christus
Gnade und Friede sei mit euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Die traurigen und schrecklichen Ereignisse in den Vereinigten Staaten von Amerika am 11. September 2001 und darüber hinaus veranlassen uns dazu, Worte der Hoffnung und des Friedens an die Mitglieder und Freunde der Evangelisch-methodistischen Kirche in den 120 Jährlichen Konferenzen in mehr als 50 Ländern dieser Erde zu sprechen. Erschüttert und fassungslos angesichts terroristischer Attacken in den USA und der Bedrohung des Bioterrorismus rufen wir, eure Bischöfe, die Kirche dazu auf, sich uns anzuschließen und nach Solidarität für die ungerecht behandelten und leidenden Menschen auf der ganzen Welt zu streben.
Unsere innigen und beständigen Gebete gelten denen, welche trauern, weil sie Freunde und geliebte Angehörige verloren haben; den Militärseelsorgern und jenen Personen, welche den Dienst des Da-Seins, des Tröstens, des Heilens und der Hoffnung tun; den öffentlichen Bediensteten und zahllosen Freiwilligen, welche eine selbstlose Großzügigkeit bewiesen haben; all jenen, welche sich an die Seite jener Personen gestellt haben, die fälschlicherweise mit dem Terrorismus verbunden worden sind; den Menschen, welche in Gefahr gebracht worden sind, und ihren geliebten Angehörigen; Präsident Bush und den Führern aller Nationen, dass sie Weisheit und Mut haben mögen, die Menschen in die Gerechtigkeit und in den Frieden zu leiten. Wir beten für die unschuldigen Opfer, welche Verletzungen, Verlust und Tod erlitten haben. Wir beten auch für jene, welche anderen Leid antun wollen. Wir beten, dass Gewalt, Terrorismus und Krieg aufhören wird. Und wir bitten euch, euch unseren Gebeten anzuschließen.
Wir sind sehr besorgt um die vielen tausend Menschen, welche in Angst und Schrecken leben, und um jene, die von Krieg und Armut vertrieben worden sind. Wir sind der tiefsten Überzeugung, dass alle denkbaren Bemühungen um einen Schutz dieser unschuldigen und höchst verletzlichen Menschen wahrgenommen werden müssen. Wir sind überzeugt, dass wir die geistlichen und menschlichen Mittel der Evangelisch-methodistischen Kirche einsetzen und durch sie in einer liebenden, fürsorgenden Weise antworten müssen. Wir empfehlen den Gemeinden rund um den Globus, den Sammelaufruf 'Liebe inmitten der Tragödie' und alle weiteren humanitären Sammlungen zu unterstützen.
Wir, eure Bischöfe, glauben, dass Gewalt in all ihren Formen und Ausdrucksweisen Gottes Absicht für diese Welt widerspricht. Gewalt ruft Angst, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Instabilität hervor. Wir rufen die Kirche dazu auf, eine Gemeinschaft des Friedens und der Gerechtigkeit zu sein und Einzelpersonen wie auch Organisationen, welche sich für das gemeinsame Wohl aller Kinder Gottes einsetzen, zu unterstützen. Wir rufen die Kirche außerdem dazu auf, sich mit den Wurzeln der Armut sowie anderer gesellschaftlicher Verhältnisse, welche von den Terroristen ausgenützt werden, zu beschäftigen und auf eine Linderung dieser Ursachen hinzuarbeiten.
Als Menschen der Auferstehung glauben wir, dass in Christus Friede geschaffen worden ist; dieser Friede muss aber noch immer in den menschlichen Beziehungen umgesetzt werden. Die Botschaft der Auferstehung lautet, dass die Liebe stärker ist als alle Kräfte des Bösen. Außerdem ist es nur die opferbereite Liebe und nicht Krieg, die Menschen mit Gott und untereinander versöhnen kann. Wir rufen die Kirche, Führer, Nationen und Einzelpersonen auf der ganzen Welt dazu auf, dieser Liebe Raum zu geben, sodass die Verhaltensweisen unseres gemeinsamen Lebens Gottes Gerechtigkeit erkennen lassen mögen.

Wir unterbreiten euch diesen Brief mit dem wunderbaren Versprechen von Advent, das in unseren Ohren klingt: 'Der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll.' (Lukas 2, 10)

Friede!

Die Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche"


Quelle: Bischofssekreariat, Urs Schweizer

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