Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 20.11.2001   Zurück zur Übersicht

Bulgarien: Präsidentenwechsel in Sofia verunsichert Freikirchen und rettet bulgarischen Patriarchen

Der Ausgang der Präsidentenwahl in Bulgarien ist auch eine wichtige kirchenpolitische Weichenstellung: Der Altkommunist Georgi Parwanow als neues Staatsoberhaupt garantiert dem als Mann der Kommunisten vor dreißig Jahren eingesetzten orthodoxen Patriarchen Maksim die weitere Kirchenführung.
Der bisherige «bürgerliche" Präsident Petar Stojanow hatte jene bulgarisch-orthodoxen Kräfte unterstützt, die eine innerkirchliche Säuberung von geistlichen Amtsträgern forderten, die bis zur Wende von 1989 mit den Kommunisten kollaborierten. An erster Stelle verlangten sie die Demission von Patriarch Maksim, der sein Amt 1971 Bulgariens "Stalin" Todor Schiwkow verdankte.
Über der Streitfrage um das Verbleiben dieser Kollaborateure an Bulgariens orthodoxer Kirchenspitze war es schon 1992 zu einer Spaltung gekommen. Zeitweise gab es in der Person von Metropolit Pimen sogar einen Gegenpatriarchen, der inzwischen aber verstorben ist.
Die Bemühungen interorthodoxer Kreise und besonders des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. (Konstantinopel) um eine Beilegung dieser bulgarischen Kirchenspaltung waren bisher an Präsident Stojanow gescheitert, der den "freikirchlichen" Flügel unterstützte. Jetzt bekommt die Maksim-Kirche Rückhalt, wovon in Sofia aber auch mehr Intoleranz gegenüber Bulgariens nicht-orthodoxen Christen befürchtet wird, insbesondere von den evangelischen Baptisten und Methodisten.
In Bulgarien hält damit die diesjährige Serie der Wahlüberraschungen weiter an: Nach der Vertreibung der demokratischen Reformkräfte (UDK) von der Regierung bei den Parlamentswahlen im Juni war jetzt ihr Staatsoberhaupt an der Reihe: Präsident Petar Stojanow wurde am Sonntag von seinem linken Herausforderer Georgi Parwanow klar ausgestochen. Schon eine Woche zuvor hatte sich der 44-jährige Altkommunist die relative Mehrheit gesichert, was die Stichwahl vom 18. November nötig machte.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"