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EMKNI - 22.10.2001   Zurück zur Übersicht

Deutschland/Schweiz: Gegen den uneingeschränkten und ungezielten Einsatz militärischer Mittel im Kampf gegen den Terrorismus

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK)in Deutschland und weltweit ist gegen die uneingeschränkte und ungezielte Verwendung militärischer Mittel im Kampf gegen den Terrorismus. Der Kirchenvorstand verwies bei seiner Sitzung am 12. und 13. Oktober in der Evangelischen Akademie Hofgeismar (Hessen) auf eine entsprechende Resolution der Generalkonferenz (“The Book of Resolutions of the United Methodist Church 2000”, Resolution 317), die allen Gemeinden zugänglich gemacht werden soll. Eine deutsche Übersetzung wurde bereits im September von EMKNI veröffentlicht (http://emknews.umc-europe.org/2001/september/21-02.php).
Damit vertritt die EMK die gleiche Haltung wie das Präsidium der Schweizerischen Bischofskonferenz, der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und der Bischof der Christkatholischen Kirche in der Schweiz. Diese veröffentlichten am 17. Oktober den folgenden Text, nachzulesen unter http://www.sek-feps.ch/de/presse/:

"Das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz, der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und der Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz können Krieg nicht befürworten.
Die Kirchen sind sich bewusst, dass der Terrorismus bekämpft werden muss. Angesichts der Komplexität des weltweit verzweigten Terrorismus wird eine militärische Intervention das Problem kaum lösen, es sei denn kombiniert mit verschiedensten anderen Maßnahmen.
Um einen dauerhaften Frieden zu erlangen und die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, müssen deren wirklichen Ursachen sozialer, kultureller, politischer und ökonomischer Natur erkannt und beseitigt werden. Die Kirchen weisen darauf hin, dass Jesus Gewalt in jeder Form ablehnt. Sie sind sich bewusst, dass die Christen dennoch in der Geschichte nicht immer entsprechend gehandelt haben.
Die schrecklichen Anschläge vom 11. September gegen die USA drohen die Welt in einen Strudel der Zerstörung zu ziehen. Alle sind davon betroffen: Christen ebenso wie Muslime, Industrieländer ebenso wie Entwicklungsländer. Alle Menschen fürchten sich vor dem Terrorismus und seinen Folgen.
Sicher muss der Terrorismus mit verschiedensten Mitteln bekämpft werden; wir bezweifeln aber, ob Bombardierungen weiterhelfen, weil schließlich die Zivilbevölkerung immer am meisten leidet. In Afghanistan zeichnet sich zurzeit eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes ab. Die kirchlichen sowie viele andere Hilfswerke leisten in Afghanistan und dessen Nachbarstaaten unter schwierigsten Bedingungen Hilfe für die Flüchtlinge, deren Zahl weit über die Millionengrenze gehen soll.
Die Landeskirchen rufen deshalb alle Gläubigen dazu auf, für den Frieden zu beten, auf dauerhafte Verständigung zwischen Völkern und Religionen hinzuarbeiten und die Hilfswerke materiell zu unterstützen."

Die EMK ist eine Mitgliedskirche im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund.


Quelle: EMK Deutschland und weitere

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