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EMKNI - 30.10.2001   Zurück zur Übersicht

Pakistan: Trauer um Attentatsopfer in Kirche von Behawalpur

Tausende von pakistanischen Christen trauerten gestern Montag in der gleichen Kirche um 15 Attentatsopfer, die dort während des Sonntagsgottesdienstes im Schusshagel von Terroristen ihr Leben ließen.
Die bewaffneten Maskierten drangen am Sonntag in die katholische Kirche St. Dominic ein, wo gerade die Gemeinde der "Church of Pakistan" (CoP) ihren Gottesdienst beendete, und schossen wahllos auf die anwesenden Gläubigen. Zuvor erschossen sie auch einen muslimischen Polizeibeamten, der im Auftrag der Regierung vor der Kirche Wache stand. Bei diesem Attentat handelt es sich um den schlimmsten Angriff auf die kleine pakistanische Kirche. Im Feuerhagel starb auch der Pfarrer der Gemeinde.
Die CoP zählt 800'000 Mitglieder. Sie ist aus einem Zusammenschluss von anglikanischen, methodistischen, presbyterianischen, lutherischen und andern protestantischen Kirchen entstanden.
Als Täter verdächtigt wird eine verbotene muslimische Gruppierung, sowie radikale Bewohner von Behawalpur, die gegen die Militärschläge Amerikas gegen Afghanistan sind.
An der Beisetzungsfeier, die zweieinhalb Stunden dauerte, skandierte eine Minderheit von 250 Jugendlichen Slogans wie "Blut für Blut" und "Wir werden es ihnen in der selben Weise heimzahlen."
Anders der katholische Bischof von Punjab, Pfarrer Andrew Francis. Er ermahnte die 5000 Trauergäste, sich an die christlichen Prinzipien zu halten. "Wir sind Nachfolger des Mannes der Liebe, der sein Leben für eine gute Sache opferte. Wir vergeben denen, die unschuldige Menschen töten. Doch sie werden sich für das, was sie getan haben, vor dem Richtstuhl Gottes zu verantworten haben."
Am Montag waren in Behawalpur die meisten Läden geschlossen, obwohl eigentlich Markttag gewesen wäre.
Trauerbekundungen aus der ganzen Welt trafen in Pakistan ein, so unter anderen von Papst Johannes Paul II. und vom Erzbischof von Canterbury, George Carey.
Auch der Rat der Muslime in Großbritannien verurteilte den Anschlag auf unschuldige Gläubige. "Die Haltung des Islam ist sehr klar. Ein Angriff auf irgend einen Ort der Anbetung ist absolut unakzeptabel," so Yusuf Bhailok, Präsident des Rates.


Quelle: Ecumenical News International und andere

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