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EMKNI - 11.12.2002   Zurück zur Übersicht

Schweden/USA: Friedensnobelpreis für Jimmy Carter

Gestern, am 10. Dezember 2002, hat Jimmy Carter, Präsident der Vereinigten Staaten von 1977 - 1981, in Stockholm den Friedensnobelpreis erhalten. Damit wurde das jahrelange konsequente, oft unauffällige und doch sehr wirksame Engagement dieses grossen Politikers und Christen gewürdigt.
Jimmy Carter wurde im Jahr 1924 geboren und wuchs in Georgia im Süden der USA in einer tief gläubigen Baptistenfamilie auf. Er studierte und ging zunächst zur Marine, bevor er die väterliche Erdnussfarm übernahm und sich der Politik zuwandte. Von 1971 - 1975 war er Gouverneur von Georgia. Überraschend zum Präsidentschaftskandidaten nominiert gewann er im Jahr 1976 die Wahl. Der grösste Erfolg seiner Amtszeit war die Vermittlung des Friedensschlusses zwischen Ägypten und Israel durch das Camp-David-Abkommen. Dagegen erlebte er eine tiefe Demütigung, als im Iran unter der religiösen Tyrannei des Ajatollah Khomeini die US-Botschaft besetzt wurde und die Botschaftsangehörigen 444 Tage als Geiseln gehalten wurden. Obwohl viele nach militärischen Reaktionen riefen, hielt Carter sich zurück und suchte die politische Lösung. Hier folgte er seinem christlichen Glauben, auch wenn es ihm persönlich schadete, weil viele Menschen diese Stärke zur Demut und zum Frieden als Schwäche ansahen. Unter anderem auch deshalb wurde er für eine zweite Amtsdauer nicht wiedergewählt.
Nach seiner Abwahl startete er eine neue Laufbahn. Vom Carter-Center in Atlanta/Georgia aus, bald scherzhaft als "privates Aussenministerium" bezeichnet, war er unermüdlich in Krisen aktiv, sei es im Nahen Osten oder in Haiti, wo sein Einsatz einen Krieg verhinderte, sei es in Bosnien, Nicaragua oder Korea, sei es in Indonesien, auf den Philippinen oder Taiwan. Zuweilen zum Missfallen der US-Regierung ging er dabei konsequent gemäss seinen christlichen Prinzipien vor, wenn er zum Beispiel anfangs dieses Jahres Kuba und seinen Diktator Fidel Castro besuchte, und dort zwar freundlich im Ton, aber deutlich in der Sache öffentlich Menschenrechte und freie Wahlen forderte, aber auch die harte US-Politik gegenüber Kuba kritisierte.
Neben diesen Aktivitäten im Licht der Öffentlichkeit regelt er vieles auch zum Wohle einzelner Menschen im Hintergrund, wenn er persönlich Regierende in aller Welt anruft. Kaum einer war in den letzten Jahren eifriger um das Friedenstiften in aller Welt bemüht als er. Im In- und Ausland ist der "beste Ex-Präsident aller Zeiten" ausserdem sozialpolitisch mit der Hilfsorganisation "Habitat for Humanity" stark engagiert. 1'770 Kirchen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) engagierten sich im Jahr 2000 bei der Hilfsorganisation und die EMK spendete 2,5 Millionen US-Dollar für die Arbeit von "Habitat for Humanity". Jimmy Carter ist auch Preisträger des Methodistischen Friedenspreises.
Die Kraft für dieses Engagement bis ins hohe Alter nimmt der heute 78-jährige Jimmy Carter aus seinem Glauben an Jesus Christus. Er war über viele Jahre als Bibelgruppenleiter in seiner Baptistengemeinde aktiv und hat auch immer wieder selbst auf der Kanzel gestanden.


Quelle: Urs Gassmann / EMKNI / United Methodist News Service

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