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EMKNI - 27.08.2002   Zurück zur Übersicht

Südafrika: ÖRK-Delegation beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung

" Wir sollten den Mut haben zuzugeben, dass der Markt und die Globalisierung die Bedürfnisse jener zwei Drittel der Weltbevölkerung ignorieren, die in Armut leben", sagt Dr. Molefe Tsele, Generalsekretär des Südafrikanischen Rates der Kirchen (SACC). "Heute kann sich niemand mehr darüber hinwegtäuschen, dass die Kluft zwischen Nord und Süd tiefer ist als je zuvor. Eine solche Armut, einen so weitgehenden Entzug der lebensnotwendigsten Dinge und der Menschenwürde hat es nie zuvor gegeben."
Tsele ist Leiter der gemeinsamen Delegation des SACC und des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD), der vom 26. August bis 4. September in Johannesburg (Südafrika) stattfindet. Die SACC/ÖRK-Delegation ist Teil eines größeren ökumenischen Teams, das an allen WSSD-Vorbereitungstagungen teilgenommen hat.
"Vor zehn Jahren in Rio waren wir dabei, und seitdem haben wir die Nacharbeit begleitet", sagt Dr. Martin Robra vom ÖRK-Team für Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfung (JPC). "Wir wissen, dass die vom Erdgipfel angenommenen Vorgaben für nachhaltige Entwicklung von den reichen Ländern nicht umgesetzt worden sind und dass die Tagesordnung zunehmend von den Interessen der Privatwirtschaft bestimmt wird. Das Maß ist voll."
Dr. Aruna Gnanadason, Koordinatorin des JPC-Teams, fragt, "von wessen Nachhaltigkeit eigentlich die Rede ist. Der ÖRK kritisiert den Begriff der nachhaltigen Entwicklung nach wie vor als widersprüchlich und schlägt stattdessen den Begriff "nachhaltige Gemeinschaften' vor, der die Menschen wieder in den Blick nimmt. Der Erdgipfel in Rio hat Erwartungen und Hoffnungen auf einen Kurswechsel geweckt. Zehn Jahre später jedoch müssen wir feststellen, dass wir wieder zurückgefallen sind und dass die Wirtschaft das Sagen hat - auf Kosten anderer gesellschaftlicher Bereiche und auf Kosten der Umwelt."
"Dies ist Gottes Erde" ist das Thema eines Gottesdienstes, der anlässlich der Eröffnung des WSSD am 25. August in der Alexandra Township gehalten wurde. Zu diesem Gottesdienst hatte der SACC alle WSSD-Delegierten und die örtliche Gemeinde eingeladen.
Während des Gipfels organisiert des Ökumenische Team im Liban Centre (Mount Libanon Weg, Johannesburg) drei öffentliche Veranstaltungen zu folgenden Themen:
- Die ständig wachsenden ökologischen Schulden des Nordens gegenüber dem Süden (29. August);
- Unternehmensverantwortung (30 August);
- Klimawandel (2. September); bei dieser Veranstaltung wird der ÖRK zur Solidarität mit denen aufrufen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind.
Weitere Informationen über ÖRK-Erklärungen zu diesen Themen siehe ÖRK-Webseite: http://wcc-coe.org/wcc/what/jpc/wssd-g.html.
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomaios I. hat die weltweite Christenheit aufgerufen, den 1. September als Schöpfungstag zu begehen und in den Kirchen in aller Welt für den Gipfel zu beten. Der ÖRK und das Europäische Christliche Umweltnetzwerk (http://www.ecen.org) haben sich diesem Aufruf angeschlossen. In der zweiten Tagungswoche zu Beginn der hochrangigen Verhandlungen wird eine betende Menschenkette den Gipfel begleiten.


Quelle: Ökumenischer Rat der Kirchen

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