Alte Version dieser Seite EMKNI en français
-
EMKNI - 03.09.2001   Zurück zur Übersicht

Schweiz: Ökumenische Konsultation offiziell abgeschlossen

Bild: Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und Bischof Amédée Grab, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz überreichen Bundespräsident Moriz Leuenberger das Wort der KirchenIn der Stadtberner City-Kirche Heiliggeist ist am Samstag vormittag die ökumenische Konsultation zur sozialen und wirtschaftlichen Zukunft der Schweiz offiziell abgeschlossen worden. In der gut besetzten Kirche überreichten Kirchenvertreter das sogenannte Wort der Kirchen an Vertreter von Politik und Gesellschaft. Für die Landesregierung nahm es Bundespräsident Moritz Leuenberger in Empfang. An dem Anlass, dessen offizieller Teil mit dem Entsenden von Tauben in die ganze Schweiz abschloss, nahmen rund 800 Personen teil.
Nach diesem offizielle Teil wurde die Feier in der Berner Reithalle fortgesetzt, wo die Gäste unter anderem künstlerische Darbietungen von und mit den Kabarettisten und Sängern Pierre Miserez und Gusti Pollak erwarteten. Die Feier dauerte bis in den späten Nachmittag hinein.
Die Ökumenische Konsultation der evangelisch-reformierten und der römisch-katholischen Landeskirchen wurde 1998 eingeleitet. Rund 40.000 Fragebogen wurden damals verschickt, über 1000 Institutionen, Organisationen und Private reichten Stellungnahmen zur gesellschaftlichen Wertebasis in Gegenwart und Zukunft ein. Aus all diesen Eingaben entstand das "Wort der Kirchen". Die Feier in Bern war auch als Würdigung all jener gedacht, die sich an der Konsultation beteiligt hatten.
In kurzen Ansprachen erläuterten die beiden Co-Präsidenten der Konsultation, Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und Bischof Amédée Grab, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, das Ziel der Konsultation. Sie sei der Beitrag der Kirchen "zur Diskussion und zur Verständigung über Ziele und Werte, die unsere gemeinsame Zukunft in der Schweiz und weltweit - für alle lebenswert machen". Gemeinsame Werte brauche man für die Zukunft, denn ohne ethisches Empfinden, dass sich ständig weiter entwickle, zerfielen Staat und Gesellschaft, werde Demokratie unmöglich.
Auch die Kirchen seien als Teil von Staat und Gesellschaft mitbetroffen von den Fragen, die sie stellten. Sie verpflichteten sich daher, auch selber dem nachzuleben, was sie in ihrem "Wort" anregten.
Bundespräsident Moritz Leuenberger betonte in seiner Ansprache, dass die Kirchen immer wieder aktiv und korrigierend Einfluss auf die Politik nehme sollen. Allerdings warnt er diese beide Größen davor, sich gegenseitig für die je eigenen Zwecke einzuspannen versuchen. Die Kirchen könnten der Politik das Denken nicht abnehmen, und die Politik dürfe die Kirchen nicht als PR-Büro für ihre Anliegen und Vorhaben missbrauchen.
Jedoch sei es durchaus ein Bedürfnis der Politik, der Wirtschaft und der Medien, ethische und moralische Fragen zum diskutieren. Daher sollten sich "Kirche und Kaiser" institutionell nicht vermischen, aber "was die Kirche denkt, muss sie dem Kaiser geben". Mit der Konsultation hätten die Kirchen diesen wichtigen Schritt getan.
An der Feier nahmen als offizielle Vertreter ihrer Organisationen auch Fritz Blaser, Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Nationalrat Paul Rechsteiner vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund, Linda Saffore, von der Bewegung ATD Vierte Welt, Natalie Diome für die Ausländerinnen und Ausländer und Lavinia Sommaruga von der Arbeitsgemeinschaft der Hilfswerke, teil.


Quelle: Reformierte Nachrichten (rna)

-----------
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe "EMK News" gestattet!
Bitte senden Sie Ihre Bemerkung an die folgende Mailadresse:
"emknews-redaktion at umc-europe punkt org"