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EMKNI - 13.09.2001   Zurück zur Übersicht

USA: Keine Rachegefühle gegen Muslims aufkommen lassen

Bischof Albert Frederick MuttiImmer wahrscheinlicherer wird es, dass die koordinierte Attentatsserie mit vielen tausend Toten in den USA durch Terroristen aus dem arabisch-islamischen Raum ausgeübt wurde. Um so wichtiger ist es, zwischen wenigen Extremisten und der übrigen Islamischen Religionsgemeinschaft zu unterscheiden.
Noch am Tag der Attentate äußerte sich Jim Winkler, Leiter des General Board of Church and Society (GBCS) der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zu dieser Gefahr aus dem Methodist Building auf Washingtons Capitol Hill. Gefragt, was er als Verantwortlicher des GBCS den Methodisten jetzt rate zu tun, betonte er als Erstes das Gebet. "Zweitens rate ich den Menschen, nicht vorschnell zu urteilen." Winkler habe Kontakt gehabt mit Offiziellen der in Washington beheimateten islamischen Gruppierungen. "Sie haben schon Morddrohungen erhalten," so Winkler.
In die gleiche Richtung gehen die Äußerungen von Pfarrer Bruce Robbins, Leiter der United Methodist Commission on Christian Unity an Interreligious Concerns (UMCUIC). So sei es nicht angemessen, wegen Osama bin Laden und seinem Terrornetzwerk alle Muslime in einen Topf zu werfen. Das stereotype Bild vom extremistischen Muslim sei falsch.
Bischof Fritz Mutti aus Kansas, Präsident der UMCUIC gab zu bedenken, dass eine vorschnelle Schlussfolgerung über die Täterschaft auch eine rassistisch motivierte Aktion sein könne.
"Eine unserer Arbeiten ist es, in Verbindung und im Gespräch zu bleiben mit Menschen anderer Religionen. Jetzt werden wir die Kontakte mit Muslimen verstärkt suchen," so Bischof Mutti.
"Wir müssen uns auf die eigentliche Aufgabe der Kirche besinnen," so Robbins. "Wir sind aufgefordert, Vertreter der Versöhnung zu sein. Nun ist ein Moment da, in dem Mitgefühl und Versöhnung sehr wichtig und vordringlich sind für Gemeinden im ganzen Land... Ich möchte die Menschen ermutigen, sich mit ihren islamischen Gegenüber zu verbinden, und ihnen Unterstützung anzubieten, jetzt, wo sie von allen Seiten verantwortlich gemacht werden für das Geschehene, und das nur darum, weil sie Muslime sind."
Und Robbins fährt fort: "In dieser Zeit ist es schwer, Wege zu finden, den Tätern zu vergeben, aber es ist wichtig für uns, nach Erklärung und Verständnis zu suchen."


Quelle: United Methodist News Service

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