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EMKNI - 31.10.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Kirchenbund stimmt Fristenregelung zu

"Nach gründlicher Prüfung der evangelisch-theologischen Grundlagen" hat der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) seine Zustimmung zur Fristenregelung gegeben. Sie schütze den Raum der persönlichen und freien Entscheidung und erlaube den straffreien Schwangerschaftsabbruch in einem klaren und legalen Rahmen, begründete der Rat am Dienstag an einer Pressekonferenz in Bern seinen Entscheid.
In einerm Communiqué zur Medienkonferenz schreibt der Rat wörtlich:
"Der Rat des SEK setzt sich seit vielen Jahren mit den Fragen zum Schwangerschaftsabbruch auseinander und sucht nach menschenwürdigen und verantwortlichen Regelungen – auch ihm ist der Schutz des Lebens von größter Bedeutung."
"Im Lichte der protestantischen Tradition und Theologie gewichtet er aber ebenso den freien und persönlich verantworteten Gewissensentscheid. Bereits 1997 haben entsprechende Grundlagenpapiere des Institutes für Sozialethik des Evangelischen Kirchenbundes (ISE) und die Vernehmlassungsantwort des damaligen Vorstandes diese Linie vorgezeichnet. Die aktuelle Stellungnahme des Rates, die von Ethikprofessor Denis Müller (evangelisch-theologische Fakultät Universität Lausanne) erarbeitet wurde, bestärkt diese Ansicht."
"Kein noch so ausgeklügeltes Erklärungsmuster kann den Menschen von den Widersprüchlichkeiten des Lebens befreien – wir alle müssen den Spannungsbogen zwischen Wünschbarem und Machbarem aushalten. Die Bibel kann in diesem Zusammenhang nicht als Rezeptbuch herhalten, sondern muss als Quelle der Inspiration für selbstverantwortetes Leben und Handeln gesehen werden."
"Weder Kirche noch Staat können den betroffenen Frauen oder Paaren die Last dieses schweren Entschluss abnehmen. Der Rat des SEK ruft zu einer sachlichen und faktenbezogenen Debatte in den menschlich heiklen Fragen zum Schwangerschaftsabbruch auf. Er betrachtet es als unzulässig, Menschen, die oft nach langem Ringen einen belastenden Entschluss fassen, zu kriminalisieren oder abzustempeln."
"Für den Rat des SEK ist außerdem wichtig, dass die bestehenden Beratungsstellen in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben gefördert und unterstützt werden.
Die Fristenregelung wird an der nächsten Abgeordnetenversammlung des SEK vom 12. November in Bern ein Thema sein, wo die Stellungnahme des Rates zu einem entsprechenden Postulat ansteht."


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

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